Neues aus Kuba
Trump zu Kuba: Operation wie in Venezuela "möglich" – "Liegt nur einen Sprung von den USA"19/6/2026
20.06.2026 07:00 Uhr
![]()
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
In einem Interview bejahte Trump die Frage, ob eine Operation wie in Venezuela auch auf Kuba möglich sei. Er betonte die geografische Nähe und sagte: "Kuba hat gute Strände und Immobilien."
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
US-Präsident Donald Trump hat angedeutet, dass er eine militärische Operation gegen Kuba für denkbar hält, die ähnlich verlaufen könnte wie die Blitzaktion, die im Januar zur Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro führte. In einem am Freitag (19.) auf YouTube veröffentlichtem Interview mit dem Nachrichtenportal Axios ließ Trump auf eine direkte Frage des Journalisten Marc Caputo hin offen, ob ein solches Szenario auf Kuba wiederholbar sei. "Möglicherweise. Es ist möglich", antwortete der Präsident knapp. Die Frage war unmittelbar gefallen, nachdem Trump zuvor behauptet hatte, die USA "dirigierten Venezuela" gemeinsam mit den dort noch verbliebenen Autoritäten.
Seine Bereitschaft, über einen Einsatz auf der Karibikinsel zu spekulieren, begründete Trump vor allem mit geografischen Argumenten. "Venezuela liegt relativ nah, und Kuba ist nur einen Sprung entfernt", sagte er und zog einen expliziten Vergleich zu einem anderen Schauplatz US-amerikanischer Militärintervention: dem Iran. "Wenn man auf Iran schaut, ist das eine sehr lange Reise. Ich bin mehrmals in die Region geflogen, aus anderen Gründen, aber es sind 18 Stunden Flugzeit. Das ist eine lange Zeit." Kuba hingegen, so die implizite Logik des Präsidenten, sei aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zu Florida strategisch exponierter. In der Folge führte Trump eine eigentümliche ökonomische Güterabwägung zwischen den beiden Ländern durch, die er beide als Gegner betrachtet. "Venezuela hat Öl. Kuba nicht", stellte er nüchtern fest. Die wirtschaftlichen Vorzüge der Insel reduzierte er auf geografische und touristische Reize: "Kuba hat gute Grundstücke und eine schöne Küste." Mit dieser Aussage vereinfachte der US-Präsident die jahrzehntelange Konfliktlage auf eine simple Ressourcen- und Immobilienfrage. Trump kündigte zugleich an, dass seinem Außenminister Marco Rubio, der selbst Sohn kubanischer Exilanten ist, eine zentrale Rolle in der künftigen Kuba-Politik zukommen werde. "Wir werden Marco mit Kuba beschäftigen. Kuba hat unheimlich große Lust zu reden", behauptete Trump. Er stellte sich damit gegen Spekulationen, wonach der hardliner Rubio in zweiter Reihe stehen könnte. (Mehr zu Rubios Rolle: Der lange Kampf um Kuba: Marco Rubios schwierige Mission zwischen Trump und der Exilgemeinde). Zugleich betonte er, dass Rubio "sehr stark eingebunden" sei. Der Präsident zeigte sich überzeugt, dass er in der kubanoamerikanischen Gemeinschaft, die traditionell eine besonders feindselige Haltung gegenüber der Regierung in Havanna einnimmt, auf breite Zustimmung stoße. Rund 95 Prozent dieser Wählergruppe hätten ihn unterstützt, prahlte Trump. "Ich liebe sie", fügte er hinzu. Trotz der martialischen Rhetorik blieb Trump in der Frage eines Zeitplans vage. Auf Nachfrage des Journalisten verweigerte er die Festlegung einer Frist für eine mögliche militärische Aktion gegen Kuba. Seine Position sei "flexibel", ließ er über Axios ausrichten. Das Medienportal erinnerte an die offizielle Lesart des Weißen Hauses, wonach Trump eine Invasion nicht autorisiert habe und öffentlich stets einen friedlichen Übergang zu einem "freien Kuba" bevorzuge. Die jüngsten Äußerungen stellen jedoch die bislang deutlichste Andeutung dar, dass die US-Regierung das in Venezuela angewandte Modell einer schnellen, entschlossenen Militäraktion auf die Insel übertragen könnte. Im Gespräch mit Axios ließ sich Trump erneut die vermeintliche Effizienz des Venezuela-Einsatzes bestätigen. "Schauen Sie sich Venezuela an. Alles war in 48 Minuten vorbei", prahlte er und behauptete, die US-Truppen hätten die Operation unter widrigeren Wetterbedingungen als geplant durchgeführt und dennoch in dieser Rekordzeit abgeschlossen – und das trotz der zahlenmäßigen Stärke der venezolanischen Streitkräfte. Die Aussagen passen in ein Bild zunehmender US-Vorbereitungen für den Fall eines Kollapses des kubanischen Regimes. Bereits Ende Mai hatte Axios berichtet, dass Washington verschiedene militärische Reaktionspläne für ein Chaos-Szenario auf der Insel prüfe, das einige Beamte bereits für diesen Sommer für möglich hielten. Die Regierung hat parallel ihre wirtschaftliche und politische Schraube angezogen, um die Machthaber in Havanna von Ressourcen abzuschneiden. Die Festnahme Maduros und die Unterbrechung venezolanischer Öllieferungen haben die ohnehin schwere Energiekrise Kubas weiter verschärft, die von tagelangen Stromausfällen, Treibstoffmangel und einer massiven wirtschaftlichen Kontraktion geprägt ist.
Quelle: The Axios Show/YouTube (https://t1p.de/vyby0)
Autor: Leon Latozke
Letzte Meldungen
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |


RSS-Feed