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US-Präsident Donald Trump spricht von laufenden Gesprächen mit Havanna über ein mögliches Ende des faktischen Öl-Embargos gegen Kuba. Während Washington von Fortschritten spricht und den wirtschaftlichen Druck weiter verschärft, betont die kubanische Regierung lediglich unverbindliche Kontakte.
03.02.2026 06:50 Uhr
Abbildung: Präsident Donald Trump im Oval Office, 17. Oktober 2025. Donald Trump in the Oval Office von The White House, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC0 1.0
US-Präsident Donald Trump bekräftigte am Montag (2.), seine Regierung stehe in Kontakt mit der Führung in Havanna und verhandle über ein Ende des faktischen Öl-Embargos gegen die Insel. Man sei „nahe an einem Abkommen“, sagte Trump. Ziel sei es unter anderem, in den USA lebenden Kubanern wieder Besuche bei ihren Familien zu ermöglichen.
„Viele (Kubaner) möchten zumindest ihre Familienangehörigen besuchen, und ich glaube, dass wir kurz davor stehen, dies zu erreichen. Tatsache ist, dass wir derzeit mit den kubanischen Führern verhandeln”, sagte Trump heute gegenüber den Medien im Oval Office. Zugleich beschrieb der Präsident die Lage auf der Karibikinsel in drastischen Worten: Kuba sei wirtschaftlich am Ende, ohne Einnahmen aus Venezuela oder anderen Quellen. Den Engpass bei der Energieversorgung hat Washington zuletzt weiter verschärft. Per Präsidialdekret kündigte Trump Strafzölle gegen jedes Land an, das weiterhin Erdöl nach Kuba liefert. Die Maßnahme zielt darauf ab, das Umgehen der US-Sanktionen zu unterbinden. Bereits zuvor waren die Lieferungen aus Venezuela weitgehend ausgefallen, nachdem der langjährige Verbündete Havannas, Nicolás Maduro, von US-Spezialkräften festgenommen worden war. Die kubanische Regierung verurteilte diesen Schritt scharf und machte ihn für die Zuspitzung der Versorgungskrise mitverantwortlich. Trump behauptete zudem, auch Mexiko werde seine Ölexporte nach Kuba einstellen. Die Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte bislang erklärt, man wolle aus humanitären Gründen weiter materielle Hilfe leisten und zugleich auf diplomatischem Weg nach Lösungen suchen. Zugleich räumte Sheinbaum ein, dass ihr Land keine wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen der USA riskieren könne. Das jüngste Dekret aus Washington zwingt damit wichtige Handelspartner Kubas faktisch zur Entscheidung zwischen eigenen Wirtschaftsinteressen und Unterstützung für die Insel. In Havanna wird der Ton deutlich vorsichtiger gewählt. Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossío bestätigte zwar, dass es Kontakte zwischen beiden Regierungen gebe. Von formellen Verhandlungen könne jedoch keine Rede sein. Kuba sei grundsätzlich zu einem Dialog mit den Vereinigten Staaten bereit, betonte er – auch angesichts wachsender innenpolitischer Spannungen und der Sorge vor einer humanitären Zuspitzung. Die Auswirkungen der Energieknappheit sind bereits im Alltag spürbar. Vor Tankstellen bilden sich lange Warteschlangen, Kraftwerke arbeiten am Limit oder stehen still. In vielen Regionen kommt es zu stundenlangen Stromausfällen, auf dem Land teils über weite Teile des Tages. Die ohnehin schwere Wirtschaftskrise des Landes hat sich dadurch weiter vertieft. Nach Angaben aus Washington drohe Kuba ohne externe Lieferungen in eine vollständige Versorgungslähmung zu geraten. Trump nutzt die Lage, um seinen Kurs maximalen Drucks zu rechtfertigen. Er wiederholte mehrfach, Kuba sei ein „gescheiterter Staat“, der ohne ausländische Unterstützung nicht überlebensfähig sei. Zugleich stellte er in Aussicht, dass eine Einigung möglich sei, wenn Havanna auf Washington zugehe. Konkrete Bedingungen für ein Abkommen nannte er jedoch nicht. Damit stehen sich vorerst zwei Narrative gegenüber: Während der US-Präsident öffentlich von baldigen Verhandlungen und Fortschritten spricht, verweist die kubanische Führung lediglich auf unverbindliche Kontakte. Klar ist hingegen, dass der politische Konflikt zunehmend direkte Folgen für die Bevölkerung hat. Zwischen Sanktionsdruck, diplomatischen Signalen und wachsender Energieknappheit bleibt die Perspektive für Kuba vorerst ungewiss.
Der Artikel wurde zuerst bei Mundus Novus 24 veröffentlicht.
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Text: Leon Latozke
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