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Kuba bestreitet offiziell jegliche Verhandlungen mit den USA, nachdem Präsident Donald Trump öffentlich ein Abkommen gefordert hatte. Präsident Miguel Díaz-Canel betont, dass ein Dialog nur auf Augenhöhe, mit gegenseitigem Respekt und unter Beachtung des Völkerrechts möglich sei.
13.01.2026 07:54 Uhr
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Die kubanische Führung hat nach wiederholten öffentlichen Aufforderungen aus Washington erneut klargestellt, dass es derzeit keine diplomatischen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten gibt. Präsident Miguel Díaz‑Canel widersprach am Montag explizit Aussagen von US‑Präsident Donald Trump, der zuletzt die Regierung in Havanna aufforderte, „einen Deal zu machen, bevor es zu spät ist“. Laut Díaz‑Canel existierten lediglich „technische Kontakte“ im Migrationsbereich, nicht aber substantielle Gespräche über politische oder wirtschaftliche Fragen. Gleichzeitig betonte er, dass ein Dialog nur auf der Basis von souveräner Gleichheit, gegenseitigem Respekt und internationalem Recht möglich sei, nicht unter Bedingungen von Druck, Drohungen oder wirtschaftlicher Erpressung.
Diese Aussagen erfolgen in einem Kontext stark verschärfter Spannungen zwischen Kuba und den USA: In den vergangenen Tagen hat die US‑Regierung nach einem militärischen Schlag gegen die Regierung Venezuelas, bei dem venezolanischer Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde, eindeutig signalisiert, dass Öllieferungen und finanzielle Unterstützung aus Venezuela künftig nicht mehr für Kuba verfügbar seien. Trump wiederholte in sozialen Medien, es werde „keinen Tropfen Öl oder Geld mehr geben – null“, und verband dies mit der Aufforderung an Havanna, sich auf ein Abkommen einzulassen. Aus kubanischer Sicht sind diese US‑Positionen ein Versuch, den Inselstaat zu schwächen und zu isolieren. Außenminister Bruno Rodríguez wiederholte, dass Kuba nicht „sein Land verkaufen oder sich von Drohungen und Erpressung beugen“ werde. Er wies zudem US‑Behauptungen zurück, Venezuela habe Kuba für Sicherheitsdienste mit Geld oder Öl entlohnt. Stattdessen wies Kuba darauf hin, dass bilaterale Vereinbarungen mit Caracas – die medizinische, pädagogische und sicherheitsbezogene Leistungen gegen Erdöl umfassten – auf freiwilliger Basis beruhten. Diese diplomatischen Auseinandersetzungen sind eng verknüpft mit einer sich verschärfenden energetischen und wirtschaftlichen Krise in Kuba. Die Insel war seit Jahren stark von venezolanischem Erdöl abhängig, das im Rahmen eines bilateralen Abkommens geliefert wurde. Die jüngsten Maßnahmen der USA, darunter die Kontrolle über den Verkauf venezolanischen Öls und die Beschlagnahmung sanktionierter Tanker, haben diese Lieferkette stark gestört. Dies trifft Kuba besonders hart: Schon seit Mitte 2024 leidet das Land unter wiederkehrenden Stromausfällen – Resultat veralteter Kraftwerke, fehlender Devisen zur Beschaffung von Treibstoff und einem allgemeinen Mangel an Energieinfrastruktur. Täglich drohen Stromabschaltungen von mehr als 20 Stunden in weiten Teilen des Landes. Im politischen Diskurs in Kuba dient Trumps Aufruf zum „Deal“ den offiziellen Stellen als Argument gegen äußere Einmischung. Díaz‑Canel unterstrich, niemand könne Kuba vorschreiben, wie es zu handeln habe, und wiederholte den Anspruch auf vollständige Unabhängigkeit und nationale Souveränität. Die kubanische Führung plädiert weiterhin für einen Dialog mit Washington – jedoch auf Augenhöhe und ohne Vorbedingungen, die auf Druck oder wirtschaftlicher Erpressung beruhen. Die Spannungen mit den USA haben ohnehin historische Wurzeln. Seit den 1960er Jahren belasten Handels‑ und Embargopolitik sowie gegenseitige Misstrauen die Beziehungen zwischen beiden Staaten. Die aktuelle Eskalation markiert jedoch einen neuen Höhepunkt: Einerseits droht Washington, die ökonomischen Hebel weiter zu nutzen, andererseits signalisiert Havanna Entschlossenheit, sich nicht zu beugen und seine strategischen Allianzen, etwa mit Staaten wie Mexiko oder Russland, jenseits US‑Einfluss zu vertiefen. Wie sich diese Konfrontation entwickelt, bleibt vor dem Hintergrund der tiefen wirtschaftlichen Probleme Kubas und der geopolitischen Neuordnung in Lateinamerika eine zentrale Frage der kommenden Monate.
Quelle: EFE (https://t1p.de/xw3yr)
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