Neues aus Kuba
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Mindestens 15 Protestierende wurden in Kuba zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, nachdem sie gegen monatelange Stromausfälle und Versorgungsengpässe demonstriert hatten. Strom- und Wasserausfälle prägen den Alltag vieler Kubaner, während die Regierung hart gegen öffentliche Unruhen vorgeht.
21.09.2025 07:44 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
In Kuba sind mindestens 15 Demonstranten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, nachdem sie im vergangenen Jahr gegen Strom- und Lebensmittelengpässe protestiert hatten. Der Oberste Volksgerichtshof gab bekannt, dass acht der Angeklagten in Bayamo zu sechs bis neun Jahren Haft verurteilt wurden, fünf weitere zu drei bis fünf Jahren. Zwei Personen erhielten Zwangsarbeit ohne Internierung.
Die Urteile betreffen Proteste vom 17. März 2024 in Santiago de Cuba, Bayamo und Santa Marta. Hunderte Menschen hatten damals wegen wochenlanger Stromausfälle von bis zu 13 Stunden täglich demonstriert – die größten öffentlichen Kundgebungen seit den Unruhen vom 11. Juli 2021. Die Demonstranten standen wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“, „Ungehorsams“ und „Aufforderung zu Straftaten“ vor Gericht. Ausgelöst wurden die Proteste durch anhaltende Versorgungsprobleme. Kuba, mit rund 9,7 Millionen Einwohnern, erlebt seit 2022 wiederkehrende landesweite Stromausfälle. Allein zwischen 2022 und September 2025 kam es zu mindestens sechs größeren Blackouts. Im August 2025 lagen die durchschnittlichen täglichen Stromunterbrechungen bei rund 15 Stunden. Hinzu kommt ein eingeschränkter Wasserzugang: In der Stadt Gibara berichteten Anwohner von über 20 Stunden ohne Strom und mehreren Wochen ohne fließendes Wasser. Die kubanische Regierung macht das seit Jahrzehnten bestehende US-Embargo für die mangelhafte Energieinfrastruktur verantwortlich. Alternde Anlagen und Treibstoffknappheit erschweren die zuverlässige Stromversorgung. Dennoch führt die Dauer und Häufigkeit der Stromausfälle zu wachsendem öffentlichen Unmut. Kleinere Proteste, früher kaum vorstellbar, häufen sich seit 2022. Die sozialen Auswirkungen der Energiekrise sind erheblich. Stromausfälle behindern den Alltag, verschärfen Lebensmittel- und Medikamentenknappheit und zwingen die Bevölkerung zu stundenlangen Warteschlangen. Menschenrechtsorganisationen warnen, dass diese Engpässe das Potenzial haben, die soziale Spannung weiter zu verschärfen. Die kubanische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete allein für die Demonstrationen in Gibara 27 Festnahmen, vier Personen seien noch in Haft. Laritza Diversent, Direktorin der NGO Cubalex, bezeichnete die offiziellen Zahlen als wahrscheinlich unterer Wert: „Die Dunkelziffer der Festgenommenen im Zusammenhang mit Stromausfällen und Protesten dürfte deutlich höher liegen.“ Die harten Urteile spiegeln eine Fortsetzung der repressiven Linie der kubanischen Regierung wider. Bereits 2021 waren nach Massenprotesten Hunderte Demonstranten verurteilt worden, manche zu Haftstrafen von bis zu 25 Jahren. Auch die jüngsten Strafen zeigen, dass öffentliche Unruhen konsequent unterdrückt werden. Die Proteste signalisieren jedoch einen wachsenden Druck auf die kubanische Führung. Viele Kubaner sehen sich mit einem Alltag konfrontiert, der von Energieknappheit, Lebensmittelmangel und unsicherer Wasserversorgung geprägt ist. Die Kombination aus wirtschaftlicher Not und repressiver Politik könnte langfristig die Stabilität des Landes belasten. Die internationale Gemeinschaft, darunter Menschenrechtsorganisationen in den USA und Europa, kritisiert die Urteile. Die kubanische Regierung hält dagegen an ihrer Linie fest: Unruhen werden strafrechtlich verfolgt, die Verantwortung für die Engpässe wird extern, insbesondere dem US-Embargo, zugeschrieben. Die kommenden Monate werden zeigen, ob wirtschaftliche Reformen und Infrastrukturmaßnahmen den wachsenden Unmut der Bevölkerung abfedern können oder ob die Repressionen die soziale Spannung weiter verschärfen. Autor: Leon Latozke
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