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Nach Hurrikan Melissa benötigt rund ein Zehntel der kubanischen Bevölkerung humanitäre Hilfe. Das Welternährungsprogramm liefert bereits Lebensmittel und medizinische Versorgung, weitere Hilfen sind geplant. Besonders betroffen sind die Provinzen Granma, Santiago de Cuba, Guantánamo und Holguín.
31.11.2025 08:52 Uhr
Nach dem Durchzug des Hurrikans Melissa im Osten Kubas schätzt das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen, dass etwa 700.000 Menschen, mehr als sieben Prozent der Bevölkerung, dringend humanitäre Unterstützung benötigen. Laut den vorläufigen Berechnungen des WFP wird die Hälfte dieser Betroffenen voraussichtlich für drei Monate, der Rest für bis zu sechs Monate auf Hilfe angewiesen sein.
Erste Hilfslieferungen sind bereits vor Ort: 617 Tonnen Reis, Hülsenfrüchte und Öl wurden im Rahmen des UN-Aktionsplans für Notfälle in Kuba bereitgestellt. Dieser Plan sah den möglichen Durchzug eines Hurrikans vor und wurde gezielt zur Unterstützung der vom Sturm betroffenen Gebiete aktiviert. In den kommenden Tagen sollen weitere Vorräte aus den Lagerbeständen des WFP in verschiedenen Regionen Kubas in die vier am stärksten betroffenen Provinzen Granma, Santiago de Cuba, Guantánamo und Holguín transportiert werden, insbesondere in die rund zwanzig besonders schwer beschädigten Gemeinden. Für die Umsetzung der Hilfsmaßnahmen über die nächsten sechs Monate benötigt das WFP bis zu 30 Millionen US-Dollar (rund 25,8 Millionen Euro). Davon entfallen rund 25 Millionen US-Dollar (21,5 Millionen Euro) auf die Bereitstellung grundlegender Lebensmittel. Der WFP-Direktor in Kuba, Etienne Labande, betonte die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden, insbesondere mit der kubanischen Zivilschutzbehörde, die für Katastrophenmanagement zuständig ist. „Dank der sehr engen Kooperation und der Vorbereitungsmaßnahmen können wir bereits den betroffenen Menschen helfen. Der Antizipationsplan zeigt nun seine Wirkung“, erklärte Labande. Neben dem WFP sind weitere UN-Organisationen in Kuba aktiv, darunter UNICEF, die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (OPS/WHO) und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Am Mittwoch trafen 2,6 Tonnen medizinisches Material in Kuba ein, um die medizinische Versorgung der Betroffenen zu sichern. Das kubanische Außenministerium bedankte sich öffentlich bei den UN und der OPS für die „sofortige Reaktion“ auf die Katastrophe. Melissa erreichte Kuba in der Nacht zum Mittwoch als Hurrikan der Kategorie 3 auf der Saffir-Simpson-Skala. Der Sturm zog in etwa sieben Stunden über den östlichen Teil der Insel hinweg und brachte dabei starke Winde, heftige Regenfälle und eine schwere Sturmflut mit sich. Offizielle Schadensberichte der kubanischen Regierung liegen bisher nicht vor, erste Einschätzungen deuten jedoch auf erhebliche Schäden an Wohngebäuden, Infrastruktur und landwirtschaftlichen Flächen hin. Todesopfer wurden bislang nicht gemeldet. Die humanitäre Lage bleibt angespannt, und internationale Hilfe ist entscheidend, um die unmittelbaren Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken und eine langfristige Stabilisierung der betroffenen Regionen zu ermöglichen.
Quellen: WFP (https://t1p.de/nbqhp) , EFE (https://t1p.de/dgf9w)
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Text: Leon Latozke
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