|
07.03.2026 07:00 Uhr
Während die USA militärisch gegen Iran vorgehen, richtet Donald Trump den Blick bereits auf Kuba. Die Regierung in Havanna werde „bald fallen“, sagt er – und spricht zugleich von möglichen Gesprächen. Hinter den Kulissen sollen bereits erste Kontakte laufen.
Abbildung: Symbolbild Donald Trump beim Dinner für US-Gouverneure, 21. Februar 2026, Weißes Haus, Washington (Bildquelle: The White House, P20260221DT-1135, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons)
US-Präsident Donald Trump erklärte am Freitag (6.) in einem Interview mit dem Sender CNN, die Regierung in Kuba werde „sehr bald fallen“. Gleichzeitig deutete er an, dass Havanna stark an Gesprächen mit Washington interessiert sei. Die Aussagen fielen am Rande einer Diskussion über die Militäroperation der USA und Israels gegen Iran.
„Kuba wird übrigens sehr bald fallen, ohne irgendeinen Zusammenhang, aber Kuba wird auch fallen. Sie haben sehr große Lust, eine Vereinbarung zu treffen“, sagte er dem US-Medium in einem kurzen Telefongespräch. Nach Darstellung des US-Präsidenten könnte Kuba nach einer aus seiner Sicht erfolgreichen Militärkampagne gegen Iran stärker in den Fokus geraten. Der Konflikt im Nahen Osten dauert inzwischen mehrere Tage an; vor diesem Hintergrund stellte Trump die Entwicklung auf der Karibikinsel als ein mögliches nächstes geopolitisches Kapitel dar – auch wenn er gleichzeitig betonte, dass beide Themen nicht direkt miteinander verbunden seien. „Die Kubaner Kubaner eine Vereinbarung erreichen“ erklärte der US-Präsidenten. „Wir werden sehen, wie es ausgeht. Im Moment sind wir sehr auf das hier konzentriert“, fügte er hinzu. Für mögliche Gespräche hat Trump seinen Außenminister Marco Rubio beauftragt. Rubio, selbst kubanisch-amerikanischer Herkunft, gilt seit Jahren als scharfer Kritiker der Regierung in Havanna. Laut US-Medien soll es jedoch in den vergangenen Wochen Kontakte zwischen ihm und Raúl Guillermo Rodríguez Castro, dem Enkel des früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro, gegeben haben. Diese Gespräche werden bislang nicht als formelle Verhandlungen beschrieben. Beobachter sprechen eher von Sondierungen. Demnach könnten Themen wie schrittweise Wirtschaftsreformen auf der Insel sowie ein gradueller Abbau von US-Sanktionen zur Diskussion stehen. Konkrete Ergebnisse wurden bisher nicht öffentlich. Bereits am Vortag hatte Trump erklärt, Havanna sei „verzweifelt“ auf der Suche nach einer Einigung mit seiner Regierung. Zugleich deutete er an, dass sich die Aufmerksamkeit der US-Regierung momentan vor allem auf den Konflikt mit Iran konzentriere. In einer weiteren Äußerung bezeichnete der Präsident einen möglichen politischen Umbruch in Kuba sogar als „Sahnehäubchen“ seiner außenpolitischen Agenda. Dabei verwies er auch auf frühere Aktionen seiner Regierung, etwa eine Operation, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro festgenommen worden sei. Washington arbeitet nach Trumps Angaben inzwischen eng mit der venezolanischen Übergangsregierung unter Delcy Rodríguez zusammen. Ob Trumps Aussagen eine tatsächliche Strategie widerspiegeln oder vor allem politische Rhetorik sind, bleibt offen. Klar ist jedoch: Die Hinweise auf Kontakte zwischen Washington und Personen aus dem Umfeld der kubanischen Führung lassen vermuten, dass hinter den öffentlichen Drohungen auch diplomatische Kanäle bestehen. Sollten solche Gespräche tatsächlich auf wirtschaftliche Reformen und einen Abbau von Sanktionen abzielen, könnte dies langfristig eine neue Phase im Verhältnis zwischen den USA und Kuba einleiten. Gleichzeitig zeigt die aggressive Wortwahl des US-Präsidenten, dass das Verhältnis weiterhin von Misstrauen und geopolitischer Konkurrenz geprägt ist.
Quellen: CNN (https://t1p.de/up1oj), EFE (https://t1p.de/s6ork)
Autor: Leon Latozke
Letzte Meldungen
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
Dossiers
Mediathek
Anzeige (M2) Anzeige (G4) Achiv
Archiv
September 2026
|



RSS-Feed