Neues aus Kuba
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Die US-Sanktionen treffen jetzt auch die Goldförderung in Kuba. Die australische Firma Antilles Gold stoppte den Aktienhandel, nachdem ihr Joint Venture Minera La Victoria auf die US-Blacklist gesetzt wurde.
Die australische Bergbaufirma Antilles Gold hat am Freitag (5.) bei der Börse in Sydney die Aussetzung des Aktienhandels beantragt. Grund ist die Aufnahme ihres kubanischen Joint-Venture-Partners Minera La Victoria in die Sanktionsliste der USA. Das Unternehmen bereitet derzeit eine Mitteilung für seine Aktionäre vor, um die konkreten Auswirkungen der jüngsten US-Maßnahmen zu bewerten. Die Handelsunterbrechung soll maximal bis zum Handelsbeginn am 10. Juni andauern. Minera La Victoria ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das zur Hälfte der kubanischen Staatsfirma GeoMinera und zur anderen Hälfte Antilles Gold gehört. Es erschließt die Gold- und Kupfervorkommen Nueva Sabana in der Provinz Ciego de Ávila sowie La Demajagua auf der Isla de la Juventud.
Der Geschäftsmann William Pitt Wasmer, ein kubanisch-amerikanischer Erbe einer Familie, deren Minen nach der Revolution 1959 enteignet wurden, sieht in diesem Schritt eine weitere Eskalation der Krise des kubanischen Bergbausektors. "Zu den Problemen der Nickel- und Kobaltförderung gesellt sich nun auch die Goldminenindustrie", erklärte er gegenüber 14ymedio. Die Sanktionen träfen Antilles Gold in einer besonders heiklen Phase. Noch einen Tag vor dem Handelsstopp hatte das Unternehmen gemeldet, der Bau der Mine Nueva Sabana schreite planmäßig voran. Das chinesische Unternehmen Xinhai Mining Technology & Equipment arbeite an der Fertigstellung des Konzentrators. Antilles Gold bezeichnete Nueva Sabana als "erste Etappe" der Partnerschaft mit GeoMinera und stellte La Demajagua als zweites Projekt für die Jahre 2027 bis 2028 in Aussicht. Die Geschäftsstruktur zeigt, wie sehr das Vorhaben darauf ausgelegt war, Kubas Risiken zu umgehen. Der Ingenieurs-, Beschaffungs- und Bauvertrag für Nueva Sabana mit Xinhai belief sich auf 29,5 Millionen US-Dollar und deckte rund 85 Prozent der anstehenden Entwicklungskosten. Der chinesische Partner räumte Antilles Gold zudem eine Kreditlinie von 17,1 Millionen US-Dollar ein. Nueva Sabana sollte als relativ kleine, aber schnell produzierende Tagebaumine Gold und Kupfer fördern. Das Unternehmen rechnete damit, dass beide kubanischen Projekte zwischen 2027 und 2037 mehr als 2,5 Milliarden australische Dollar (1,763 Milliarden US-Dollar) an Überschüssen für den Anteil von Antilles Gold erwirtschaften würden. La Demajagua auf der Isla de la Juventud war zudem attraktiv, weil es neben Gold und Silber auch Antimon enthält, ein strategisch wichtiges Mineral für industrielle und militärische Anwendungen. Antilles Gold plante dort die Produktion von Gold- und Arsenkonzentraten sowie Antimonkonzentraten oder -kathoden. Für ein kleines, auf externe Finanzierung angewiesenes Unternehmen, das mit chinesischen Auftragnehmern und internationalen Konzentratkäufern arbeitet, kann die Verbindung zu einem sanktionierten kubanischen Partner ausreichen, um Banken, Versicherer und Investoren abzuschrecken. Pitt Wasmer verweist zudem auf die strukturelle Krise Kubas. Die Dominanz des Staatskonzerns Gaesa im Bergbau erschwere die Lage ebenso wie "die völlige Knappheit an elektrischer Energie und Treibstoffen, die für den Minenbetrieb notwendig sind", so der Experte. Er zieht eine Parallele zum kanadischen Unternehmen Sherritt, das in Moa Nickel und Kobalt abbaut und zudem über Energas an der Erdgasverarbeitung und Stromerzeugung beteiligt ist. "Es scheint, dass nur die Ölförderung weiterläuft, und selbst dort sehen wir erste Schwierigkeiten", warnt Pitt. Er fragt sich, ob Antilles Gold einen ähnlichen Weg wie Sherritt einschlagen wird oder ob das Unternehmen seine geringe Investition einfach aufgibt. Autor: Leon Latozke
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