Neues aus Kuba
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Die US-Regierung prüft offenbar eine drastische Verschärfung ihrer Politik gegenüber Kuba. Geplant ist eine mögliche Blockade von Ölimporten, um den sozialistischen Staat wirtschaftlich zu schwächen und einen Regierungswechsel zu erzwingen.
24.01.2026 08:00 Uhr
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump prüft offenbar drastische Maßnahmen gegen Kuba. Laut Berichten von Politico und Reuters erwägt Washington, den Karibikstaat vollständig von Ölimporten abzuschneiden – eine Maßnahme, die weitreichende Folgen für die ohnehin stark angeschlagene Wirtschaft und Energieversorgung Kubas hätte. Die Pläne sollen von Kritikern der kubanischen Regierung innerhalb der Trump-Administration unterstützt und insbesondere von Außenminister Marco Rubio befürwortet werden. Eine endgültige Entscheidung über die Umsetzung der Blockade steht bislang jedoch noch aus.
Hintergrund ist die historische Abhängigkeit Kubas von venezolanischem Öl. Nach dem US-Eingreifen in Venezuela Anfang Januar, bei dem der venezolanische Präsident Nicolás Maduro von US-Spezialeinheiten abgeführt wurde, sind die Lieferungen aus Caracas praktisch zum Erliegen gekommen. Experten warnen, dass ein kompletter Stopp venezolanischer und anderer Öllieferungen katastrophale Folgen für Kuba hätte. Bereits jetzt kommt es regelmäßig zu massiven Stromausfällen, und die Treibstoffversorgung ist stark eingeschränkt. Mexiko könnte nun als Ersatzlieferant in den Fokus geraten. Die mexikanische Regierung prüft laut Reuters, ob sie ihre Öllieferungen an Kuba reduzieren oder einstellen sollte – offenbar unter Druck aus Washington. Die Gespräche zwischen Außenminister Rubio und Mexikos Minister Juan Ramon de la Fuente in Washington diese Woche sollen unter anderem dieses Thema berührt haben, offiziell kommentierte das US-Außenministerium jedoch keine Details zu Kuba. Präsidentin Claudia Sheinbaum betonte öffentlich, die Lieferungen stellten humanitäre Hilfe dar und würden fortgesetzt, doch innerhalb des mexikanischen Kabinetts wachsen Bedenken, dass eine Fortsetzung der Lieferungen das Verhältnis zu den USA belasten könnte. Mexiko versucht aktuell auch, das nordamerikanische Handelsabkommen USMCA neu zu verhandeln und seine Maßnahmen gegen Drogenkartelle gegenüber Washington zu belegen. Für die Trump-Administration würde eine Blockade Kubas die politische und wirtschaftliche Einflussnahme in der Region verdeutlichen. Trump hatte bereits im Januar erklärt, dass kein Öl oder Geld mehr nach Kuba fließen solle. Die Öl-Blockade wird in diesem Kontext als strategisches Mittel gesehen, um einen Regierungswechsel in Havanna zu erzwingen. Analysten betonen, dass ein solcher Schritt das ohnehin fragile Energiesystem des Landes und die Versorgung der Bevölkerung massiv belasten würde. Die kubanische Regierung reagiert bislang defensiv, verweist auf ihre Souveränität und kritisiert die zunehmende Einmischung Washingtons. Beobachter sehen die Pläne als Teil einer größeren Strategie der USA, die politische Ausrichtung in Lateinamerika stärker an Washingtons Interessen zu binden. Während konkrete Schritte noch offen sind, zeigt sich: Kuba steht angesichts ausbleibender venezolanischer Lieferungen und möglicher weiterer Einschränkungen unter zunehmendem Druck.
Quelle: Politico (https://t1p.de/7in1h), REUTERS (https://t1p.de/lxkdn)
Autor: Leon Latozke
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