Neues aus Kuba
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27.02.2026 09:00 Uhr
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Angebliche Gespräche zwischen dem Team von US-Senator Marco Rubio und dem Enkel von Raúl Castro haben Diskussionen über mögliche Lockerungen der US-Sanktionen gegen Kuba ausgelöst. Offiziell dementiert Kuba diese Verhandlungen, doch parallele US-Regelungen im Energiesektor lassen vorsichtige Öffnungssignale erkennen.
Abbildung: Screenshot. Bildquelle: CARICOM–US relations in focus as Secretary of State Rubio meets regional leaders von Caribbean Broadcasting Corporation. Bild von YouTube, Rechte beim Uploadenden.
Das Team des US-Außenministers Marco Rubio hat sich mit dem Enkel des ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro zu Gesprächen getroffen haben, berichtete am Donnerstag (26.) die US-amerikanische Tageszeitung Miami Herald. Demnach fanden die Gespräche im Rahmen der Karibik-Gemeinschaftskonferenz (Caricom) in St. Kitts und Nevis statt. Ziel war offenbar die Erörterung möglicher schrittweiser Lockerungen der US-Sanktionen gegenüber Kuba.
Ein Berater Rubios traf sich am Rande der Konferenz mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro, der zugleich die Betreuung des inzwischen 94-jährigen Ex-Präsidenten übernommen hat, so der Herald Im Mittelpunkt standen wirtschaftliche Anreize und politische Reformen, die Kuba im Austausch für eine Reduzierung von US-Sanktionen umsetzen könnte. Quellen zufolge sollte diese Prüfung „monatlich“ erfolgen, während unklar bleibt, ob Rubio persönlich anwesend war. Die Gespräche fanden weitgehend außerhalb offizieller kubanischer Kanäle statt. Medienberichten deuten dies darauf hin, dass die US-Administration unter Donald Trump den ehemaligen Präsidenten weiterhin als maßgebliche politische Instanz betrachtet, obwohl er formell nicht mehr im Amt ist. Das verdeutlicht die Diskrepanz zwischen formellen Ämtern und tatsächlicher Entscheidungsgewalt auf der Insel. Offiziell kommentierte Kuba die Vorgänge zurückhaltend. Der kubanische UN-Vertreter Ernesto Soberón Guzmán bezeichnete die Berichte als „Spekulation“ und verwies auf die Notwendigkeit, sich auf „öffentlich verifizierbare Fakten“ zu stützen. Diese zurückhaltende Reaktion unterstreicht die Sensibilität der kubanischen Führung gegenüber Medienberichten über mögliche Verhandlungen mit Washington. Zeitgleich kündigte die US-Behörde für Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) an, die Reexporte von venezolanischem Öl nach Kuba unter bestimmten Bedingungen für private Unternehmen zu erlauben. Ähnliche Regelungen gab das Büro für Industrie und Sicherheit (BIS) bekannt. Demnach können bestimmte Transaktionen im Bereich Gas und andere Erdölprodukte genehmigungsfrei erfolgen, sofern die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind. Diese Maßnahmen betreffen ausschließlich private Akteure und sollen die wirtschaftliche Flexibilität innerhalb des privatwirtschaftlichen Sektors erhöhen, ohne die staatliche Kontrolle grundsätzlich zu verändern. Ein anonymer karibischer Diplomat erklärte gegenüber dem Herald, dass Rubios Team klar gemacht habe, die Gespräche seien „sehr weit fortgeschritten“, jedoch wolle man keine Maßnahmen unterstützen, die die Fortdauer des bestehenden Regimes begünstigten. Hintergrund ist der gestiegene US-Druck auf Kuba, der mit der Intervention in Venezuela und der Sicherung der dortigen Erdöllieferungen zusammenhängt. Washington hat zudem alternative Sanktionsoptionen angekündigt, die auch nach einer jüngsten Entscheidung des Obersten Gerichtshofs weiterhin eingesetzt werden können. Insgesamt zeigen die Entwicklungen ein komplexes Spannungsfeld: Die US-Regierung sondiert Optionen für Reformanreize und wirtschaftliche Erleichterungen, während Kuba auf offiziellem Weg Abstand zu den Gesprächen wahrt. Die angekündigten Lockerungen im Energiesektor könnten als vorsichtiger Einstieg in einen Dialog verstanden werden, der wirtschaftlichen Druck mit Reformanreizen kombiniert. Gleichzeitig bleibt unklar, wie weit Kuba bereit ist, strukturelle Veränderungen tatsächlich umzusetzen.
Quelle: Miami Herald (https://t1p.de/f2uh6)
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