Neues aus Kuba
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Neue UN-Daten zeigen das ganze Ausmaß der Zerstörung, die Hurrikan Melissa auf Kuba hinterlassen hat: Über 90.000 Häuser und 100.000 Hektar Anbauflächen wurden beschädigt, Millionen Menschen sind betroffen. Besonders im Osten der Insel kämpfen viele weiterhin mit Stromausfällen und Versorgungsengpässen
12.11.2025 08:00 Uhr
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Der Hurrikan Melissa hat in Kuba weit größere Verwüstungen angerichtet als zunächst angenommen. Nach neuen Schätzungen der Vereinten Nationen wurden mehr als 90.000 Wohnhäuser und rund 100.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche beschädigt. Diese Zahlen, die den Vereinten Nationen zufolge auf aktuellen Erhebungen vor Ort beruhen, bedeuten einen Anstieg von 15 Prozent bei den zerstörten oder beschädigten Häusern und 22 Prozent bei der betroffenen Anbaufläche im Vergleich zu den bisherigen Angaben der kubanischen Behörden.
Eine UN-Delegation, die das Ausmaß der Zerstörung im Osten Kubas untersuchte, sprach von einem „enormen“ Schaden. Melissa war vor zwölf Tagen als Hurrikan der Kategorie 3 über die Insel gezogen und hatte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern sowie Regenmengen von bis zu 400 Millimetern weite Landesteile verwüstet. Besonders betroffen sind die fünf östlichen Provinzen, in denen etwa ein Drittel der Bevölkerung weiterhin ohne Strom ist. Das Nationale Energiesystem (SEN), das bereits zuvor mit gravierenden strukturellen Problemen zu kämpfen hatte, erlitt erneut massive Ausfälle. Neben den Wohngebieten und landwirtschaftlichen Flächen wurden auch die Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen schwer getroffen. Nach offiziellen Angaben erlitten rund 600 medizinische Einrichtungen und über 2.000 Schulen Schäden unterschiedlichen Ausmaßes. Auch Brücken, Straßen, Eisenbahnlinien, Staudämme und Telekommunikationsanlagen wurden teilweise zerstört oder schwer beeinträchtigt. Die Vereinten Nationen beziffern die Zahl der direkt oder indirekt Betroffenen auf 3,5 Millionen Menschen, rund eine Million davon gelten als „schwer betroffen“. Um die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung – insbesondere im Bereich Nahrung, Trinkwasser, Unterkunft und medizinische Versorgung – zu decken, hat die UNO einen Aktionsplan über 74,2 Millionen US-Dollar vorgestellt. Obwohl bislang keine Todesopfer gemeldet wurden, zählt Melissa zu den verheerendsten Stürmen, die Kuba in den vergangenen Jahren getroffen haben. Die Katastrophe verschärft die ohnehin prekäre Lage des Landes, das sich seit über fünf Jahren in einer tiefen wirtschaftlichen Krise befindet. Anhaltende Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff, eine hohe Inflation sowie tägliche Stromausfälle belasten die Bevölkerung. Hinzu kommt eine anhaltende Abwanderungswelle, die vor allem junge Kubaner ins Ausland treibt. Die Regierung in Havanna steht nun vor der Herausforderung, den Wiederaufbau in einem Umfeld knapper Ressourcen zu organisieren. Internationale Hilfe, insbesondere durch die Vereinten Nationen und regionale Partner, könnte dabei entscheidend sein, um die humanitäre Not zu lindern und die Grundversorgung in den betroffenen Gebieten wiederherzustellen.
Quelle: UNO (https://t1p.de/skgte)
Autor: Leon Latozke
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