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Seit Jahresbeginn hat Kuba mehr als 1.000 Migranten aus den USA und anderen Ländern zurückgenommen. Nun landete erneut ein Flug mit 161 Abgeschobenen in Havanna. Die Rückführungen erfolgen im Rahmen bilateraler Abkommen, während zugleich die Zahl der Ausreisen auf ein Rekordniveau steigt.
29.08.2025 13:39 Uhr
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Kuba hat erneut eine größere Gruppe von Migranten aus den USA zurückgenommen. Am Donnerstag 28.) landete in Havanna ein Flugzeug mit 161 Menschen, die nach Angaben des kubanischen Innenministeriums (MININT) im Rahmen bilateraler Vereinbarungen zwischen Washington und Havanna abgeschoben wurden. Es handelt sich um die achte Rückführungsoperation seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump im Januar 2025.
Unter den Abgeschobenen befanden sich 124 Männer und 37 Frauen. Zwei Rückkehrer werden laut offiziellen Angaben verdächtigt, vor ihrer Ausreise Straftaten begangen zu haben, weshalb gegen sie Ermittlungen eingeleitet wurden. Insgesamt summieren sich die Rückführungen nach Kuba im laufenden Jahr damit auf 33 Operationen, die 1.001 Personen betrafen – die meisten davon aus den Vereinigten Staaten. Die kubanischen Behörden betonen, dass die Rückführungen im Einklang mit den bestehenden Abkommen zwischen beiden Ländern stehen. Zugleich warnten sie erneut vor den Gefahren der illegalen Ausreise, die Migranten häufig über den Seeweg antreten. Kuba bekräftigte sein Bekenntnis zu einer „geordneten, sicheren und regulären Migration“. Grundlage hierfür ist ein seit Jahren bestehendes Abkommen, das vorsieht, dass alle kubanischen Migranten, die über das Meer in die USA gelangen, zurückgeschickt werden. Die Abschiebeflüge waren 2020 eingestellt worden und wurden erst im April 2023 wieder aufgenommen. Seither werden vor allem jene Menschen zurückgeführt, die an der Grenze zu Mexiko aufgegriffen und von den US-Behörden als „nicht zulässig“ eingestuft wurden. Die Dimension des Migrationsdrucks bleibt enorm: Nach Angaben der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) erreichten im Haushaltsjahr 2024, das am 30. September endete, insgesamt 217.615 Kubaner die Vereinigten Staaten. Allein im Oktober, dem ersten Monat des laufenden Fiskaljahres, wurden weitere 8.261 kubanische Migranten registriert. In den vergangenen vier Jahren gelangten mehr als 860.000 Menschen von der Insel in die USA. Auch die Rückführungen aus anderen Ländern der Region haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Während 2024 insgesamt 93 solcher Operationen stattfanden, bei denen 1.384 Menschen zurückgebracht wurden, liegt die Zahl in diesem Jahr bereits jetzt nur leicht darunter – was auf eine steigende Frequenz hindeutet. Hintergrund der massiven Auswanderungsbewegung ist die tiefe wirtschaftliche Krise, in der Kuba seit Jahren steckt. Die Bevölkerung leidet unter akuter Knappheit an Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff. Hinzu kommen eine hohe Inflation, häufige und langanhaltende Stromausfälle sowie die teilweise Dollarisierung der Wirtschaft, die viele Menschen vom Zugang zu Grundversorgung ausschließt. In dieser Gemengelage entscheiden sich immer mehr Kubaner zur Flucht, auch wenn die damit verbundenen Risiken hoch sind und die Rückkehrgefahr wächst.
Quelle: El Diario NY (https://t1p.de/n1n1a)
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Text: Leon Latozke
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