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Washington verhängt neue Visabeschränkungen gegen Regierungsvertreter aus Brasilien, Grenada, mehreren afrikanischen Staaten und ehemalige OPS-Mitarbeiter wegen ihrer Beteiligung an kubanischen Ärztemissionen. Havanna weist die Zwangsarbeits-Vorwürfe zurück und will die Missionen fortführen.
14.08.2025 08:46 Uhr
Abbildung: The White House US-Außenminister Marco Ribio 16. Juli 2025 als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
US-Außenminister Marco Rubio kündigte am Mittwoch (13.) Visabeschränkungen für Beamte aus Brasilien, der Karibikinsel Grenada, nicht näher genannten afrikanischen Staaten sowie ehemalige Mitarbeiter der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (OPS) an. Grund dafür ist deren Zusammenarbeit mit kubanischen medizinischen Missionen, die Washington als Form von Zwangsarbeit betrachtet. Auch Familienangehörige der sanktionierten Personen sollen die USA nicht mehr betreten dürfen.
Washington wirft der Regierung in Havanna vor, ihre Ärzte zu „vermieten“, hohe Honorare zu verlangen und den Großteil der Einnahmen einzubehalten. Dies bereichere das „korrupte Regime“ und entziehe der kubanischen Bevölkerung dringend benötigte medizinische Versorgung, so Rubio. Besonders im Fokus steht das brasilianische Programm Mais Médicos, das in Zusammenarbeit mit Kuba und der OPS Ärzte in entlegene Regionen Brasiliens entsendet. Laut den USA habe das Programm nicht nur verfassungsrechtliche Vorgaben Brasiliens umgangen, sondern auch US-Sanktionen unterlaufen. Namentlich nennt das US-Außenministerium zwei Brasilianer: Mozart Julio Tabosa Sales, Staatssekretär im Gesundheitsministerium, und Alberto Kleiman, einen ehemaligen Regierungsbeamten. Beide sollen eine Schlüsselrolle bei Planung und Umsetzung von Mais Médicos gespielt haben und dabei die OPS als Vermittler eingesetzt haben, um Zahlungen an Kuba zu leisten. Washington wirft ihnen vor, wissentlich Gelder an Havanna überwiesen zu haben, die eigentlich den Ärzten zustanden. Die Regierung in Havanna weist die Vorwürfe entschieden zurück. Außenminister Bruno Rodríguez sprach von einer „Kampagne der Verleumdung“ und kündigte an, Kuba werde seine medizinische Zusammenarbeit im Ausland fortsetzen. Diese sei ein Ausdruck internationaler Solidarität und komme vor allem armen und abgelegenen Regionen zugute. Der kubanische Staatschef Miguel Díaz-Canel und sein Kabinett verweisen darauf, dass das Land trotz der US-Sanktionen in über 20 afrikanischen Staaten sowie zahlreichen Ländern Lateinamerikas und der Karibik medizinische Teams im Einsatz habe. Auch aus Brasilien kam scharfe Kritik an der US-Entscheidung. Gesundheitsminister Alexandre Padilha nannte die Sanktionen einen „ungerechten Angriff“ auf ein Programm, das Millionen Menschen medizinische Hilfe gebracht habe. Mais Médicos habe über Jahre hinweg Tausende kubanische Ärzte in schwer zugängliche und unterversorgte Regionen entsandt – oft in Gebiete, in die brasilianische Ärzte nicht gehen wollten. Seit Amtsantritt der aktuellen brasilianischen Regierung sei die Zahl der beteiligten Mediziner sogar verdoppelt worden. Das Ärztemissionsprogramm ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Washington und Havanna. Bereits unter der vorherigen Amtszeit von Donald Trump hatte die US-Regierung mehrfach Sanktionen gegen kubanische und ausländische Funktionäre verhängt, die mit den Missionen in Verbindung standen. Für Kuba sind diese Einsätze nicht nur ein wichtiges außenpolitisches Instrument, sondern auch eine bedeutende Devisenquelle. Für die USA hingegen stellen sie nach eigener Darstellung eine Form staatlich organisierter Zwangsarbeit dar – ein Vorwurf, den Havanna kategorisch zurückweist.
Quellen: Secretary Marco Rubio / X (https://t1p.de/lo5kd), Bruno RodriguezP/X (https://t1p.de/ciwx2), DW (https://t1p.de/by03r)
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Text: Leon Latozke
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