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Die USA haben eine Nothilfe von drei Mio. US‑Dollar für die von Hurrikan Melissa betroffenen Regionen Kubas angekündigt. Die Mittel sollen über die katholische Kirche direkt an die betroffenen Familien verteilt werden, um die kommunistische Regierung zu umgehen.
03.11.2025 07:00 Uhr
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Der Hurrikan Melissa hat in Kuba schwere Verwüstungen angerichtet. Besonders der Osten der Insel ist betroffen: Tausende Menschen mussten evakuiert werden, Häuser wurden beschädigt oder zerstört, Infrastruktur und landwirtschaftliche Flächen stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach Angaben der kubanischen Behörden wurden bislang keine Todesopfer gemeldet, doch mehrere Provinzen leiden unter erheblichen Schäden an Wohnhäusern, Straßen und Ernten.
Jetzt (2.) kündigte die US-Regierung eine Nothilfe in Höhe von drei Mio. US‑Dollar für die Betroffenen in Kuba an. Ziel sei es, die Hilfe direkt über die römisch‑katholische Kirche zu verteilen, um die kommunistische Regierung zu umgehen, wie das US-Außenministerium auf X meldete. Das Außenministerium betonte, dass die USA bereit seien, humanitäre Hilfe „direkt und über lokale Partner“ zu leisten, ohne die kubanische Regierung einzuschalten. Washington steht damit in einer langen Tradition: In der Vergangenheit fungierte die katholische Kirche regelmäßig als Vermittler zwischen den beiden ideologischen Gegnern. Die kubanische Regierung kritisierte das US-Angebot scharf und forderte gleichzeitig die Aufhebung des jahrzehntelangen Wirtschaftsembargos. Ob und in welchem Umfang die Hilfe angenommen wird, hängt von den politischen Entscheidungen Havannas und der Umsetzung vor Ort ab. Bereits am 2. November landeten 20 Tonnen Hilfsgüter der International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) in Santiago de Cuba. Diese enthalten Schlaf- und Hygieneausstattung sowie Werkzeuge und sollen direkt an die besonders schwer getroffenen Familien verteilt werden. Die Naturgewalt hatte in der gesamten Karibik Verwüstungen angerichtet, insbesondere in Jamaika, wo Melissa als Hurrikan der Kategorie 5 auf Land traf. Dort starben nach offiziellen Angaben mindestens 59 Menschen. In Kuba wiederum hat die Regierung über 700.000 Bewohner präventiv evakuiert, um Menschenleben zu schützen. Die Zusage von drei Mio. US‑Dollar zeigt, dass selbst im geopolitisch schwierigen Verhältnis zwischen Washington und Havanna humanitäre Hilfe möglich hat. Für die betroffenen Provinzen im Osten Kubas beginnt nun die akute Phase der Versorgung und der Wiederaufbau. Strom- und Kommunikationsnetze sind vielerorts ausgefallen, landwirtschaftliche Schäden könnten die Ernährungssicherheit beeinträchtigen. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie effizient die Hilfe verteilt und die schlimmsten Schäden behoben werden können.
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Text: Leon Latozke
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