Neues aus Kuba
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28.02.2026 09:15 Uhr
In Kubas führender Kinderkrebs-Klinik stehen Ärzte und Pflegekräfte vor erheblichen Herausforderungen. Die US-Blockade erschwert Versorgung, Stromausfälle und Medikamentenmangel stören Behandlung und Chemotherapiezyklen.
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In der pädiatrischen Abteilung des Instituto Nacional de Oncología y Radiobiología stehen Ärzte und Pflegekräfte täglich vor der Herausforderung, Kinderkrebs unter schwierigen Bedingungen zu behandeln. Jährlich erkranken auf der Insel zwischen 350 und 400 Kinder und Jugendliche an onkologischen Erkrankungen.
Die kubanische Onkologie verzeichnete in der Vergangenheit internationale Erfolge: Bis zu 80 Prozent der erkrankten jingen Patienten überlebten ihre Erkrankung. Aktuell liegt diese Rate bei etwa 65 Prozent. Verantwortlich für den Rückgang sind nicht medizinische Defizite, sondern strukturelle und politische Faktoren, allen voran die anhaltende Blockade der Vereinigten Staaten. Die wirtschaftlichen und energetischen Einschränkungen wirken sich direkt auf die Behandlung aus: veraltete Strahlentherapiegeräte, fehlende Medikamente und instabile Stromversorgung unterbrechen regelmäßig die Chemotherapiezyklen. Die Mediziner sehen sich gezwungen, auf alternative Therapien zurückzugreifen, deren Wirksamkeit nicht immer den Standardtherapien entspricht. Für betroffene Familien bedeutet dies eine erhöhte Belastung. Liset Rodríguez, deren Sohn behandelt wird, berichtet, dass ihr Kind bereits drei verschiedene Medikamente erhalten musste, weil die vorgesehenen Mittel nicht verfügbar waren. Trotz dieser Einschränkungen liegt die Überlebensrate nach wie vor über den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Zielwerten. Die kubanischen Behörden betonen, dass dieser Wert zwar die Widerstandsfähigkeit des Systems zeigt, aber nicht über die bestehenden strukturellen Probleme hinwegtäuschen darf. Eine zentrale Rolle spielen die medizinischen Fachkräfte und Solidaritätsgruppen, die sowohl medizinische Versorgung als auch psychologische Unterstützung leisten. Pflegepersonal und Ärzte tragen so dazu bei, die Kontinuität der Behandlung sicherzustellen. Gleichzeitig wurden organisatorische Maßnahmen wie das neue Transportsystem Transmed eingeführt, um medizinisches Personal trotz eingeschränkter öffentlicher Verkehrsmittel zuverlässig zu den Kliniken zu bringen. Die politische Lage verschärft die Situation zusätzlich. Eine US-Exekutivverordnung vom 29. Januar 2026 erlaubt Sanktionen gegen Länder, die Kuba mit Öl beliefern. Diese Entscheidung wirkt unmittelbar auf die Energieversorgung kubanischer Krankenhäuser, da Kraftstoffknappheit den Betrieb medizinischer Geräte und Infusionspumpen beeinträchtigt. Insgesamt verdeutlicht die Situation in Kubas Kinderonkologie die Spannungsfelder zwischen medizinischer Expertise, organisatorischer Anpassung und geopolitischen Restriktionen. Trotz der reduzierten Überlebensrate gelingt es dem Land weiterhin, Behandlungserfolge zu erzielen, die international anerkannt werden. Die Fortschritte bleiben jedoch fragil und stark von externen Faktoren abhängig.
Quelle: Telesur (https://t1p.de/3jwbz)
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