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Der Osten Kubas steht Tage nach dem Durchzug von Hurrikan Melissa weiterhin unter Wasser. Besonders die Provinzen Granma und Santiago de Cuba sind schwer getroffen, wie die Vereinten Nation melden. Ganze Ortschaften wurden zerstört, Zehntausende Menschen verloren ihre Häuser, Strom- und Wasserversorgung sind weitgehend zusammengebrochen.
04.11.2025 05:00 Uhr
Abbild: Gemeinden mit den schlimmsten Überschwemmungen Quelle: ReliefWeb.
Vier Tage nach dem Durchzug des Hurrikans Melissa bietet sich im Osten Kubas ein Bild massiver Verwüstung. Besonders die Provinzen Granma, Santiago de Cuba, Holguín und Guantánamo sind schwer betroffen. Ganze Ortschaften stehen unter Wasser, Straßen und Brücken wurden zerstört, und die Zahl der beschädigten oder zerstörten Häuser dürfte deutlich höher liegen, wie die Vereinten Nationen jetzt in Ihrem aktuellsten Situation Report meldeten.
In der Bergregion von Santiago de Cuba sind demnach mehrere Gemeinden weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Der Einsturz der Uvero-Brücke und überflutete Bahnstrecken erschweren Hilfsmaßnahmen erheblich. Bislang wurden mehr als 4.000 Menschen in über 400 Rettungsaktionen evakuiert. Rund 25.000 Personen befinden sich weiterhin in Notunterkünften, viele davon in Schulgebäuden, die selbst beschädigt sind. Die Infrastruktur liegt in weiten Teilen lahm. Strom-, Telekommunikations- und Wasserversorgung sind vielerorts unterbrochen, was den Zugang zu Informationen und sauberem Wasser erschwert. Über 80 Stauseen im Land haben fast ihre maximale Kapazität erreicht – ein Umstand, der zwar die Trockenheit im Osten lindert, zugleich aber das Risiko weiterer Überschwemmungen erhöht. Auch das Gesundheitssystem ist stark beeinträchtigt. 287 medizinische Einrichtungen, darunter mehrere Krankenhäuser, melden Schäden an Dächern, Wänden und technischer Ausstattung. Der Ausfall von Strom und Wasser gefährdet die Versorgung, insbesondere von Schwangeren und Kindern. Im Agrarsektor sind die Verluste gravierend. Auf über 40.000 Hektar wurden Bananen-, Maniok-, Mais-, Süßkartoffel-, Gemüse- und Kaffeeplantagen zerstört. Mehr als 40 Prozent der Gemüseproduktion seien betroffen, heißt es in dem Bericht der Vereinten Nationen. Auch die Fischerei verzeichnet erhebliche Schäden: Boote, Sammelstellen und Lagerhäuser wurden zerstört. Damit verlieren viele Familien ihre wirtschaftliche Grundlage. Die Bildungsinfrastruktur wurde ebenfalls stark beschädigt. Etwa 600 Schulen in 29 betroffenen Gemeinden sind unbenutzbar. Über 670.000 Schülerinnen und Schüler, darunter 8.500 Kinder mit Behinderung, können derzeit keinen Unterricht besuchen. Neben Bildungs- und Wohngebäuden wurden auch 25 Kulturzentren teilweise zerstört oder überflutet. Die kubanische Regierung konzentriert ihre Bemühungen auf Aufräumarbeiten, Wiederherstellung der Grundversorgung und sanitäre Maßnahmen. Notstromaggregate sichern den Betrieb lebenswichtiger Einrichtungen. Familien mit zerstörten Häusern erhalten staatliche Zuschüsse und Kredite für den Wiederaufbau. In der Provinz Holguín wurden zudem psychologische Hilfsteams entsandt, um Betroffene zu unterstützen. Auch die internationale Hilfe hat eingesetzt. China, Kolumbien, Venezuela und Mexiko haben erste Hilfslieferungen geschickt, weitere Länder kündigten Unterstützung an. Mexiko lieferte Konserven, vietnamesische und spanische Unternehmen stellten Sachspenden bereit. Die Vereinten Nationen koordinieren ihre Unterstützung eng mit den kubanischen Behörden. Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) hat 1.600 Dachplatten und 3.965 Planen zur Verfügung gestellt. UNICEF lieferte 11,5 Tonnen medizinisches Material, darunter Moskitonetze, Rehydrationslösungen und Hygienesets. Zwei mobile Wasseraufbereitungsanlagen versorgen täglich bis zu 16.000 Menschen. Das Welternährungsprogramm (WFP) stellt Lebensmittel für rund 180.000 Betroffene bereit. PAHO/WHO entsandte medizinische Geräte und Generatoren, während die FAO Saatgut und Planen für den Schutz von Feldern und Unterkünften lieferte. Die Vereinten Nationen arbeiten derzeit an einem Aktionsplan für die humanitäre Nothilfe, der sich auf sechs Schwerpunkte konzentriert: Wasser und Hygiene, Unterkunft, Bildung, Logistik, Gesundheit sowie Ernährungssicherheit. Damit soll die internationale Unterstützung für den Wiederaufbau in Kuba koordiniert und ausgeweitet werden.
Quelle: ReliefWeb (https://t1p.de/wyqzy)
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Text: Leon Latozke
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