Neues aus Kuba
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25.02.2026 21:45 Uhr
Beim CARICOM-Gipfel in Saint Kitts und Nevis wirbt US-Außenminister Marco Rubio für eine neue Sicherheitsallianz in der Karibik. Doch hinter dem Fokus auf bewaffnete Banden und Drogenrouten steht ein größeres Thema: die wachsende Krise in Kuba.
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Beim Gipfeltreffen der Karibischen Gemeinschaft (Caribbean Community and Common Market, - CARICOM) im ostkaribischen Inselstaat Saint Kitts und Nevis hat US-Außenminister Marco Rubio die Regierungen der Region zu engerer Zusammenarbeit im Kampf gegen organisierte Kriminalität aufgerufen. Hinter verschlossenen Türen warb er für eine „neue Dynamik“ in den Beziehungen zwischen Washington und der westlichen Hemisphäre – und setzte zugleich sicherheitspolitische Akzente, die weit über die Tagesordnung hinausreichen.
Die CARICOM ist ein regionaler Zusammenschluss von derzeit 15 Mitgliedsstaaten und 5 assoziierten Mitgliedern in der Karibik. Die USA nehmen lediglich als Partner und außenpolitischer Gesprächsteilnehmer teil, haben aber keinen formellen Mitgliedsstatus. Fokus auf bewaffnete Banden Rubio betonte, internationale kriminelle Netzwerke nutzten die Karibik verstärkt als Transitkorridor für Drogenhandel. Diese Gruppen seien schwer bewaffnet; ein Teil der Waffen stamme aus den Vereinigten Staaten. Washington arbeite daher intensiver mit eigenen Strafverfolgungsbehörden, um Waffenlieferungen zu unterbinden. Zugleich verwies er auf ein hartes Vorgehen gegen Banden in Haiti. Die Botschaft ist klar: Die USA wollen verlorenes Terrain in der Region zurückgewinnen. Rubio sprach davon, die westliche Hemisphäre habe zu lange nicht im Zentrum amerikanischer Außenpolitik gestanden. Nun gehe es darum, „gemeinsame Interessen“ neu zu definieren – Sicherheit steht dabei an erster Stelle. Der Schatten Kubas Auffällig war, dass Rubio das Thema Kuba in seinen öffentlichen Bemerkungen nicht explizit ansprach. Dennoch dominierte es die Gespräche am Rande des Treffens. Die Regierung von Donald Trump verschärft seit Wochen den Druck auf Havanna, indem sie Öl-Lieferungen blockiert. Die Maßnahme verschärft eine ohnehin angespannte humanitäre Lage auf der Insel. Gleichzeitig sendet Washington widersprüchliche Signale: Das US-Finanzministerium erlaubte den Verkauf venezolanischen Öls für die Nutzung in Kuba, sofern Militär oder Regierung nicht profitieren. Die Maßnahme wurde als Akt der „Solidarität mit dem kubanischen Volk“ deklariert. Zudem sagten die USA neun Millionen Dollar an humanitärer Hilfe zu, die über die katholische Kirche verteilt werden sollen. Diese Mischung aus Restriktion und begrenzter Erleichterung offenbart ein strategisches Dilemma: Einerseits soll politischer Druck Reformen erzwingen, andererseits droht eine Eskalation die gesamte Region zu destabilisieren. Regionale Warnungen vor Dominoeffekten Mehrere karibische Regierungschefs äußerten vor Rubios Ankunft deutliche Sorgen. Der jamaikanische Premierminister Andrew Holness warnte, eine anhaltende Krise in Kuba werde nicht auf die Insel beschränkt bleiben. Migration, Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Stabilität der gesamten Karibik seien betroffen. Er plädierte für einen konstruktiven Dialog zwischen Havanna und Washington mit dem Ziel der Deeskalation. Auch der Gastgeber des Gipfels, Premierminister Terrance Drew, betonte, CARICOM müsse als Vermittler auftreten. Ein destabilisiertes Kuba würde die gesamte Region erfassen. Kuba selbst ist kein Mitglied der Staatengemeinschaft, unterhält jedoch enge Beziehungen und entsendet seit Jahren Ärzte und Lehrer in Nachbarländer – ein Programm, das zugleich eine wichtige Devisenquelle für Havanna darstellt. Washington drängt darauf, diese Kooperationen zu beenden. Venezuela als weiterer Faktor Rubio verwies zudem auf Entwicklungen in Venezuela. Nach der Festnahme von Präsident Nicolas Maduro Anfang Januar habe die Interimsführung politische Gefangene freigelassen. Für internationale Anerkennung seien jedoch freie und faire Wahlen erforderlich. Auch hier zeigt sich die strategische Linie Washingtons: politischer Wandel soll durch Druck und Konditionalität erreicht werden. Zwischen Sicherheitsagenda und humanitärer Realität Das Treffen in Basseterre macht deutlich, wie eng Sicherheitspolitik und humanitäre Fragen in der Karibik verflochten sind. Die USA werben um Partnerschaft gegen transnationale Kriminalität, während zugleich ihre Kuba-Politik Spannungen erzeugt. Für CARICOM-Staaten steht viel auf dem Spiel: Sie sind auf Stabilität angewiesen, verfügen aber nur begrenzte Mittel, um regionale Schocks abzufedern. Ob die von Rubio skizzierte „neue Dynamik“ tragfähig ist, hängt daher weniger von Rhetorik als von konkreten Schritten ab. Die Karibik fordert Dialog und Berechenbarkeit. Washington setzt auf Druck und sicherheitspolitische Kooperation. Kuba ist dabei zum Prüfstein geworden – für die Glaubwürdigkeit amerikanischer Hemisphärenpolitik und für die Belastbarkeit regionaler Solidarität.
Quelle: Yahoo (https://t1p.de/gpxtr)
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