Neues aus Kuba
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09.06.2026 23:00 Uhr
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Kubas Präsident Díaz-Canel sieht drei Szenarien der USA für sein Land: einen provozierten sozialen Aufstand, einen erzwungenen Dialog zur Übernahme der Wirtschaft oder eine militärische Aggression.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Video. Rechte beim Uploadenden.
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel skizziert in einem Interview mit eldiario.es, drei mögliche Szenarien, die die US-Regierung für die unmittelbare Zukunft seiner Insel parat halte: einen sozialen Aufruhr, einen erzwungenen Dialog zur Übernahme der Wirtschaft oder eine militärische Aggression. In dem Gespräch mit der spanischen Zeitung, dessen Mitschrift die kubanische Regierung am Montag (8.) veröffentlichte, beschrieb Díaz-Canel die wachsende Druckkulisse aus Washington. Diese habe sich in den vergangenen Wochen durch zusätzliche Sanktionen, die Anklage gegen Ex-Präsident Raúl Castro und die latente Gefahr eines möglichen Angriffs noch einmal verschärft.
"Wir bedrohen niemanden", betonte der Staatschef in dem ausführlichen Beitrag. "Doch in der Rhetorik der Sprecher der US-Regierung ist die Aggression gegen Kuba immer präsenter. Diese Rhetorik wird stetig verstärkt." Präsident Donald Trump und seine Regierungsvertreter haben wiederholt einen Regimewechsel in Kuba gefordert, Trump selbst schloss sogar eine "Übernahme" des Landes nicht aus. Kürzlich bezeichnete US-Außenminister Marco Rubio Havanna als "vorgeschobenen Operationsstützpunkt für den globalen irregulären Krieg" gegen amerikanische Interessen. Vor diesem Hintergrund, so Díaz-Canel, setze Washington auf drei Strategien: Erstens eine "wirtschaftliche Abwürgung", um einen "sozialen Aufruhr" zu provozieren. Dieser solle dann unter dem Vorwand humanitärer Hilfe eine Intervention ermöglichen. Die Treibstoffknappheit, ausgelöst durch den Wegfall der Lieferungen aus Venezuela als wichtigstem Versorger und die Drohung zusätzlicher US-Zölle gegen Länder, die indirekt Öl nach Kuba liefern, habe die Krise vertieft und beschleunigt. Die Folgen sind allgegenwärtig: stundenlange Stromausfälle, fehlendes Benzin, Einschränkungen im Gesundheitswesen und bei öffentlichen Dienstleistungen. Das zweite Szenario sei ein "erzwungener Dialog" unter "maximalem Druck", mit dem Ziel, "die kubanische Wirtschaft in Besitz zu nehmen, das Land wirtschaftlich zu besetzen und anschließend einen Systemwechsel herbeizuführen". Dieser Systemwechsel, so der Präsident, bleibe das "große Streben" der USA. Als drittes Szenario nennt Díaz-Canel eine militärische Aggression, auf die sich die Insel vorbereite. "Wir haben das Recht, uns zu verteidigen, uns darauf vorzubereiten, damit es keine Überraschung und keine Niederlage gibt", stellt er klar. In diesem Zusammenhang verwies Díaz-Canel auf das Beispiel von 32 kubanischen Agenten, die bei einem US-Angriff in Caracas am 3. Januar getötet wurden – eine Operation, bei der Präsident Nicolás Maduro festgesetzt wurde. Die Agenten hätten in Venezuela Verteidigungs- und Schutzaufgaben erfüllt und "heldenhaft ihr Leben für ihre Prinzipien gegeben". Wenn 32 Kubaner einer technologisch und zahlenmäßig überlegenen Eliteeinheit der USA widerstehen könnten, "was würden dann erst Millionen von Kubanern tun, die bereit sind, die Revolution, die Souveränität, die Unabhängigkeit und die Selbstbestimmung zu verteidigen?" fragte der Präsident. Ein deutliches Beispiel für diese Haltung lieferte die Regierung im März, als sie dem Liedermacher Silvio Rodríguez ein AKM-Sturmgewehr und eine Nachbildung der Waffe überreichte – als Anerkennung für seine "patriotische Bereitschaft", das Land zu verteidigen. "Wie er werden Millionen Kubaner das Vaterland nicht im Stich lassen", hieß es damals aus der Präsidentschaft. Díaz-Canel sieht eine direkte Verbindung zwischen der aktuellen Lage in Kuba und den Geschehnissen in Venezuela. Er spricht von einem "ideologischen, kulturellen und medialen Krieg". Wie in den vergangenen Monaten wiederholt, bekräftigt Díaz-Canel seine grundsätzliche Dialogbereitschaft mit der Trump-Administration, auch zu Handels- und Kulturfragen. Diese habe jedoch eine klare Grenze: Sie müsse "ohne Druck" und ohne Bedingungen für einen Systemwechsel stattfinden.
Quelle: Presidencia de Cuba (https://t1p.de/n4tkt)
Autor: Leon Latozke
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