Neues aus Kuba
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01.06.2026 09:00 Uhr
Kubas Bildungssystem ist durch die Energiekrise in akuter Gefahr, Die UNESCO warnt vor der Gefahr für die Zukunft einer gesamten Generation.
Die Bildung einer ganzen Generation in Kuba steht nach Einschätzung der UNESCO wegen der desaströsen Energiekrise auf der Insel auf dem Spiel. Die Direktorin des Regionalbüros der Organisation in Havanna, Anne Lemaistre, warnte am Freitag (29.), dass die Lage den Unterricht massiv beeinträchtige und die Zukunft junger Menschen gefährde. In einer auf sozialen Netzwerken verbreiteten Erklärung betonte Lemaistre, die anhaltenden Stromausfälle erschwerten es Lehrkräften und Schülern gleichermaßen, am Unterricht teilzunehmen und effektiv zu lernen. Dieses Szenario, so die UNESCO-Vertreterin weiter, müsse dringend adressiert werden, da es ansonsten zu langfristigen, nicht wiedergutzumachenden Schäden für die gesellschaftliche Entwicklung des Landes komme.
Hintergrund der dramatischen Zustände ist die sich seit dem Jahr 2024 immer weiter zuspitzende Energiekrise, die durch das von der US-Regierung im Januar verhängte Ölembargo eine zusätzliche, verheerende Verschärfung erfuhr. Die Folgen sind in allen Landesteilen spürbar: Weite Gebiete leiden unter Stromausfällen, die bis zu zwei Tage andauern, und selbst in der Hauptstadt Havanna sind Unterbrechungen von mehr als 24 Stunden inzwischen keine Seltenheit mehr. Die daraus resultierende Lähmung der Wirtschaft hat die Regierung gezwungen, einen Notfallplan für sämtliche Sektoren umzusetzen. Für das Bildungssystem bedeutete dies die Anordnung von Wechselunterricht sowie eine drastische Verkürzung des Schuljahres. Die kubanische Bildungsministerin Naima Trujillo erläuterte im staatlichen Fernsehen die Entscheidung, das Schuljahr um 15 Tage vorzeitig zu beenden. Die Schließung der allgemeinbildenden Schulen erfolge nun zwischen dem 15. und 30. Juni, wobei die Sondereinrichtungen ihre Arbeit bereits in diesem Monat eingestellt hätten. Als Grund führte Trujillo die „völlige Brennstoffknappheit“ an, die eine direkte Folge des US-Ölembargos sei, sowie die damit verbundenen logistischen Unmöglichkeiten. Auch die Hochschulen sind von der Krise massiv betroffen. Das Ministerium für Höhere Bildung gab bekannt, dass das aktuelle akademische Jahr für die meisten Studiengänge bereits Anfang Juli enden werde. Die für den Zugang zu den Universitäten notwendigen Aufnahmeprüfungen seien ersatzlos gestrichen. Stattdessen, so die Behörden, solle die Vergabe der Studienplätze auf Basis des bisherigen Notendurchschnitts der Bewerber erfolgen, eine Maßnahme, die bereits in der Vorwoche vom zuständigen Minister Walter Baluja angekündigt worden war. Der Schritt unterstreicht die beispiellose Zuspitzung der Lage, in der selbst die grundlegende Infrastruktur für den Bildungsbetrieb nicht mehr gewährleistet werden kann.
Quelle: EFE (https://t1p.de/wik)
Autor: Leon Latozke
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