Neues aus Kuba
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21.04.2026 22:00 Uhr
Bei einem hochrangigen Treffen in Havanna hat die US-Delegation die kubanische Regierung aufgefordert, den Internetzugang über Elon Musks Satellitennetzwerk Starlink zu ermöglichen. Weitere Themen der Gespräche waren US-Forderungen nach wirtschaftlichen Reformen, Entschädigung für enteignetes US-Eigentum, sowie die Freilassung politischer Gefangener.
Abbildung: Symbolbild Starlink )Bildquelle: Tim Reckmann, Starlink Karton, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 2.0)
Die US-Regierung hat Kuba offenbar aufgefordert, den Zugang zum Internet über das Satellitennetzwerk Starlink des Unternehmers Elon Musk zu ermöglichen. Wie ein hochrangiger Beamter des US-Außenministeriums am Dienstag (21.) gegenüber der Nachrichtenagentur EFE erklärte, wurde dieses Anliegen während eines Treffens einer US-Delegation mit kubanischen Regierungsvertretern in Havanna am 10. April vorgebracht.
Demnach verspricht sich Washington von der Nutzung der Starlink-Technologie von SpaceX, dem Internet auf der Karibikinsel, das derzeit unter staatlichem Monopol steht, einen entscheidenden Schub zu verleihen. Der US-Beamte führte aus, die Initiative solle eine kostenlose, zuverlässige und schnelle Verbindung auf der gesamten Insel gewährleisten. Dieses Thema war demnach einer von mehreren Punkten auf der Agenda des Gesprächs, das Teil einer neuen Phase des Dialogs zwischen den langjährigen Kontrahenten zu sein scheint. Die US-Seite nutzte das Treffen jedoch für ein umfassendes politisches und wirtschaftliches Forderungspaket. Nach Informationen von EFE brachten die Vertreter der Regierung von Donald Trump „die Notwendigkeit, dass Kuba Wirtschafts- und Verwaltungsreformen durchführt“ auf den Tisch, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und ausländische Investitionen anzuziehen. Ein weiterer altbekannter Streitpunkt wurde erneut vorgelegt: Vorschläge zur Entschädigung US-amerikanischer Bürger und Konzerne für nach der Revolution von 1959 enteignete Vermögenswerte und Eigentum. Zudem wiederholte Washington seine Forderungen nach der Freilassung politischer Gefangener und der Gewährung „größere politische Freiheiten“. Die US-Delegation äußerte zudem Besorgnis über die angebliche „Präsenz ausländischer Geheimdienste und terroristischer Gruppen“ auf der Insel. Amerikanischen Medien zufolge gehören zu den Inhaftierten, deren Freilassung gefordert wird, die dissidenten Künstler Luis Manuel Otero Alcántara und Maykel Osorbo. Die US-Botschaft wurde dabei in deutlichen Worten vorgetragen. Der Bericht zitiert den Beamten mit der Aussage, Kuba habe nur „ein begrenztes Zeitfenster, um von den USA unterstützte Schlüsselreformen umzusetzen, bevor sich die Lage unwiderruflich verschlechtert“. Präsident Trump sei zwar zu einer diplomatischen Lösung bereit, werde aber nicht zulassen, „dass die Insel zusammenbricht und zu einer Gefahr für die nationale Sicherheit wird“ der Vereinigten Staaten. Die kubanische Regierung hatte das Treffen bereits am Vortag der Berichterstattung gegenüber der offiziellen Zeitung „Granma“ bestätigt. Der für die USA zuständige stellvertretende Generaldirektor im Außenministerium, Alejandro García del Toro, wies jedoch Darstellungen zurück, die von einem Ultimatum Washingtons sprachen. Es seien weder „Fristen“ noch „dringende Aufforderungen“ aufgestellt worden, so der Diplomat. Dieser Dialog findet vor einem Hintergrund massiver wirtschaftlicher Druckmittel statt. Washington hart seit Januar die Öllieferungen nach Kuba blockiert, was eine bereits kritische wirtschaftliche und soziale Lage extrem verschärft hat. Ein interessantes Detail der US-Reise, war ein separates Treffen eines hochrangigen US-Beamten mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro, dem Enkel von Raúl Castro und Großneffen von Fidel Castro. Er gilt als eine Schlüsselfigur in den Dialogen zwischen beiden Ländern. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hatte bereits Mitte März Kontakte zwischen Kuba und den USA bestätigt, Wochen nachdem Trump von Verhandlungen gesprochen hatte. Der Vorschlag, Starlink auf Kuba einzuführen, stellt eine direkte Herausforderung für das staatliche Kommunikationsmonopol dar und könnte, falls umgesetzt, den Informationsfluss auf der Insel revolutionieren. Die US-Initiative verbindet somit ein technologisches Angebot mit einem umfassenden politischen Reformprogramm, während gleichzeitig durch die Energieblockade erheblicher ökonomischer Druck aufrechterhalten wird. Die kubanische Antwort beschränkte sich in der offiziellen Bestätigung des Treffens bisher auf die Abwehr des Ultimatum-Vorwurfs, eine inhaltliche Stellungnahme zu den konkreten Vorschlägen, insbesondere zu Starlink, bleibt jedoch abzuwarten. Die Entwicklung zeigt, wie die US-Regierung unter Trump versucht, in einer Phase extremer wirtschaftlicher Schwierigkeiten Kubas mit einem Mix aus diplomatischen Gesprächen, technologischen Angeboten und harten Sanktionen Bewegung in die festgefahrene Beziehung zu bringen.
Quelle: EFE (https://t1p.de/p71ii)
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