Neues aus Kuba
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26.03.2026 08:00 Uhr
Rechte Medien in den USA und im spanischsprachigen Raum rufen offen zu militärischer Intervention oder US-geführtem Regierungswechsel in Kuba auf. Podcaster, Streamer und Fox-News-Kommentatoren diskutieren die Möglichkeit, Kuba unter US-Kontrolle zu bringen.
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In Teilen der rechten Medienlandschaft der USA und des spanischsprachigen Raums wird zunehmend offen über eine mögliche militärische Intervention der Vereinigten Staaten oder einen US‑gestützten Regimewechsel in Kuba diskutiert. Hintergrund sind verschärfte Spannungen zwischen Washington und Havanna nach einer Reihe von politischen und wirtschaftlichen Eskalationen, darunter auch Maßnahmen im Zusammenhang mit Venezuela – einem langjährigen Verbündeten Kubas. Während konservative Radiosendungen und Online‑Formate in spanischer Sprache seit Monaten Interventionen propagieren, unterstützen auch prominente US‑amerikanische Stimmen den harten Kurs gegen Kuba und sprechen wiederholt von strategischen Zielen in der Region.
Präsident Donald Trump hat sich wiederholt öffentlich dazu geäußert, Kuba in den Fokus der US‑Außenpolitik zu stellen. Am 16. März erklärte Trump, er glaube, er werde „die Ehre haben, Kuba auf irgendeine Weise zu übernehmen“ – eine Formulierung, die sowohl bei Unterstützern als auch bei Kritikern Besorgnis ausgelöst hat. Trump bezeichnete Kuba als „sehr geschwächte Nation“ im Zuge einer ernsten Energie‑ und Wirtschaftskrise, in der das Stromnetz komplett zusammengebrochen ist. Die Krise hängt auch mit einem von den USA verhängten de facto Öl‑Blockade zusammen, nachdem Washington die Versorgung aus Venezuela abrupt stoppte und zudem Sanktionen gegen Länder androhte, die Treibstoff an Kuba liefern wollen. Trotz der harschen Rhetorik gibt es auch diplomatische Initiativen zwischen beiden Staaten. Trump erklärte am 15. März, dass Kuba „ebenfalls einen Deal wolle“ und dass man entweder bald eine Einigung erzielen oder tun müsse, „was nötig ist“. Zugleich sagte er, man wolle zuerst den Konflikt mit Iran angehen, bevor ein Abkommen mit Kuba anstehe. Kubanische Regierungsvertreter bestätigten Gespräche mit US‑Offiziellen, in denen sie ihre Offenheit für wirtschaftliche Beziehungen mit US‑Unternehmen signalisierten. US‑Politiker wie Außenminister Marco Rubio halten diese Angebote jedoch nicht für ausreichend weitreichend. Spanisch‑sprachige rechte Stimmen drängen auf Intervention In den spanischsprachigen konservativen Medien wächst der Druck auf die USA, militärisch in Kuba einzugreifen oder einen Regimewechsel herbeizuführen. Persönlichkeiten wie der argentinische YouTuber Agustín Laje betonen, dass Kuba nach Ansicht dieser Stimmen eine einmalige Gelegenheit für die USA sei, das Castro-Regime endgültig zu stürzen und die „Befreiung des kubanischen Volkes“ zu erreichen. Laje argumentiert, dass Kuba nach Iran der nächste Schwerpunkt der Trump-Administration sein sollte, um eine „historische Veränderung“ in der Region herbeizuführen. Auch auf Voz News, einer Plattform für spanischsprachige konservative Kommentare, bewertet der politische Analyst Diego Loyo Kuba als das Land, in dem die USA militärisch am leichtesten intervenieren könnten. Loyo verweist auf die strategische Lage Kubas, die Nähe zu den USA und die wirtschaftliche Schwäche des Landes infolge der Blackouts und Blockaden. Er betont, dass das US-Militär über die „größte Kapazität“ verfüge, gezielte Operationen gegen das kubanische Regime durchzuführen. Andere konservative spanischsprachige Kommentatoren wie Jorge Martínez, ehemaliger Sprecher des America First Policy Institute, argumentieren, dass ein entschlossenes Vorgehen gegen Kuba „jetzt erfolgen muss, um größere Konflikte in der Zukunft zu vermeiden“. Auf dem YouTube-Format Mucho que Decir warnte er, dass ein Zögern die Chance auf eine friedliche, aber entschlossene Lösung mindern könnte. Weitere Stimmen, wie Agustín Acosta, Moderator bei Cada Tarde, betonen, dass eine militärische Intervention in Kuba öffentlich als humanitäre Maßnahme dargestellt werden könnte, sollte die Regierung die Bevölkerung unterdrücken. Acosta erklärt, dass der Einsatz von Gewalt im Fall extremer Repression „gerechtfertigt“ sei, und verweist auf Parallelen zu iranischen Demonstrationen. Gleichzeitig betont er, dass ein direkter Bodeneinsatz amerikanischer Soldaten vermutlich nicht notwendig sei, ähnlich wie in Venezuela. Englischsprachige Stimmen: Von „Invasion“ bis US‑Territorium Auch in englischsprachigen rechten US-Medien wird offen über eine militärische Aktion gegen Kuba diskutiert. Podcaster Benny Johnson erklärte in einer Werbepause seiner Show: „Ich bin hier für die Invasion Kubas“ und kündigte an, an einer „Bay of Pigs 2.0“ teilnehmen zu wollen. Johnson begründet seine Haltung damit, dass Kuba „ein gescheitertes Land ist, direkt vor unserer Küste liegt und potenziell eine Gefahr für die USA darstellt.“ Streamer Zach Hoyt, bekannt unter dem Online-Pseudonym Asmongold, schlug vor, Kuba in ein US-Territorium zu verwandeln. Hoyt bezeichnete die Möglichkeit, Länder wie Grönland, Venezuela oder Iran zu beeinflussen, als eine Gelegenheit, ein „amerikanisches Imperium“ auszubauen. Er argumentiert, dass eine direkte Kontrolle über Kuba eine logische Fortsetzung der US-Außenpolitik in der Region darstelle und als strategisches Asset dienen könne. Podcaster Brandon Aceto vom PBD Podcast merkte an, dass kubanisch-amerikanische Gemeinschaften in den USA eine US-Intervention begrüßen könnten, ähnlich wie bei der venezolanischen Regierung. Aceto betonte, dass ein Eingreifen völkerrechtlich und nach internationalem Präzedenzfall diskutiert werden müsse, die öffentliche Meinung jedoch positiv reagieren könnte. Der weiß-nationalistische Aktivist Nick Fuentes äußerte sich ebenfalls zu Interventionen in Kuba und anderen lateinamerikanischen Ländern, wie Venezuela, Panama und Kolumbien, mit dem Ziel, „mehr Territorien unter amerikanische Kontrolle zu bringen“. Fuentes verknüpft damit einen expansiven, imperialistischen Anspruch der USA auf strategische Regionen. Unterstützung aus konservativen Mainstream‑Medien Neben Podcasting- und Streaming-Plattformen befürworten auch konservative Mainstream-Medien eine harte Linie gegenüber Kuba. Fox News-Analyst Jack Keane erklärte, die USA könnten das Regime „zu unserem Willen biegen“, indem sie die wirtschaftliche Krise und Ölknappheit ausnutzen. Dan Hoffman, Kommentator bei Fox News, bezeichnete eine US-geführte Regierungsänderung als „beste Chance, Kuba zu ändern und dem kubanischen Volk zu helfen“. Fox-News-Moderator Brian Kilmeade warnte, das kubanische Regime müsse zwischen Kapitulation oder Flucht wählen, da Trump „keine leeren Drohungen“ ausspreche. Lisa Boothe, Fox-News-Korrespondentin, bezeichnete Kuba zusammen mit Venezuela und Iran als Länder, „die US-Militärintervention erfordern oder erfordern könnten, um Freiheit zu sichern“. Die Berichterstattung verdeutlicht, wie Teile des konservativen Mainstreams militärische Optionen als legitimes Mittel zur Durchsetzung US-amerikanischer Interessen darstellen, und zeigt, wie stark ideologische und geopolitische Interessen die US-Außenpolitik prägen können. Rechte Medien, Podcaster und konservative Kommentatoren propagieren offen militärische Interventionen und einen möglichen Regimewechsel. Die Diskussionen spiegeln nicht nur historische Muster von Interventionismus wider, sondern werfen auch Fragen nach völkerrechtlichen Grenzen, humanitärer Verantwortung und regionaler Stabilität auf. Insgesamt illustriert die Lage Kubas, wie schnell politische Rhetorik, mediale Inszenierung und wirtschaftliche Druckmittel miteinander verschmelzen können, um internationale Entscheidungen zu beeinflussen.
Quelle: Media Matters (https://t1p.de/gfi83)
Autor: Leon Latozke
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