Neues aus Kuba
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24.07.2026 07:00 Uhr
Washington hat elf neue Namen auf seine Sanktionsliste gegen Kuba gesetzt – darunter erstmals eine ausländische Investmentfirma mit Hotelbeteiligungen und Kubas Gesundheitsminister.
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Neun Institutionen und zwei ranghohe Funktionäre der kubanischen Regierung stehen ab sofort auf der Sanktionsliste des US-Außenministeriums. Betroffen sind unter anderem der Gesundheitsminister der Insel sowie eine ausländische Investmentfirma mit Beteiligungen an mehreren Hotels. Havanna spricht von einem „Akt der Aggression" mit dem Ziel, eine humanitäre Krise zu provozieren.
Das US-Außenministerium hat am Donnerstag (23.) neue Sanktionen gegen neun Unternehmen und zwei Einzelpersonen verhängt, die der kubanischen Regierung nahestehen. Ziel der Maßnahme ist es, dem Kabinett von Präsident Miguel Díaz-Canel den Zugriff auf Gelder zu erschweren, die Washington als illegitim einstuft. Es ist die jüngste Eskalationsstufe in einer seit Monaten anhaltenden Kampagne der Regierung von Donald Trump, die kubanische Wirtschaft unter Druck zu setzen. Energiesektor und Militärkonzern im Fokus
Unter den sanktionierten Institutionen befinden sich drei Unternehmen aus dem kubanischen Energiesektor: das Erdölforschungszentrum CEINPET, der Energieversorger Empresa de Energía S.A. (ENERSA) sowie die Firma Einarbo S.A. Darüber hinaus richten sich die Maßnahmen gegen mehrere Firmen, die nach US-Erkenntnissen dem militärisch kontrollierten Wirtschaftskonglomerat GAESA (Grupo de Administración Empresarial S.A.) dabei helfen, bestehende US-Sanktionen zu umgehen. Dazu zählt die Terminal de Contenedores de Mariel S.A., die den wichtigsten Containerhafen des Landes betreibt.
Erstmals wurde mit CEIBA Investments Ltd. auch ein ausländisches Unternehmen ins Visier genommen: Die auf Guernsey ansässige Investmentgesellschaft ist seit 1996 im kubanischen Gewerbeimmobiliensektor aktiv und hält über ihre Tochtergesellschaft Monte Barreto das Miramar Trade Center in Havanna, einen Gebäudekomplex mit sechs Bauten. Zusätzlich ist CEIBA an fünf Hotels beteiligt, von denen vier bislang vom spanischen Konzern Meliá betrieben wurden – der erst kürzlich das Ende sämtlicher Aktivitäten in Kuba nach 36 Jahren angekündigt hatte. Washington begründete die Sanktionierung damit, dass eine panamaische Tochtergesellschaft von CEIBA die vollständige Kontrolle über ein Gemeinschaftsunternehmen übernommen habe, nachdem GAESA zuvor sanktioniert worden war. Das US-Finanzministerium räumte Investoren eine Frist bis zum 22. August ein, um ihre Geschäftsbeziehungen zu dem Unternehmen abzuwickeln. CEIBA selbst hatte bereits im Mai eingeräumt, den Betrieb eines von drei Hotels im Badeort Varadero vorübergehend ausgesetzt und die Aktivitäten in den übrigen Häusern reduziert zu haben. Man verfüge über keine Vermögenswerte in den USA, die eingefroren werden könnten, erklärte das Unternehmen – räumte jedoch ein, dass „normale Geschäftsbeziehungen zu Banken, Finanzinstituten und anderen Dienstleistern zunehmend komplizierter" würden. Gesundheitsminister und Ärztebrigaden betroffen
Auch das international viel diskutierte kubanische Programm der Auslandseinsätze medizinischen Personals steht erneut im Fokus. Die USA werfen dem System vor, auf einem Modell der Zwangsarbeit zu beruhen, bei dem ein erheblicher Teil der Gehälter der ins Ausland entsandten Fachkräfte einbehalten wird. Zwei Verantwortliche wurden namentlich sanktioniert: Gretza Sánchez Padrón, Leiterin der Zentralen Einheit für medizinische Kooperation (UCCM), sowie José Ángel Portal Miranda, Kubas Minister für öffentliche Gesundheit.
Die Sanktionen bedeuten konkret, dass sämtliche Vermögenswerte der genannten Personen und Institutionen der US-Jurisdiktion unterliegen und Transaktionen mit US-Bürgern oder -Unternehmen untersagt sind. Fortsetzung einer Eskalationslinie
Die neuen Maßnahmen reihen sich in eine Serie von Sanktionsrunden ein. Bereits im Juni hatte Washington Präsident Díaz-Canel selbst, mehrere Familienangehörige sowie Oberst Alejandro Castro Espín – Sohn des früheren Staatschefs Raúl Castro und Neffe Fidel Castros – mit Sanktionen belegt. Das US-Justizministerium hat zudem Anklage gegen Raúl Castro erhoben; ihm wird die Verantwortung für den Abschuss zweier Kleinflugzeuge einer Exilorganisation im Jahr 1996 zur Last gelegt, bei dem vier Menschen ums Leben kamen.
Havanna spricht von „genozidalen Absichten"
Die kubanische Regierung reagierte scharf auf die jüngsten Maßnahmen. Außenminister Bruno Rodríguez bezeichnete sie in sozialen Netzwerken als „Akt der Aggression" und warf Washington vor, mit den am 23. Juli verkündeten Schritten eine „kollektive Bestrafung des gesamten kubanischen Volkes" durchzusetzen. Die US-Regierung leugne weiterhin die Existenz der Wirtschaftsblockade gegen Kuba, könne aber immer schwerer verbergen, dass sie „genozidale Absichten" verfolge und eine humanitäre Krise provozieren wolle, so Rodríguez weiter.
Die Sanktionen treffen ein Land, dessen Tourismussektor – einst eine der wichtigsten Deviseneinnahmequellen – bereits stark angeschlagen ist. Seit Januar blockiert die Trump-Regierung zudem wichtige Treibstofflieferungen an die Insel, was die ohnehin angespannte Energieversorgung und den Tourismus zusätzlich belastet.
Quellen: EL PAÍS (https://t1p.de/2c1zn), EFE (https://t1p.de/misf8), Bloomberg (https://t1p.de/pb0v0)
Autor: Leon Latozke
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