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Mehr als einen Monat nach dem verheerenden Hurrikan Melissa im Osten Kubas ist die von den USA zugesagte humanitäre Hilfe in Höhe von drei Millionen US-Dollar noch nicht angekommen. Während Cáritas Kuba und internationale Organisationen wie World Central Kitchen Soforthilfe leisten, fehlen weiterhin Trinkwasser, Lebensmittel, medizinische Versorgung und Baumaterialien.
03.12.2025 09:13 Uhr
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Mehr als einen Monat nach dem verheerenden Durchzug des Hurrikans Melissa im Osten Kubas ist die von den Vereinigten Staaten angekündigte humanitäre Hilfe noch immer nicht auf der Insel angekommen. Die US-Regierung hatte über die katholische Hilfsorganisation Cáritas eine Unterstützung von drei Millionen US-Dollar zugesagt, die direkt den am stärksten betroffenen Bevölkerungsteilen zugutekommen sollte. Bislang, so erklärte die Direktorin von Cáritas Kuba, Carmen María Nodal, befinde sich die Hilfe „noch im Prozess“ und sei noch nicht eingetroffen.
Melissa, der im November 2025 als Hurrikan der Kategorie 3 über Kuba zog, hinterließ in den betroffenen Provinzen massive Schäden: Laut offiziellen Angaben wurden über 90.000 Wohnhäuser beschädigt, rund 600 medizinische Einrichtungen und mehr als 2.000 Schulen in Mitleidenschaft gezogen. Zudem fielen etwa 100.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzflächen den extremen Niederschlägen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h zum Opfer. Auch Infrastrukturen für Transport, Telekommunikation, Stromversorgung und Wasserversorgung wurden erheblich beeinträchtigt. Trotz der Schäden gab es offiziellen Angaben zufolge keine Todesopfer. Die humanitären Bedürfnisse der Bevölkerung sind weiterhin dringend: Nodal wies auf fehlendes Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel und medizinische Versorgung hin. Besonders problematisch sei die Versorgung angesichts der aktuellen Arboviren-Epidemie, darunter Dengue und Chikungunya. Dringend notwendig seien zudem Reparaturen von Dächern und die Bereitstellung von Ressourcen für den Anbau von Nahrungsmitteln, um die Ernährungssicherheit in den betroffenen Regionen wiederherzustellen. Während die US-Hilfe auf sich warten lässt, sind andere Akteure aktiv: Cáritas Kuba verteilt bereits Hilfsgüter, die unter anderem von der Erzdiözese Miami gesammelt und per Flugzeug nach Santiago de Cuba gebracht wurden. Weitere Partner sind die Organisation World Central Kitchen des spanischen Kochs José Andrés, die 7.000 Lebensmittelpakete und Küchenausstattung verteilte, sowie die katholische Hilfsorganisation CRS, die 1.625 Zelte für Familien bereitstellte. Auch multilaterale Organisationen, die Rote Kreuz-Bewegung und Staaten wie China, Venezuela, Spanien, Kolumbien, Südkorea und Mexiko haben Hilfslieferungen nach Kuba geschickt. Die Vereinten Nationen haben einen Aktionsplan in Höhe von 74,2 Millionen US-Dollar vorgelegt, um rund eine Million Menschen – etwa zehn Prozent der kubanischen Bevölkerung – zu unterstützen. Dennoch bleibt die Situation im Osten Kubas angespannt. Die Verzögerung der US-amerikanischen Hilfe verdeutlicht die Komplexität der internationalen Zusammenarbeit in Katastrophenfällen und verschärft den Druck auf lokale und internationale Hilfsorganisationen, die unmittelbaren Bedarf zu decken.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/pq58m)
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Text: Leon Latozke
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