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31.08.2026 08:00 Uhr
Auch Kuba ist von der Ausweitung der US-Abschiebepolitik betroffen: Abgeschobene kubanische Migranten landen nun in Ländern wie Burundi oder Liberia statt in ihrer Heimat.
Abbildung: U.S. Immigration and Customs Enforcement, ICE.Arrest, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen anderthalb Wochen ihre Praxis der Abschiebungen in Drittländer deutlich ausgeweitet. Wie aus Dokumenten hervorgeht, die dem US-Sender NBC News vorliegen, wurden Migranten aus Kuba, Venezuela, Nicaragua, Afghanistan, Iran, Nepal und der Türkei in afrikanische Staaten geflogen – Länder, mit denen sie keinerlei Verbindung haben.
Binnen zehn Tagen setzte die US-Einwanderungsbehörde ICE drei Flüge ein, um mehr als 100 Migranten in acht afrikanische Länder zu bringen: Burundi, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Äquatorialguinea, Eswatini, Liberia, Ruanda und Sierra Leone. Zwar befanden sich unter den Deportierten auch Staatsangehörige einzelner afrikanischer Länder, doch die Dokumente zeigen, dass keiner von ihnen in sein eigentliches Herkunftsland gebracht wurde. Der Sender CBS News berichtet, dass sich unter den Abgeschobenen zwar Personen mit Vorstrafen befanden, ein Großteil jedoch lediglich wegen irregulären Aufenthalts in den USA erfasst worden war – ohne strafrechtlich relevante Vorgeschichte. Über 30 Länder als Abschiebe-Partner
Die Ausweitung reiht sich in eine seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 verfolgte Strategie ein. Mehr als 30 Staaten weltweit haben inzwischen Vereinbarungen mit Washington getroffen, um von den USA abgeschobene Migranten aus Drittstaaten aufzunehmen – darunter Panama, Costa Rica, El Salvador, Ecuador und Paraguay. Die Deals sollen es der Regierung erleichtern, ihr zentrales Wahlversprechen einer beschleunigten Massenabschiebung umzusetzen, auch wenn die Herkunftsländer der Betroffenen selbst nicht kooperieren oder diplomatisch schwer erreichbar sind.
Die Praxis ist juristisch umstritten: Bereits im Februar 2026 hatte ein US-Bundesrichter gegen Abschiebungen in Drittstaaten ohne ordentliches rechtliches Verfahren entschieden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Längerem, dass Betroffene – darunter auch Kubaner – ohne ausreichende rechtliche Absicherung in Länder verbracht werden, zu denen sie keinerlei Bezug haben. Für Kuba ist die Entwicklung von besonderer Brisanz: Die Insel steckt in einer tiefen Wirtschafts- und Energiekrise, während gleichzeitig Migrationsabkommen mit Transitländern wie Panama unter Druck geraten. Die neuen Afrika-Abschiebungen zeigen, dass Washington bei fehlender Kooperation der eigentlichen Herkunftsstaaten zunehmend auf geografisch entfernte Drittländer ausweicht – ungeachtet der Frage, was die Betroffenen dort erwartet. Autor: Leon Latozke
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