Neues aus Kuba
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Die USA haben ihre Marinepräsenz in der Karibik neu geordnet und dabei zwei große Kriegsschiffe in Gewässer nördlich von Kuba verlegt. Trotz eines Truppenabbaus betont Washington seine fortbestehende Einsatzbereitschaft in der Region. Für Kuba bedeutet die neue Lage eine erneute strategische Nähe zu US-Marineeinheiten.
10.01.2026 07:00 Uhr
Abbildung: TECH. SGT. REYNOLDS, USS Iwo Jima, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Die Vereinigten Staaten haben ihre militärische Präsenz in der Karibik neu geordnet und dabei auch Gewässer nahe Kuba einbezogen. Wie die New York Times unter Berufung auf anonyme Regierungsvertreter berichtet, hat das Pentagon den Umfang seiner im südlichen Karibikraum stationierten Flotte reduziert und zwei amphibische Angriffsschiffe in den Atlantik nördlich von Kuba verlegt. Es handelt sich um die USS Iwo Jima und die USS San Antonio, beides große Transport- und Landungsschiffe für Marineinfanterie.
Die Maßnahme folgt auf die jüngste US-Operation, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro festgenommen worden sein soll. Mit der Verlegung der beiden Schiffe sinkt die Zahl der US-Soldaten in der Karibik nach Angaben aus Washington um rund 3.000 auf etwa 12.000. Mindestens eines der Schiffe könnte in den kommenden Wochen in seinen Heimathafen Norfolk im Bundesstaat Virginia zurückkehren. Offiziell betont die US-Regierung, dass die Vereinigten Staaten weiterhin militärisch in der Region präsent bleiben wollen. Auch die Einsätze gegen mutmaßliche Drogenschmuggler sollen fortgesetzt werden. Gleichwohl markiert der Schritt eine deutliche Verringerung jenes außergewöhnlich starken Aufmarsches, den Washington seit dem vergangenen Sommer in der Karibik unterhielt. Zeitweise war dort der größte US-Militäreinsatz seit Jahrzehnten zu beobachten, einschließlich moderner Zerstörer, amphibischer Verbände und des Flugzeugträgers USS Gerald Ford. Für Kuba ist die Verlegung der US-Schiffe von besonderer Bedeutung. Die Insel liegt nun erneut in unmittelbarer Nähe einer größeren US-Marinepräsenz, auch wenn diese offiziell nicht gegen Havanna gerichtet ist. In der kubanischen Führung dürfte der Schritt dennoch aufmerksam registriert werden. Kuba gilt als enger Verbündeter Venezuelas und stand in der Vergangenheit wiederholt im Zentrum geopolitischer Spannungen mit Washington. Beobachter werten die neue Positionierung der US-Marine als Signal doppelter Art: einerseits als operative Entlastung nach Abschluss eines zentralen Einsatzes, andererseits als Ausdruck fortbestehender militärischer Handlungsfähigkeit in der Region. Von einer grundlegenden Entspannung kann daher kaum die Rede sein. Die Karibik bleibt ein strategisch sensibler Raum – und Kuba ein geografischer Fixpunkt amerikanischer Machtprojektion.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/n6hxa)
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