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06.08.2026 23;30 Uhr
Seit Mai 2026 droht eine neue US-Verordnung jedem, der mit Kuba Geschäfte macht, mit dem Einfrieren seiner US-Vermögenswerte. Die Folge: Europäische Reedereien meiden die Insel, Tausende Container mit Medikamenten und Lebensmitteln bleiben in karibischen Häfen liegen – mit direkten Folgen für die Wasser- und Gesundheitsversorgung von Millionen Kubanern.
Abbidung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
(Seit US-Präsident Donald Trump am 1. Mai die Executive Order 14404 unterzeichnet hat, hat sich der wirtschaftliche Druck auf Kuba noch einmal deutlich verschärft. Die Verordnung droht Unternehmen und Einzelpersonen weltweit mit dem Einfrieren ihrer US-Vermögenswerte, sollten sie mit der kubanischen Regierung Geschäfte machen oder sie finanziell, materiell oder technologisch unterstützen. Für international tätige Konzerne, die auf den US-Markt angewiesen sind, ist das ein Risiko, das viele nicht eingehen wollen.
Die Konsequenzen zeigen sich inzwischen konkret an kubanischen Hafenkais: Nach Angaben von Vizepremierminister und Außenhandelsminister Óscar Pérez-Oliva Fraga, der am 29. Juli vor der Nationalversammlung sprach, stecken derzeit mehr als 7.000 Container mit Lebensmitteln, Medikamenten sowie Ausrüstung für die Energie- und Wasserversorgung in karibischen Häfen fest – Waren, die nach den Regeln des internationalen Handels rechtmäßig erworben wurden, wie der Minister betonte. Zwei Fälle aus den vergangenen Wochen zeigen, wie die Sanktionsdrohung bereits im operativen Geschäft ankommt: Das staatliche Unternehmen Medicuba berichtete, die deutsche Reederei Hapag-Lloyd habe zwei Container mit einem Epilepsie-Medikament im kolumbianischen Cartagena de Indias zurückgehalten und sich dabei auf die US-Sanktionsvorgaben berufen. Kurz zuvor hatte die französische CMA CGM in Jamaika Dutzende für Kuba bestimmte Container gestoppt, darunter medizinisches Material. Beide Reedereien haben nach Inkrafttreten der Executive Order die Annahme neuer Kuba-Aufträge grundsätzlich eingestellt. Pérez-Oliva Fraga wählte vor dem Parlament deutliche Worte: Verantwortlich seien alle, die die Ankunft der Waren verhindern wollen, die untätig bleiben und diesen Genozid geschehen lassen, und jene, die sich den Interessen der USA beugen. Die Blockade trifft nicht nur den Warenverkehr direkt. Auch der Hafen von Mariel – Kubas wichtigster und leistungsfähigster Containerhafen – steht inzwischen unter direkten US-Sanktionen (Mehr dazu: Mariel unter Druck: Hafenbetreiber PSA streicht Kuba von der Landkarte). Die spanischen Hotelketten Meliá und Iberostar haben aus ähnlichen Gründen ihr Kuba-Geschäft aufgegeben (Mehr: Spanische Hotelriesen ziehen sich komplett aus Kuba zurück: Was Urlauber jetzt wissen müssen). Und auch bei der Treibstoffversorgung wirkt eine im Januar 2026 erlassene Anordnung, die Länder mit Strafzöllen belegt, sofern sie Kuba mit Öl beliefern: Seit März hat deswegen nur noch ein einziger Tanker einen kubanischen Hafen erreicht. Für die kubanische Bevölkerung bedeutet diese Gemengelage aus Handels-, Hafen- und Treibstoffblockade handfeste Alltagsprobleme: anhaltende Stromausfälle, Treibstoffknappheit, Engpässe im Gesundheitswesen sowie Einschränkungen in Bildung, Verkehr und Wasserversorgung. Laut Minister sind mehr als drei Millionen Kubaner täglich ohne regulären Zugang zu sauberem Trinkwasser – eine Zahl, die angesichts der jetzt blockierten Wasserinfrastruktur-Güter absehbar weiter steigen könnte. Kubas ohnehin seit Jahren angespannte Wirtschaftslage hat sich durch die seit Jahresbeginn verschärften US-Maßnahmen damit noch einmal deutlich zugespitzt – ein Trend, der mit Trumps erneuter Aufnahme Kubas in die Liste der Staatssponsoren des Terrorismus im Januar 2025 seinen Ausgang nahm. Autor: Leon Latozke
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