Neues aus Kuba
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19.06.2026 09:00 Uhr
US-Vizepräsident Vance hat Kuba aufgefordert, seine Politik zu überdenken. Eine bessere Beziehung zu Washington sei möglich, wenn Havanna "intelligente Entscheidungen" treffe.
Der US-Vizepräsident JD Vance hat die kubanischen Behörden eindringlich aufgefordert, „intelligente Entscheidungen“ zu treffen. Die Äußerung fiel am Donnerstag (18.) auf einer Pressekonferenz in Washington, als Vance auf die Frage reagierte, ob Kuba nach der Einigung mit dem Iran das nächste Ziel der Trump-Administration sei. Der Vizepräsident ließ keinen Zweifel daran, dass die USA das sozialistische Karibikland in einer Zangenbewegung aus Wirtschaftsdruck und diplomatischen Forderungen sehen. Kubas Wirtschaftssystem habe „nicht funktioniert“ und sei „wahrscheinlich in einem noch schlechteren Zustand als die iranische Wirtschaft“, erklärte Vance mit ungewöhnlicher Schärfe.
Dass Havanna ausgerechnet am selben Tag ein historisches Paket von 176 Wirtschaftsreformen verabschiedete – darunter die Zulassung privater Banken, die Teilprivatisierung von Staatsunternehmen und massive Erleichterungen für Auslandsinvestitionen –, dürfte in Washington registriert worden sein. Ob Vances Signale und Kubas Reformen Teil eines stillen Dialogs sind oder bloßer Zufall, bleibt offen. Besonders die Migration aus Kuba steht im Fokus der amerikanischen Sorge. Vance erinnerte daran, dass die Insel nur 145 Kilometer vor der Küste Floridas liege. „Jedes Mal, wenn Kuba eine Krise durchlebt, landen bei uns verzweifelte Menschen, die ihre Familien nicht mehr ernähren können“, sagte er. Die USA verfolgten daher ein klares Ziel: „Wir wollen, dass das kubanische Volk glücklich ist und Erfolg hat.“ Derzeit führe man Gespräche mit der Regierung in Havanna darüber, wie diese ihr Verhalten ändern könne, um genau das zu erreichen. „Wir werden sehen, was sie tun, und natürlich, wenn sie das eine tun, werden wir das andere tun. Falls sie intelligente Entscheidungen treffen, werden wir eine viel bessere Beziehung zu dieser Insel haben“, so Vance wörtlich. Die Hintergrundkulisse dieser deutlichen Worte ist die angespannte geopolitische Lage in der Karibik. Nach der Festnahme von Nicolás Maduro in Venezuela verhängte die Trump-Administration ein Ölembargo gegen Kuba und drohte offen damit, die Insel „unter Kontrolle zu bringen“, um wirtschaftliche und politische Veränderungen zu erzwingen. Havanna wiederum hat seine Souveränität verteidigt und Washington vorgeworfen, einen militärischen Angriff vorzubereiten. Vances Vorstoß unterstreicht, dass die diplomatischen Sondierungen zwischen Washington und Havanna zwar laufen, aber unter Hochdruck und mit klaren Machtsignalen versehen sind – ein Drahtseilakt zwischen Wirtschaftskrise, Migrationsdruck und dem amerikanischen Anspruch auf regionale Dominanz.
Quelle: EFE (https://t1p.de/8jl27)
Autor: Leon Latozke
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