Neues aus Kuba
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Miss Universe Cuba 2025 hat bei den Vorentscheidungen in Thailand ein Nationalkostüm präsentiert, das bewusst kulturelle und politische Symbole kombiniert. Neben Anspielungen auf kubanische Musik und Exilgemeinschaften integrierte sie Hinweise auf die Proteste vom 11. Juli 2021 und die Flucht vieler Kubaner über das Meer.
221.11.2025 07:51 Uhr
Die kubanische Miss-Universe-Teilnehmerin Lina Luaces Estefan hat bei den diesjährigen Vorausscheidungen in Thailand einen Auftritt präsentiert, der auf der Insel und in der Diaspora auf besondere Aufmerksamkeit stößt. Ihr Nationalkostüm, entworfen vom kolumbianischen Designer Randy Severiche, kombiniert traditionelle Elemente mit klar identifizierbaren politischen Anspielungen – ein Ansatz, der im Umfeld internationaler Schönheitswettbewerbe eher die Ausnahme bleibt.
Das Ensemble bestand aus einem eng anliegenden roten Korsett mit herzförmigem Brustteil, einem hoch geschnittenen Unterteil sowie hohen blauen Stiefeln. Die Farbgebung orientierte sich sichtlich an der kubanischen Flagge. Im Mittelpunkt standen jedoch zwei überdimensionale Dominosteine, deren Zahlenkombination auf die Proteste vom 11. Juli 2021 verweist. Damals gingen in zahlreichen Städten Menschen gegen Versorgungsmängel und politische Repression auf die Straße; Hunderte wurden in der Folge festgenommen. Die Aufnahme dieses Symbolmotivs – eine Entscheidung, die laut Berichten von Luaces selbst getroffen wurde – wird von Beobachtern als Geste der Unterstützung für politische Gefangene interpretiert. Io1Wwk4YOiI
Ergänzt wurde das Kostüm durch weitere Hinweise auf das Selbstverständnis vieler Kubaner auf der Insel und im Exil. Die Dominosteine spielen zugleich auf den Parque del Dominó in Miami an, einem zentralen Treffpunkt der Exilgemeinschaft. Zwei Ruderriemen stehen für die zahlreichen Menschen, die in den vergangenen Jahrzehnten über gefährliche Seewege das Land verlassen haben. In die weiß-rote Federkrone integrierte Musikinstrumente wie Trompete und Gitarre verweisen auf die kulturelle Bedeutung der kubanischen Musik. Die weiße Kopfbedeckung wiederum war ein explizites Tribut an Celia Cruz, deren legendäres „Azúcar“ Luaces während ihres Auftritts wiederholte. Gestalterisch orientiert sich das Kostüm an Showelementen aus den Tropicana-Revuen und lateinamerikanischen Karnevalstraditionen, was Severiche aus seiner eigenen Arbeit mit Komparsas im Karneval von Barranquilla einbrachte. Luaces präsentierte sich zudem in weiteren Wettbewerbskategorien: ein roter Bikini der venezolanischen Designerin Gisselle Reyes sowie ein Abendkleid des ebenfalls venezolanischen Designers Nidal Nouaihed, dessen auffälliger Beinschlitz die sportliche Silhouette der Kandidatin hervorhob. Ob der bewusst symbolische Auftritt die Chancen Kubas im weiteren Wettbewerb erhöht, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass Luaces eine ungewöhnlich deutliche Verbindung zwischen einem internationalen Schönheitsformat und der politischen Realität ihres Herkunftslandes herstellt – ein Umstand, der in der öffentlichen Wahrnehmung weit über den Wettbewerb hinausreicht. Autor: Leon Latozke
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