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03.10.2026 13:00 Uhr
In der Provinz Camagüey ist eine neue Lieferung US-finanzierter Hilfsgüter gelandet. 700 Pakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln sollen an bedürftige Familien in Lugareño und Nuevitas gehen, verteilt von der katholischen Caritas.
Abbildung: 100 Millionen Dollar für Kuba: Jetzt ist Camagüey dran (Symbolbild, KI-generiert)
Eine weitere Lieferung US-finanzierter Hilfsgüter ist in Kuba eingetroffen. Am Donnerstag (1.), landete die Fracht auf dem Internationalen Flughafen Ignacio Agramonte in der Provinz Camagüey. Die ersten 700 Pakete sollen an Familien in Lugareño und Nuevitas im Norden der Provinz gehen. In Empfang genommen wurde die Lieferung vom Erzbischof von Camagüey, Wilfredo Pino Estévez, und von María Rosa Rodríguez Aguilar, der Leiterin der Diözesan-Caritas. Nach Angaben der katholischen Hilfsorganisation seien Annahme und Entladung zügig und sicher verlaufen, unterstützt von den Flughafenbehörden. Die Verteilung solle in den folgenden Tagen beginnen.
Die Übergabe an die Empfänger übernehmen Pastoralteams und Freiwillige der Caritas, die nach Angaben der Organisation vorab geschult wurden. In Lugareño hatte das Team für institutionelle Bildung der Caritas Camagüey bereits Mitte September einen Orientierungsworkshop abgehalten. Die begünstigten Haushalte seien zuvor durch Bedarfserhebungen ermittelt worden. Wer die Pakete erhält Vorrang haben nach Darstellung der Caritas allein lebende ältere Menschen, Schwangere und stillende Mütter mit Risikofaktoren, Kinder unter fünf Jahren sowie Menschen mit Behinderung oder bettlägerige Personen, die auf Hilfe angewiesen sind. Als zentrale Auswahlkriterien nennt die Organisation Ernährungsunsicherheit und erschwerten Zugang zu Wasser. Die Pakete enthalten Grundnahrungsmittel wie Reis, Bohnen, Speiseöl, Zucker, Salz, Spaghetti, Sardinen und Thunfisch, dazu Seife, Waschmittel, Zahnpasta, Zahnbürsten und weitere Hygieneartikel. Das 100-Millionen-Programm Die Lieferung ist Teil eines US-Hilfsprogramms über 100 Millionen Dollar. Davon sollen 60 Millionen über die katholische Kirche fließen, die übrigen 40 Millionen an Nichtregierungsorganisationen, die Washington als vertrauenswürdig einstuft; das US-Außenministerium hatte das Angebot am 13. Mai öffentlich gemacht. Die Abwicklung auf kirchlicher Seite übernimmt Caritas Cuba gemeinsam mit Catholic Relief Services (CRS), dem Hilfswerk der US-Bischofskonferenz. Den ersten Hilfsflug aus diesem Paket schickte Washington am 21. Juli; er enthielt Lebensmittel- und Hygienesets für bis zu 700 Familien. Zuvor hatten die USA bereits rund neun Millionen Dollar an Hilfe bereitgestellt, die über die katholische Kirche verteilt wurde. Diese frühere Tranche galt vor allem den Opfern des Hurrikans Melissa im Osten der Insel. Die erste Verteilung im Rahmen des neuen Programms begann in den an Havanna grenzenden Gemeinden Bejucal und Alquízar. Ausweitung auf fünf Provinzen Nach einem Treffen zwischen dem US-Geschäftsträger in Havanna, Mike Hammer, und der Direktorin von Caritas Cuba, Carmen María Nodal Martínez, kündigte die US-Botschaft Lieferungen nach Camagüey, Ciego de Ávila, Cienfuegos, Matanzas und Pinar del Río an. In Cienfuegos traf am 17. September eine Sendung mit 700 Lebensmittel- und 700 Hygienepaketen ein; sie enthielt zusätzlich Tabletten zur Wasseraufbereitung, Behälter und wiederaufladbare Lampen. Auch die Diözese Santa Clara erhielt 700 Pakete, die über die Pfarrgemeinden verteilt werden. Camagüey reiht sich damit in die Liste der Provinzen ein, die bereits beliefert wurden. Politischer Streit um die Hilfe Das Programm ist politisch umstritten. Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla hatte das Angebot im Mai noch als Fabel bezeichnet, von der in Kuba niemand etwas wisse. Wenig später erklärte die Regierung in Havanna, sie lehne ausländische Hilfe grundsätzlich nicht ab, verlangte aber Klarheit über die Bedingungen und eine Initiative ohne politische Manöver. Präsident Miguel Díaz-Canel schrieb, Washington werde keine Hindernisse vorfinden, sofern die Hilfe tatsächlich in den angekündigten Summen und nach international anerkannten Regeln geleistet werde. Washington wiederum betont, die Hilfe solle ausdrücklich an den staatlichen Strukturen vorbeigehen. Das US-Außenministerium erklärte, die direkte Verteilung durch örtliche Pfarreien schließe eine Abzweigung durch die Regierung aus. Parallel dazu blockieren die USA einen Großteil der Öllieferungen nach Kuba und haben die Finanzsanktionen verschärft. Das kubanische Außenhandelsministerium teilte im Juli mit, bei der Ankunft des ersten Flugs seien Behördenvertreter anwesend gewesen, nannte aber nicht deren Rang. Begrenzte Reichweite Gemessen am Bedarf bleiben die einzelnen Lieferungen klein. CRS hatte angekündigt, mit den Mitteln des Außenministeriums knapp 200.000 Haushalte und damit mehr als eine halbe Million Menschen erreichen zu wollen. Die bisher dokumentierten Einzelsendungen umfassen jeweils rund 700 Familien pro Region. Caritas wandte sich deshalb an Bedürftige, die leer ausgehen, und bat um Verständnis: Dies liege nicht am fehlenden Willen, sondern an objektiv begrenzter Reichweite.
Quellen: Periódico Cubano, Cáritas Camagüey, Directorio Cubano, CubaNet, Reuters, AP, Diario de Cuba, OSV News
Autor: Leon Latozke
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