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12.06.2026 08:00 Uhr
Die USA haben die kubanische Staatsölfirma CUPET sanktioniert. Grund ist laut Washington die Verwaltung von Vermögen, die US-Bürgern enteignet wurden.
Die US-Regierung hat am Donnerstag die staatliche kubanische Erdölgesellschaft Unión Cuba-Petróleo (CUPET) mit Sanktionen belegt. Das Unternehmen, das auf der Insel für die Förderung, Raffination und Produktion von Rohöl zuständig ist, werde laut Washington über Schlüsselvermögenswerte verfügen, die zuvor „amerikanischen Eigentümern illegal enteignet“ worden seien. Die Firma wurde in die sogenannte OFAC-Liste des US-Finanzministeriums aufgenommen, jene schwarze Liste des Office of Foreign Assets Control, die bereits zahlreiche kubanische Regierungsstellen und Funktionäre umfasst – darunter auch Staatspräsident Miguel Díaz-Canel. Die Sanktionen sind der jüngste Höhepunkt in einer sich zuspitzenden Konfrontation zwischen den USA und der kommunistisch geführten Karibiknation.
Hintergrund der neuen Strafmaßnahmen ist ein komplexes Geflecht aus Energiewirtschaft und politischem Kalkül. CUPET besitzt demnach Grundstücke zur Lagerung von Brennstoffen, die eigentlich an ein Importunternehmen vermietet werden sollten. Dieses wiederum hatte nach Informationen internationaler Medien Gespräche mit der in Florida ansässigen Firma Vanguard Energy geführt, um Rohöl auf die Insel zu liefern. Das US-Außenministerium stellte jedoch am Mittwoch klar, dass es Vanguard Energy keine Lizenz erteilt habe, die das von Präsident Donald Trump verhängte Embargo umgehen würde. Seit Januar verbietet Trump die Einfuhr ausländischen Öls nach Kuba. „Wie alle Ressourcen der Insel wird auch die Energie seit langem von der kommunistischen Regierung Kubas als Waffe genutzt – sowohl zur Unterdrückung als auch zur Aufrechterhaltung der regimetreuen Kleptokratie zum eigenen Vorteil“, erklärte US-Außenminister Marco Rubio. Die neuen Sanktionen reihen sich ein in eine Serie wirtschaftlicher und politischer Schläge gegen die kubanische Führung. Auf der aktuellen OFAC-Liste finden sich auch Mitglieder der Familie Castro. Bereits im Mai waren der ehemalige Staatschef Raúl Castro, sein Sohn, Oberst Alejandro Castro Espín, sowie Díaz-Canels Ehefrau Lis Cuesta Peraza und dessen Stiefsohn Manuel Anido Cuesta, der in Madrid lebt, mit Sanktionen belegt worden. Hinzu kommt Raúl Alejandro Castro Calis, ein Enkel Raúl Castros. Außenminister Rubio warf den „kommunistischen Führern Kubas“ vor, Energieressourcen zur persönlichen Bereicherung umzuleiten, indem sie Fässer weiterverkauften, Vorräte für das Militär sowie für Geheimdienst- und Repressionskräfte horteten. Die Sanktionen bedeuten ein umfassendes Verbot von Finanz- und Handelsgeschäften mit den genannten Personen und Institutionen; alle deren Vermögen unter US-Jurisdiktion werden eingefroren. Washington hat den Druck auf die Insel in den vergangenen Monaten massiv erhöht, um einen politischen Wandel zu erzwingen. Erst im Mai wurde Raúl Castro, der jüngere Bruder des Revolutionsführers Fidel Castro, vor US-Gerichten angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, für den Abschuss zweier Flugzeuge einer Exilorganisation im Jahr 1996 verantwortlich zu sein, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Parallel zu diesen offenen Drohgebärden laufen jedoch auch diskrete Gespräche zwischen Washington und Havanna. So besuchten Ende Mai US-Militärangehörige die Insel. US-Kriegsminister Pete Hegseth reiste am Mittwoch zur Bucht von Guantánamo und erklärte dort mit Blick auf eine mögliche Gefangennahme Díaz-Canels – ähnlich wie im Fall des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro –, dass „alle Optionen auf dem Tisch liegen“. Die kubanische Regierung betont indes, dass jede Veränderung des politischen Systems allein Sache des kubanischen Volkes sei.
Quelle: OFAC (https://t1p.de/5ospy)
Autor: Leon Latozke
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