Neues aus Kuba
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Die von Hurrikan Melissa im Oktober schwer getroffenen Regionen Kubas erhalten erstmals US-Hilfe. Lebensmittel, Hygieneartikel, Trinkwasser und Haushaltsgüter sind am Flughafen Holguín eingetroffen. Die Unterstützung richtet sich an tausende Familien in den östlichen Provinzen, während der kubanische Staat bei der Verteilung nicht einbezogen wird.
15.01.2026 07:00 Uhr
Die humanitäre Hilfe der Vereinigten Staaten für die von Hurrikan Melissa betroffenen Regionen Kubas ist am Mittwoch im Osten der Insel eingetroffen. Die Organisation Cáritas kündigte an, die Hilfsgüter gemeinsam mit der US-amerikanischen Catholic Relief Services (CRS) und unter Mitwirkung von Cáritas Deutschland zu verteilen. Die Unterstützung soll direkt an die Bevölkerung übergeben und kostenlos abgegeben werden.
Die ersten Lieferungen landeten am Flughafen Holguín. Das US-Außenministerium hatte zuvor den Start eines Flugzeugs aus Miami angekündigt, das Lebensmittel und Haushaltsprodukte für rund 1.000 Familien transportiert. Ein zweites Flugzeug soll am Freitag von Florida nach Santiago de Cuba starten. Insgesamt umfasst die aktuelle Lieferung jeweils 525 Lebensmittelpakete, 650 Hygiene-Kits und Trinkwasser. Weitere Hilfsgüter sollen in den kommenden Wochen auf dem Seeweg ankommen und bis zu 6.000 Familien in den östlichen Diözesen Holguín-Las Tunas, Bayamo-Manzanillo, Santiago de Cuba und Guantánamo-Baracoa erreichen. US-Senator Marco Rubio betonte, dass die Vereinigten Staaten eng mit der katholischen Kirche zusammenarbeiteten, um sicherzustellen, dass die Hilfe direkt der Bevölkerung zugutekommt und nicht der kubanischen Regierung. Die Unterstützung umfasst Grundnahrungsmittel wie Reis, Bohnen, Zucker und Öl sowie Trinkwasseraufbereitungstabletten, Kochausstattung, Decken und Taschenlampen. Hurrikan Melissa war der stärkste Wirbelsturm der Atlantiksaison 2025 und traf Ende Oktober zunächst auf Jamaica als Kategorie-5-Sturm. Insgesamt forderte er mehr als 100 Todesopfer in Jamaika, Haiti, der Dominikanischen Republik und Panama. In Kuba meldeten die Behörden Schäden an über 90.000 Wohnungen, rund 600 staatlichen Gesundheitseinrichtungen, mehr als 2.000 Schulen sowie großflächige Zerstörungen von Infrastruktur, Landwirtschaft, Transport- und Energieversorgung. Offizielle Angaben zu Todesopfern in Kuba liegen bislang nicht vor. Die US-Hilfe für die vom Hurrikan betroffenen Länder beläuft sich nach Angaben des Außenministeriums auf insgesamt 37 Millionen US-Dollar. In Kuba erfolgt die Unterstützung bewusst über die Kirche, um die direkte Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, ohne dass die Regierung von Präsident Miguel Díaz-Canel involviert wird. Cáritas betonte, dass die humanitäre Hilfe „direkt von Hand zu Hand“ übergeben werde, um die Bedürftigen ohne bürokratische Verzögerungen zu erreichen. Damit reagiert die internationale Gemeinschaft auf eine der schwersten Naturkatastrophen der vergangenen Jahre in der Karibik und auf die besonders stark betroffenen östlichen Regionen Kubas.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/5gpua)
Autor: Leon Latozke
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