Neues aus Kuba
|
13.04.2026 09:00 Uhr
![]()
Zwei demokratische US-Kongressabgeordnete haben nach einem Besuch in Kuba die US-Blockadepolitik scharf kritisiert. Sie bezeichneten die Sanktionen als "grausame Kollektivstrafe" und "Kriegsakt", die zu einer humanitären Krise führen.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Exclusive Interview | U.S. Lawmakers Pramila Jayapal & Jonathan Jackson Speak in Cuba. Rechte beim Uploadenden.
In einem ungewöhnlich deutlichen Vorstoß haben zwei demokratische US-Abgeordnete nach einem Besuch in Havanna die seit Jahrzehnten andauernde Blockadepolitik ihrer Regierung gegenüber Kuba scharf verurteilt und als kontraproduktiv sowie inhuman bezeichnet. Pramila Jayapal aus Washington und Jonathan Jackson aus Illinois beendeten eine fünftägige Reise mit drastischen Worten: In mit einem Interview mit der Journalistin Liz Oliva Fernández verglich Jackson die Sanktionen mit einem „Kriegsakt“, Jayapal sprach von einer „grausamen Kollektivstrafe“, die sich anfühle wie die Bombardierung der Energieinfrastruktur.
Besonders nachhaltig beeindruckt zeigten sich die Parlamentarier vom Besuch auf einer neonatologischen Intensivstation in Havanna, wo sie Frühgeborene in von Stromausfällen bedrohten Inkubatoren sahen. „Es war herzzerreißend“, sagte Jayapal und bezweifelte, dass irgendein Amerikaner solches Leid für kubanische Kinder und Mütter bewusst in Kauf nehmen wolle. Die Abgeordneten schilderten eine fatale Kettenreaktion aus Treibstoffmangel, zusammengebrochener Lebensmittelproduktion, ausgefallenen Wasserpumpen und unterbrochenen Krebstherapien. „Mit der Blockade erwürgen wir das kubanische Volk“, so Jayapals Fazit. Die Reise der beiden Kongressmitglieder, die unter anderem Gespräche mit Präsident Miguel Díaz-Canel, Außenminister Bruno Rodríguez sowie Vertretern der Zivilgesellschaft, von Unternehmen und Dissidenten führte, ist Teil einer wachsenden inneramerikanischen Opposition gegen die bisherige Cuba-Politik. Bereits Anfang des Monats unterzeichneten 52 Demokraten aus Repräsentantenhaus und Senat einen Brief, der die unter Präsident Trump verschärften Restriktionen scharf verurteilt und vor einer Verschlimmerung der humanitären Krise warnt. Sie argumentieren, jahrzehntelanger „maximaler Druck“ habe keinen politischen Wandel bewirkt, beschleunige aber nun den infrastrukturellen Kollaps und treffe die Schwächsten. Parallel dazu wurden im April in beiden Kammern des Kongresses Gesetzesinitiativen eingebracht, die darauf abzielen, die Blockade deutlich zu lockern. Jackson brachte die Forderung nach einem Kurswechsel auf den Punkt: „Wir können mit Russland sprechen, wir können mit China sprechen. Natürlich können wir auch mit Kuba sprechen.“ Jayapal ergänzte, nur durch das Erzählen der Geschichten der Leidenden würden die Amerikaner verstehen, dass Sanktionen in erster Linie einfache Menschen träfen, nicht Regierungen. Ob diese Appelle im tief gespaltenen US-Kongress Gehör finden, bleibt jedoch ungewiss.
Quelle: Belly of the Beat/YouTube (https://t1p.de/l4iii)
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |

RSS-Feed