Neues aus Kuba
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Der Hurrikan Melissa hat Kubas Osten schwer getroffen: Über 76.000 Wohnhäuser sind betroffen, darunter knapp 4.750 vollständig zerstört – die Zahlen gelten weiterhin als vorläufig und könnten steigen. Präsident Díaz-Canel sprach von der „härtesten Phase“ der Wiederherstellung, die Zeit benötigen werde. Bisher wurden keine Todesfälle gemeldet, während Strom- und Wasserversorgung weiterhin nur teilweise wiederhergestellt sind.
07.11.2025 08:26 Uhr
Abbildung: Präsident Díaz-Canel in Verteidungsrat 06.11.2025. Screenshot von YouTube
Der intensive Hurrikan Melissa hat in Kubas östlichen Provinzen weitreichende Zerstörungen hinterlassen. Nach vorläufigen, aktualisierten Schadensbilanz. sind 76.689 Wohnungen betroffen, davon 4.743 vollständig zerstört. Präsident Miguel Díaz-Canel betonte während eines live im Fernsehen und bei Facebook übertragenen Treffens des Nationalen Verteidigungsrats, dass diese Zahlen die tatsächlichen Schäden noch unterschätzen: „Jede vorläufige Zahl liegt unter der realen Betroffenheit.“ Die kommenden Wochen werden für die Wiederherstellung der Infrastruktur besonders herausfordernd.
Melissa traf in der Nacht des 29. Oktober mit Kategorie 3 der Saffir-Simpson-Skala auf Land und wütete etwa sieben Stunden über die Provinzen Granma, Santiago de Cuba, Holguín, Las Tunas und Guantánamo. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h, starken Regenfällen und einer schweren Sturmflut wurden Straßen, Brücken und landwirtschaftliche Flächen erheblich beschädigt. Viele Gemeinden standen unter Wasser – in einigen Gebieten zum ersten Mal. Die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung sei der „komplexeste“ Schaden, da die Versorgung stark von der Elektrizität abhängt; in einigen Regionen werde Wasser derzeit mit Tanklastwagen geliefert. Die Schutzmaßnahmen vor dem Sturm waren umfangreich: 1.312.000 Menschen wurden gesichert, darunter 69.870 in staatlichen Einrichtungen und rund 933.000 bei Verwandten, Freunden oder Nachbarn. Aktuell befinden sich noch über 54.000 Menschen unter Schutz, davon 7.500 in staatlichen Unterkünften. Díaz-Canel wies auf die Herausforderung der kommenden Wochen hin: „Jetzt beginnt die härteste Phase.“ Die Schäden an Wohngebäuden gliedern sich in unterschiedliche Schweregrade: 10.311 Wohnungen erlitten teilweise Schäden, 12.056 verloren ihre Dächer komplett, 47.753 Häuser wurden teilweise beschädigt, wovon bisher 2.190 bereits instandgesetzt wurden. Auch die Infrastruktur zeigt Defizite: Der Stromdienst ist zu 64 % wiederhergestellt, die Mobilfunknetze funktionieren vollständig, das Festnetz zu über 70 %. Die Landwirtschaft verzeichnet Verluste auf 47.833 Hektar. Die internationale Hilfe kam schnell und vielfältig: Deutschland, Norwegen, Kanada, Venezuela, Kolumbien und Indien leisteten Unterstützung in Form von Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischer Ausstattung. Ein mobiles Krankenhaus aus Indien soll sofort in die betroffenen Regionen geschickt werden. Vizepremier und Außenhandelsminister Óscar Pérez Oliva hob die internationale Solidarität hervor: „Die Reaktion war unmittelbar, die Länder und Organisationen zeigen große Vielfalt in ihrer Unterstützung.“ Trotz der erheblichen materiellen Schäden meldeten die Behörden bisher keine Todesfälle. Díaz-Canel unterstrich die Herausforderung der kommenden Wochen: „Aufgrund des Ausmaßes der Schäden wird die Erholung Zeit benötigen.“ Melissa reiht sich in eine Serie von Naturkatastrophen ein, die den Osten Kubas regelmäßig treffen. Die enormen Schäden verdeutlichen die Verwundbarkeit der Region gegenüber Extremwetterereignissen und unterstreichen die Bedeutung internationaler Hilfe bei der Bewältigung solcher Krisen.
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