|
01.10.2026 09:00 Uhr
![]()
Beim ersten Empfang zum Hispanic Heritage Month seiner zweiten Amtszeit hat Donald Trump Außenminister Marco Rubio überschwänglich gelobt. Man solle genau verfolgen, was Rubio mit Kuba mache. Konkretes nannte Trump nicht.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
US-Präsident Donald Trump hat Außenminister Marco Rubio am bei einem Empfang zum Hispanic Heritage Month im Weißen Haus als „Meister“ gelobt und die Gäste aufgefordert, genau zu verfolgen, was dieser mit Kuba unternehme. Eine neue Kuba-Politik kündigte Trump dabei nicht an, er führte die Bemerkung auch nicht weiter aus. Der Auftritt fiel in eine Phase, in der Washington den Druck auf Havanna erhöht und die Republikaner zugleich um ihre Zustimmung unter Latinos fürchten.
Empfang im East Room Trump richtete die Feier am Mittwoch, 30. September, zum ersten Mal in seiner zweiten Amtszeit aus. Im vergangenen Jahr hatte das Weiße Haus auf den traditionellen Empfang verzichtet. Eingeladen waren Unternehmer und Vertreter der hispanischen Gemeinschaft aus dem Umfeld der Republikanischen Partei. Trump versprach ihnen, sie würden als erste Gäste die Baustelle des neuen Ballsaals im Weißen Haus besichtigen dürfen. Das Projekt gehört zu seinen umstrittensten Vorhaben. Zu Beginn seiner Rede hob Trump den Abzug der letzten US-Soldaten aus dem Irak hervor, der am selben Tag abgeschlossen worden sei. Er würdigte den Beitrag hispanischstämmiger Amerikaner in Glauben, Wirtschaft und öffentlichem Dienst. Außerdem erinnerte er an die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar. Der Hispanic Heritage Month wird in den USA jedes Jahr vom 15. September bis zum 15. Oktober begangen und würdigt Geschichte, Kultur und Beiträge von Amerikanern mit Wurzeln in Lateinamerika, der Karibik und Spanien. Er geht auf eine Gedenkwoche zurück, die Präsident Lyndon B. Johnson 1968 einführte. 1988 wurde sie unter Ronald Reagan per Gesetz auf einen Monat ausgeweitet. Der Beginn am 15. September ist kein Zufall: An diesem Tag feiern Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua ihre Unabhängigkeit, Mexiko und Chile folgen am 16. und 18. September. Ein Empfang im Weißen Haus gehört seit Jahrzehnten zu den festen Terminen der Präsidenten beider Parteien. Lob ohne Erläuterung Als Trump Rubio vorstellte, wandte er sich Kuba zu. „Schauen Sie, was er mit Kuba macht“, sagte der Präsident und wiederholte den Satz unmittelbar. Er bezeichnete Rubio als den ranghöchsten Hispanoamerikaner in der Geschichte der Vereinigten Staaten und sagte, alle hätten sich in ihn verliebt. Gleichgültig, mit wem Rubio es weltweit zu tun habe, er sei ein Meister. Was genau die Anwesenden mit Blick auf Kuba erwarten sollten, ließ Trump offen. Rubio selbst sprach in seiner kurzen Ansprache nicht über die Insel. Er begann teilweise auf Spanisch und stellte dann die Identität hispanischer Einwanderer in den Mittelpunkt. Hispanoamerikaner seien Amerikaner, sagte er, und sie liebten dieses Land, weil viele aus eigener Erfahrung oder über Eltern und Großeltern wüssten, wie das Leben anderswo sei. Die USA hätten ihnen Freiheit und Chancen gegeben. Zum Schluss dankte Rubio dem Präsidenten und sagte, er sei stolz, unter ihm zu dienen. Rubios Eltern waren 1956 aus Kuba in die USA ausgewandert, also vor dem Sieg der Revolution 1959. Der frühere Senator aus Florida gilt seit Jahren als einer der einflussreichsten Hardliner in der Kuba-Politik und wird als möglicher Nachfolger Trumps für die Präsidentschaftswahl 2028 gehandelt. Wahlkampf mit Blick auf Florida Innenpolitisch fällt der Empfang in die Schlussphase vor den Zwischenwahlen in rund einem Monat. Trump rief die Gäste auf, wählen zu gehen und für die Arbeit der Regierung zu werben, als stünde er selbst auf dem Stimmzettel. Man müsse die Lage drehen, sagte er. Hintergrund sind sinkende Zustimmungswerte unter Latinos. Nachwahlanalysen zufolge hatte Trump 2024 rund 48 Prozent der hispanischen Stimmen erhalten, so viel wie bei keiner seiner drei Präsidentschaftskandidaturen. Unter hispanischen Trump-Wählern fiel seine Zustimmung bis April auf 66 Prozent. Das sind 27 Punkte weniger als zu Beginn der zweiten Amtszeit. Als Gründe gelten die harte Einwanderungspolitik und die hohen Benzinpreise infolge des Kriegs gegen Iran. Die Entwicklung macht sich vor allem in Florida bemerkbar, wo die kubanischstämmige Wählerschaft politisch großes Gewicht hat. Die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar distanzierte sich zuletzt vom Präsidenten und erklärte, die Razzien und Abschiebungen seien zu weit gegangen. Autor: Leon Latozke
Letzte Meldungen
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
Dossiers
Mediathek
Anzeige (M2) Anzeige (G4) Achiv
Archiv
September 2026
|


RSS-Feed