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In den vergangenen hundert Jahren haben zahlreiche Hurrikans Kuba schwer getroffen – von Flora und Irma bis zum jüngsten Wirbelsturm Melissa. Immer wieder hinterließen sie Tote, zerstörte Städte und eine angeschlagene Infrastruktur. Nun hat auch Melissa auf der Insel seine Spuren hinterlassen. Der Hurrikan verursachte Überschwemmungen und Stromausfälle, während das gesamte Ausmaß der Schäden noch ermittelt wird.
30.10.2025 10:30 Uhr
Abbildung: YouTube-Video
Kuba blickt auf eine lange und schmerzhafte Geschichte zerstörerischer Hurrikans zurück. Von den frühen Stürmen des 20. Jahrhunderts bis zu den jüngsten Wirbelstürmen wie Rafael und Melissa hat die Karibikinsel immer wieder die Wucht tropischer Zyklone zu spüren bekommen – mit Tausenden von Todesopfern, verheerenden Sachschäden und tiefgreifenden wirtschaftlichen Folgen.
Bereits 1924 traf ein Hurrikan der Kategorie 5 den Westen des Landes, zerstörte ganze Ortschaften und forderte rund 90 Todesopfer. Noch katastrophaler war der Wirbelsturm von Santa Cruz del Sur im Jahr 1932, der mit einer gewaltigen Sturmflut die gleichnamige Stadt im Südosten des Landes überflutete. Rund 3.000 Menschen kamen dabei ums Leben – bis heute gilt das Ereignis als die größte Naturkatastrophe in der kubanischen Geschichte. Ein weiterer Meilenstein der Zerstörung war Hurrikan Flora (1963), der mehr als 100 Stunden über dem Osten Kubas verharrte. Der Sturm verursachte massive Überschwemmungen und etwa 1.750 Todesopfer. Viele Regionen wurden völlig verwüstet, die Infrastruktur lahmgelegt und Ernten vernichtet. Die folgenden Jahrzehnte brachten immer wieder schwere Stürme, die unterschiedliche Teile der Insel trafen. Kate (1985) beschädigte großflächig die Landwirtschaft, während Georges (1998) und Michelle (2001) vor allem Überschwemmungen und Zerstörungen im Zentrum und Westen verursachten. Der Wirbelsturm Charley (2004) forderte bis zu 35 Todesopfer und beschädigte Zehntausende Häuser, insbesondere in Havanna. Dennis (2005) traf Kuba als Kategorie-4-Sturm mit enormer Wucht und verursachte Schäden von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Nur drei Jahre später legten Gustav und Ike (2008) innerhalb weniger Wochen große Teile der Insel in Trümmer. Ike, ein Kategorie-4-Sturm, richtete nahezu landesweit Verwüstungen an – von den Tabakfeldern in Pinar del Río bis zu den Zuckerrohrplantagen im Osten. Sandy (2012) traf vor allem die Provinz Santiago de Cuba, wo historische Gebäude und ganze Stadtviertel zerstört wurden. Elf Menschen starben. Irma (2017) war einer der mächtigsten Stürme, die jemals über Kuba hinwegzogen: Mit Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h fegte der Kategorie-5-Hurrikan entlang der Nordküste über das gesamte Land und verursachte Sachschäden von mehr als 13 Milliarden US-Dollar. Selbst Havanna blieb nicht verschont. Zu den jüngsten Stürmen zählen Ian (2022), der weite Teile des Westens verwüstete und erstmals in der Geschichte des Landes einen vollständigen Stromausfall verursachte, sowie Óscar (2024) und Rafael (2024). Letzterer führte erneut zu einem landesweiten Blackout und zeigte, wie anfällig das kubanische Stromnetz noch immer ist.
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Nun hat Hurrikan Melissa Kuba hinter sich gelassen. Der Sturm, der als einer der stärksten gilt, die je in der Region registriert wurden, zog mit zerstörerischen Winden und sintflutartigen Regenfällen über den Osten der Insel hinweg. Zahlreiche Provinzen meldeten schwere Überschwemmungen, Erdrutsche und großflächige Stromausfälle. Während die Behörden weiterhin mit Aufräumarbeiten und der Wiederherstellung der Stromversorgung beschäftigt sind, wird das volle Ausmaß der Zerstörungen noch ermittelt. Melissa reiht sich damit in die lange Liste verheerender Wirbelstürme ein, die Kuba im Laufe des vergangenen Jahrhunderts heimgesucht haben – und erinnert erneut an die wachsende Bedrohung durch den Klimawandel.
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Text: Leon Latozke
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