Neues aus Kuba
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03.04.2026 13:00 Uhr
Die deutsche Presse analysiert Trumps Kurs gegenüber Kuba kritisch. Trotz massiven Drucks sehen Medien wie Handelsblatt erhebliche Hürden für einen politischen Wandel – vor allem aufgrund stabiler Eliten und historischer Spannungen.
Abbildung: Foto von AbsolutVision auf Unsplash
Die deutsche Presse analysiert derzeit intensiv die verschärfte Kuba-Politik von Donald Trump und bewertet deren Erfolgsaussichten mit spürbarer Skepsis. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der wachsende Druck der USA angesichts der tiefen Krise in Kuba tatsächlich politische Veränderungen erzwingen kann – oder ob historische und ideologische Faktoren dies verhindern.
Wie das Handelsblatt schreibt, stellt sich zunächst eine grundlegende Frage: „Wie sieht das Leben in Kuba derzeit aus? Und wäre ein Deal mit Trump denkbar, wenn sich die Insel wirtschaftlich öffnet?“ Die wirtschaftliche Lage beschreibt die Zeitung als dramatisch. Seit der Pandemie befinde sich die kubanische Wirtschaft „im freien Fall“. Besonders der Zusammenbruch des Tourismus habe gravierende Folgen hinterlassen, während Infrastrukturprobleme und sinkende Attraktivität als Reiseziel die Lage zusätzlich verschärfen. Das Handelsblatt verweist dabei auf den Ökonomen Omar Everleny Pérez, der die Situation als „mehrfache Krise“ einordnet. „So etwas haben wir noch nie erlebt“, zitiert ihn die Zeitung. Genau diese Schwächephase versuche Washington gezielt auszunutzen. In diesem Zusammenhang hebt das Handelsblatt Aussagen des US-Außenministers hervor, der betont habe: „Die kubanische Wirtschaft muss sich ändern, und das ist nur möglich, wenn sich das Regierungssystem ändert.“ Auf die Frage nach einem angestrebten Systemwechsel habe er unmissverständlich geantwortet: „Ja“. Dennoch sieht das Handelsblatt erhebliche Hindernisse für eine solche Strategie. Kuba unterscheide sich deutlich von anderen Ländern wie Venezuela. „Ein Verrat wie der, der offenbar in Venezuela stattgefunden hat, ist hier undenkbar“, wird Pérez zitiert. Als Gründe nennt die Zeitung den ausgeprägten Nationalstolz der Bevölkerung, den über Jahrzehnte geförderten Antiamerikanismus sowie die Geschlossenheit der politischen Elite. Auch der Tagesspiegel ordnet die aktuelle Entwicklung historisch ein. In dem Beitrag „Der Wunsch nach Rache für die Revolution Castros besteht bis heute“ heißt es, Kuba sei seit der Kubanische Revolution unter Fidel Castro ein „emotional aufgeladener Konflikt“ in den USA geblieben. Laut Tagesspiegel war es für viele amerikanische Konservative „eine Demütigung“, dass sich eine antiimperialistische Revolution in unmittelbarer Nähe der Vereinigten Staaten durchsetzen konnte. Diese historische Erfahrung wirke bis heute nach. „Dieser Wunsch nach Rache besteht bis heute“, schreibt der Tagesspiegel und verweist auf eine politische Logik, nach der Kuba „in seine Schranken gewiesen“ werden müsse. Daraus leite sich die Unterstützung für eine besonders harte und konsequente Politik gegenüber der Insel ab. Zugleich betont der Tagesspiegel, dass Washington nicht ausschließlich auf Eskalation setzt. Trump suche zwar sichtbare Erfolge, denn „die Absetzung des kubanischen Präsidenten wäre ein klares Signal, dass Havanna seinen Forderungen nachkommt“. Gleichzeitig bleibe Stabilität ein zentrales Interesse der USA. Ein direkter militärischer Eingriff sei nicht vorgesehen, auch weil man auf funktionierende staatliche Strukturen vor Ort angewiesen sei. Eine weitere Perspektive liefert die Welt. Unter der Überschrift „Kubas letzter Trumpf – Wie sich Trump im Kampf der Ideologien verkalkuliert hat“ wird argumentiert, dass die US-Regierung zwar konkrete Forderungen stelle – etwa die Freilassung politischer Gefangener und wirtschaftliche Öffnungsschritte im Gegenzug für Sanktionserleichterungen –, bislang jedoch keine Bereitschaft zur Umsetzung auf kubanischer Seite erkennbar sei. Die Welt hebt hervor, dass Kuba trotz wirtschaftlicher Schwäche auf ein bewährtes Mittel zurückgreife: ideologische Mobilisierung. Die Insel nutze ihre Rolle als Gegenpol zu den USA gezielt aus. Der „Kern der Revolution“ basiere auf „Antiamerikanismus und Widerstand gegen Washington“, verbunden mit dem international wirksamen Narrativ eines ungleichen Kampfes – „David gegen Goliath“. Aus Sicht der deutschen Presse ergibt sich daraus ein klares Bild: Die USA erhöhen zwar den Druck erheblich, doch die strukturellen und historischen Voraussetzungen in Kuba erschweren einen politischen Umbruch massiv. Die Kombination aus gefestigter Machtelite, fehlender Opposition und ideologischer Widerstandskraft macht es unwahrscheinlich, dass Trumps Strategie kurzfristig die gewünschten Ergebnisse liefert.
Quelle: DW (https://t1p.de/lth7h)
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