Neues aus Kuba
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01.05.2026 10:00 Uhr
Die USA und Kuba stehen vor einer historischen Zuspitzung ihres jahrzehntelangen Konflikts. Wie die Deutsche Welle in einem aktuellen Videobericht detailliert schildert, hat die Situation auf der Karibikinsel einen dramatischen Tiefpunkt erreicht.
Landesweite Stromausfälle, akute Lebensmittelknappheit und ein lähmender Treibstoffmangel bestimmen den Alltag der mehr als zehn Millionen Kubaner. Die Ursachen dafür sind vielschichtig, doch im Kern wird die Wirtschaftskrise durch eine gezielte ökonomische Druckkulisse aus Washington verschärft. „Kuba steht unter Druck“, heißt es einleitend in dem Beitrag, der die aktuelle Lage als den „bedrohlichsten Moment in der modernen Geschichte Kubas“ beschreibt.
Die Energieversorgung des Landes ist massiv gestört. Krankenhäuser müssen Operationen verschieben, die Müllabfuhr kommt wegen fehlenden Benzins zum Erliegen, und die Bürger leben mit einem Stromplan, der ihnen oft nur wenioge Stunden am Tag Elektrizität gewährt. „Sie haben vielleicht 18 Stunden Stromausfall“, berichtet die Historikerin Sarah Kosame, die zuletzt im Februar 2026 in Kuba war. „Deshalb stehen die Kubaner mitten in der Nacht auf, um Reis zu kochen, Wasser zu erhitzen, Kaffee zu machen und ihre Geräte aufzuladen.“ Diese Notlage sei direkt auf die amerikanische Blockadepolitik zurückzuführen, die Kubas wichtigste Öllieferungen unterbinde. Die Lieferungen aus Venezuela würden nun von Washington kontrolliert, die aus Mexiko mit hohen Strafzöllen bedroht. Darüber hinaus behindere die US-Marine nach Medienberichten Öltanker aus anderen Ländern auf dem Weg nach Kuba. Der Bericht zeichnet ein historisches Panorama der US-kubanischen Beziehungen, die seit der kubanischen Revolution von 1959 von Konfrontation geprägt sind. Damals vertrieb Fidel Castro einen von den USA gestützten Diktator und verstaatlichte zahlreiche amerikanische Unternehmen. Die USA reagierten mit einem Handelsembargo, das bis heute praktisch jeden Warenverkehr untersagt. Die Konfrontation eskalierte 1962 während der Kubakrise, als die Entdeckung sowjetischer Raketenrampen auf der Insel die Welt an den Rand eines Atomkriegs brachte. Seitdem, so der Historiker Michael Bustamente von der University of Miami, hätten verschiedene US-Regierungen die wirtschaftliche Isolation Kubas als Mittel gesehen, „dort Bedingungen zu schaffen, die einen politischen Wandel von innen heraus begünstigen“. Der einzige nennenswerte Versuch der Annäherung unter Präsident Barack Obama, der 2016 als erster US-Präsident seit 88 Jahren die Insel besuchte, sei unter der aktuellen Administration wieder vollständig rückgängig gemacht worden. Eine Schlüsselrolle in der neuen Eskalation spielt nach Darstellung der Deutschen Welle der mächtigste US-Amerikaner mit kubanischen Wurzeln: Außenminister Marco Rubio. Seine politische und emotionale Prägung erhielt er in der kubanischen Exilgemeinde in Miami, die mehrheitlich die Regierung in Havanna ablehnt. Rubio habe sich stets für einen radikalen Wandel in Kuba eingesetzt. Die Trump-Regierung wolle nun offenbar ein Exempel statuieren. „Dieser Regierung geht es vor allem darum, ein Zeichen zu setzen“, wird im Beitrag analysiert. Der Präsident wolle sagen können: „Ich habe das geschafft, was keinem meiner Vorgänger gelungen ist. Ich habe den kubanischen Kommunismus besiegt.“ Fraglich sei jedoch, ob dieses Ziel erreicht werden könne. Die amerikanische Entschlossenheit, das kubanische System zu destabilisieren, habe sich bereits im Vorgehen in Venezuela gezeigt, so der Bericht. Bei dem US-Militäreinsatz in dem südamerikanischen Land seien kubanische Soldaten getötet worden, die den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro beschützen sollten. Diese Aktion habe das sozialistische Bündnis zwischen Kuba und Venezuela zerstört – ein strategischer Schlag, da Kuba vollständig auf venezolanische Öllieferungen angewiesen war. „Ich glaube, das war von Anfang an das Ziel“, zitiert die Deutsche Welle einen Experten. „Für Marco Rubio geht es in Venezuela einzig und allein um Kuba. Sein Ziel ist es, das kubanische politische System zu zerstören.“ Die wirtschaftliche Aushungerung Kubas werde durch die jüngste US-Politik systematisch vorangetrieben. Angesichts dieser Blockade wendet sich Kuba verstärkt seinen traditionellen Verbündeten zu: Russland, das Erdöl liefert, und China, das mit Reislieferungen und dem Bau von Solaranlagen hilft. Dutzende chinesische Solarparks existieren bereits auf der Insel. Unklar bleibt die Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Nachrichtendienste. Es gebe Spekulationen über chinesische Geheimdienstaktivitäten und Abhörstationen in Kuba. Für die Trump-Administration sei klar, dass sie „andere Supermächte raushaben will aus der westlichen Hemisphäre, die sie als ihren Hinterhof betrachten“. Die Regierung orientiere sich an einer Vision der Wiederbelebung von US-Einflusssphären. Was bedeutet dies für die Zukunft Kubas? Dem kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel zufolge gibt es Gespräche mit den USA, gleichzeitig wachse die Furcht vor einem US-Militäreinsatz. Die Deutsche Welle skizziert mehrere Szenarien: Das „hoffentlich unwahrscheinlichste“ sei ein direkter Militärschlag. Eine andere Möglichkeit wäre ein Vorgehen ähnlich dem in Venezuela, „wobei der Machthaber abgesetzt und jemand anderes eingesetzt wird, der sich bereit erklärt, die Wünsche der USA zu erfüllen“. Je länger die Krise andauere, desto mehr gerieten die Kubaner zwischen die Fronten. Der Bericht endet mit einer düsteren Prognose: „Kuba ist schon lange ein Land, das die USA unter ihre Kontrolle bringen wollen. Neu ist jetzt aber, dass die US-Regierung bereit scheint, bis zum Äußersten zu gehen.“ Die Insel, so scheint es, steht vor einer ungewissen und gefährlichen Zukunft. Quelle: DW (https://t1p.de/pbmzc)
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