Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
![]()
Kuba verstärkt angesichts zunehmender Spannungen mit den USA seine Verteidigungsmaßnahmen. Der Nationale Verteidigungsrat billigte Pläne, die im Ernstfall einen Übergang in den Kriegszustand ermöglichen sollen.
19.01.2026 06:52 Uhr
Abbildung: YouTube/Canal Caribe (https://t1p.de/rw9pv)
Kuba hat inmitten stark wachsender Spannungen mit den Vereinigten Staaten konkrete Schritte zur Vorbereitung auf einen möglichen Kriegszustand beschlossen. Der Nationale Verteidigungsrat der Insel billigte nach Angaben staatlicher Medien „Pläne und Maßnahmen“, um im Ernstfall zum sogenannten Estado de Guerra überzugehen. Details zu den Beschlüssen wurden nicht veröffentlicht.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der jüngsten militärischen Eskalation in der Region. Auslöser sind die US-Angriffe auf Venezuela, die Anfang Januar zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führten. Havanna wertet das Vorgehen Washingtons als direkte Bedrohung der regionalen Sicherheit – und mittelbar auch der eigenen staatlichen Souveränität. Laut offizieller Darstellung stützen sich die beschlossenen Maßnahmen auf das Konzept der Guerra de todo el pueblo („Krieg des ganzen Volkes“). Diese Verteidigungsdoktrin wurde in den 1980er Jahren unter Fidel Castro entwickelt und setzt auf die umfassende Mobilisierung der Bevölkerung im Falle einer äußeren Aggression. Ziel ist es, militärische, zivile und staatliche Strukturen eng zu verzahnen und flächendeckenden Widerstand zu organisieren. Die Genehmigung der Pläne erfolgte am Samstag (18.) im Rahmen einer Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates. Dieses Gremium übernimmt laut kubanischer Verfassung in Ausnahmezuständen – etwa bei Naturkatastrophen oder bewaffneten Konflikten – die oberste Führung des Landes. Die Sitzung stand offiziell im Zusammenhang mit dem „Tag der Verteidigung“ und sollte die „Vorbereitung, Koordination und Einsatzfähigkeit“ von Führungsgremien und Sicherheitskräften verbessern. An der Sitzung nahm auch der frühere Staats- und Parteichef Raúl Castro teil, der den Angaben zufolge den Verlauf der Beratungen verfolgte und diese als „effizient“ bewertete. Der 94-Jährige gilt weiterhin als moralische Autorität innerhalb des politischen Systems. Den Vorsitz des Verteidigungsrates führt Präsident Miguel Díaz-Canel, der damit im Zentrum der aktuellen sicherheitspolitischen Entscheidungen steht. Die jüngsten Beschlüsse markieren bereits den zweiten Samstag in Folge, an dem landesweite Verteidigungsaktivitäten stattfanden. Seit der US-Operation vom 3. Januar werden in Kuba regelmäßig Übungen abgehalten, darunter Hinterhaltszenarien, Minenverlegung, Zivilschutzmaßnahmen sowie Schulungen in Militärmedizin, ABC-Abwehr, Waffenhandhabung und Tarntechniken. Besonders brisant ist die Tatsache, dass bei den US-Angriffen auf Caracas 32 kubanische Militärangehörige ums Leben kamen. Ihre sterblichen Überreste wurden in der vergangenen Woche nach Kuba überführt und mit staatlichen Ehren beigesetzt. Die Todesfälle haben die Konfrontation mit Washington weiter verschärft und die öffentliche Rhetorik der Führung deutlich verhärtet. zyVOt-ot5vk
In einer Rede bei einer der Gedenkveranstaltungen erklärte Díaz-Canel, Kuba werde sich „weder ergeben noch nachgeben“. Politische Zugeständnisse an die USA schloss er ausdrücklich aus und betonte, diese stünden „niemals auf einem Verhandlungstisch“ zwischen beiden Ländern.
Symbolisch aufgeladen war zudem der öffentliche Auftritt des Präsidenten in olivgrüner Militäruniform als Vorsitzender des Verteidigungsrates – ein Schritt, der nach kubanischem Recht ausschließlich in Kriegs- oder Notstandssituationen vorgesehen ist. Das Signal ist eindeutig: Havanna stellt sich auf eine weitere Zuspitzung der Lage ein.
Quelle: YouTube/Canal Caribe (https://t1p.de/rw9pv), Cubadebate (https://t1p.de/fpivl)
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |