Neues aus Kuba
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19.04.2026 14:00 Uhr
Nach zehn Jahren Funkstille trafen sich nach einem Medienbericht US- und kubanische Vertreter heimlich in Havanna. Die USA forderten Reformen, die Freilassung politischer Gefangener und Entschädigungen. Im Gegenzug könnten Handelsbeschränkungen gelockert und Starlink verfügbar werden. Ein Treffen mit Raúl Castros Enkel unterstrich die Bedeutung der Gespräche.
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Wie die Nachrichtenwebsite Axios unter Bezug auf informierten Kreisen meldet, reiste eine Delegation des US-Außenministeriums bereits vergangenen Freitag (17.) in die kubanische Hauptstadt, um dort eine Reihe vertraulicher Verhandlungen zu führen. Die Gesprächsrunden, deren Existenz bisher nicht offiziell bestätigt wurde, markieren einen vorsichtigen Neuanfang in den seit Jahren erstarrten Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten.
Besonders bedeutsam war dabei ein Treffen mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro, dem Enkel des ehemaligen Staats- und Parteichefs Raúl Castro. Die Beteiligung eines Mitglieds der einflussreichen Castro-Familie unterstreicht den ernsthaften Charakter der Kontaktaufnahme. In den Diskussionen zeichneten die amerikanischen Diplomaten ein düsteres Bild der aktuellen Lage und warnten vor einer sich beschleunigenden Wirtschaftskrise. Sie sprachen von einer kubanischen Volkswirtschaft im "freien Fall" und appellierten an die Führung in Havanna, ein begrenztes "Zeitfenster der Gelegenheit" zu nutzen. Konkret forderten sie demokratische und marktwirtschaftliche Reformen, die mit amerikanischer Unterstützung umgesetzt werden könnten – und zwar bevor sich die Situation "irreversibel verschlechtert". Die US-Vertreter legten eine klare Agenda vor: Neben innenpolitischen Liberalisierungsschritten verlangten sie die Freilassung aller politischen Gefangenen sowie Entschädigungszahlungen an US-Bürger und Unternehmen, deren Vermögen nach der Revolution von 1959 enteignet worden war. Gleichzeitig brachten die amerikanischen Diplomaten sicherheitspolitische Bedenken zur Sprache. Sie äußerten Besorgnis darüber, dass ausländische Geheimdienste, militärische Einheiten und mutmaßliche Terrorgruppen mit Duldung der kubanischen Regierung operieren würden – und dies weniger als hundert Meilen vor der Küste der Vereinigten Staaten. Als Gegenleistung für die Erfüllung dieser Forderungen signalisierten die USA ihre Bereitschaft, über eine Lockerung des seit sechs Jahrzehnten andauernden Handelsembargos zu verhandeln. Zusätzlich wurde der Zugang zu modernster Satellitentechnologie in Aussicht gestellt, konkret zum Starlink-System des Unternehmers Elon Musk. Ein solcher Schritt könnte die marode Telekommunikationsinfrastruktur des Inselstaates revolutionieren. Diese vertraulichen Gespräche stellen den ersten direkten hochrangigen Austausch seit zehn Jahren dar. Der letzte offizielle Kontakt auf dieser Ebene fand 2016 während des historischen Besuchs von Präsident Barack Obama statt, der damals eine kurze Phase der Annäherung einleitete. Die jetzigen, noch fragilen Gespräche deuten darauf hin, dass beide Seiten trotz anhaltender Differenzen den diplomatischen Dialog nicht vollständig abreißen lassen wollen – insbesondere angesichts der sich verschärfenden wirtschaftlichen und sozialen Krise in Kuba. Ob aus dieser vorsichtigen Kontaktaufnahme jedoch eine nachhaltige Entspannung erwächst, bleibt angesichts der tiefverwurzelten gegenseitigen Vorbehalte ungewiss.
Quelle: Axios (https://t1p.de/6omb7)
Autor: Leon Latozke
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