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Mexiko hat am mehr als 800 Tonnen Hilfsgüter nach Kuba entsandt. Die Lieferung umfasst Lebensmittel und Hygieneartikel und wurde mit zwei Marineschiffen von Veracruz aus verschifft. Während Mexiko humanitäre Motive betont, erfolgt die Aktion vor dem Hintergrund ausgesetzter Öltransporte und möglicher wirtschaftlicher Konsequenzen durch die USA.
09.02.2026 12:45 Uhr
Abbildung: The Mexican Navy amphibious ship Papaloapan (P-411) U.S. Navy photo by Jeremy L. Grisham, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Mexiko hat umfangreiche Hilfslieferungen nach Kuba auf den Weg gebracht. Nach Angaben des mexikanischen Außenministeriums wurden am Sonntag (8.) mehr als 814 Tonnen Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs verschifft. Die Regierung bezeichnet die Lieferung als humanitäre Hilfe und verweist auf die traditionell engen Beziehungen zu Kuba. Der Schritt erfolgt in einer politisch und wirtschaftlich sensiblen Phase, die auch von den Beziehungen Mexikos zu den Vereinigten Staaten geprägt ist.
Der Transport der Hilfsgüter erfolgt über zwei Logistikschiffe der mexikanischen Marine. Die „Papaloapan“ lief um 8.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr GMT) vom Hafen Veracruz aus, das zweite Schiff, die „Isla Holbox“, folgte um 12.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr GMT). Die Überfahrt nach Kuba soll nach offiziellen Angaben rund vier Tage dauern. Sämtliche Güter wurden zuvor im Hafenbereich der staatlichen Hafenverwaltung Asipona in Veracruz zusammengeführt und stammen aus der zentralen Marineregion Mexikos. Den größeren Teil der Lieferung transportiert die „Papaloapan“. An Bord befinden sich rund 536 Tonnen Lebensmittel und Hygieneartikel. Geliefert werden unter anderem flüssige Milch, Fleischprodukte, Kekse, Bohnen, Reis, Thunfisch in Wasser, Sardinen sowie Pflanzenöl. Ergänzt wird die Ladung durch Waren zur persönlichen Hygiene. Die „Isla Holbox“ bringt zusätzlich etwas mehr als 277 Tonnen Milchpulver nach Kuba, das nach Angaben der mexikanischen Regierung für die Grundversorgung vorgesehen ist. Nach Darstellung des Außenministeriums ist die aktuelle Lieferung nicht abgeschlossen. Demnach stehen weitere mehr als 1.500 Tonnen Milchpulver und Bohnen bereit, die zu einem späteren Zeitpunkt nach Kuba transportiert werden sollen. Die Hilfe erfolge auf Bitte der kubanischen Seite und sei ausdrücklich humanitärer Natur, hieß es. Zugleich betont Mexiko, damit eine lange Tradition solidarischer Unterstützung innerhalb Lateinamerikas fortzusetzen. Der Zeitpunkt der Lieferung ist politisch bedeutsam. In den vergangenen Tagen hatte Mexiko eingeräumt, seine Öllieferungen nach Kuba vorübergehend eingeschränkt zu haben, um mögliche Strafmaßnahmen der USA zu vermeiden. Zuvor hatte der Direktor des staatlichen Ölkonzerns Pemex erklärt, Mexiko habe im Jahr 2025 Erdöl im Wert von 496 Millionen US-Dollar an Kuba geliefert. Trotz der Zurückhaltung bei Energieexporten wolle Mexiko humanitäre Hilfe weiterhin leisten. Die Entscheidung für den aktuellen Transport geht auf eine Anweisung von Präsidentin Claudia Sheinbaum zurück. Sie hatte am 6. Februar während einer Pressekonferenz angekündigt, Kuba kurzfristig vor allem mit Lebensmitteln und weiteren angefragten Gütern unterstützen zu wollen. Zugleich zeigte sie sich überzeugt, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern trotz der Kritik aus Washington fortgeführt werden könnten. Mit der Lieferung unterstreicht Mexiko seinen Anspruch, humanitäre Unterstützung unabhängig von geopolitischen Spannungen zu gewähren. Für Kuba kommen die Güter in einer angespannten Versorgungslage an, während Mexiko versucht, den Balanceakt zwischen regionaler Solidarität und internationalem Druck aufrechtzuerhalten.
Quelle: EFE (https://t1p.de/tqunv)
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