Neues aus Kuba
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Washington wirft der kubanischen Regierung vor, die Arbeit des Geschäftsträgers der US-Botschaft in Havanna gezielt zu behindern und Einschüchterungen zu dulden. Havanna weist die Vorwürfe zurück und spricht von unzulässiger Einflussnahme.
02.02.2026 08:45 Uhr
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Die US-Regierung beschuldigt Havanna, gezielt in die Arbeit ihres ranghöchsten Diplomaten auf der Insel, des Geschäftsträgers Mike Hammer, einzugreifen. Anlass sind mehrere Vorfälle, bei denen der US-Vertreter während oder nach Treffen mit Einwohnern, kirchlichen Würdenträgern und politischen Akteuren außerhalb Havannas von kleinen Gruppen verbal attackiert worden sein soll.
Das US-Außenministerium sprach von einer „fehlgeleiteten Einschüchterungstaktik“ und forderte die kubanische Regierung auf, solche Störungen zu unterbinden. Diplomatische Arbeit müsse im Einklang mit internationalem Recht möglich sein, hieß es aus Washington. Die Vorfälle seien Ausdruck eines gezielten Versuchs, den Bewegungsradius und die Kontakte des Diplomaten einzuschränken. Mike Hammer ist seit Ende 2024 als US-Geschäftsträger in Kuba tätig. In dieser Funktion hat er das Land mehrfach bereist und Gespräche mit Vertretern der katholischen Kirche, mit zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie mit Regierungskritikern geführt. Die kubanische Führung sieht darin seit Längerem ein problematisches Vorgehen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Außenministerium in Havanna offiziell Beschwerde eingelegt und Hammers Auftreten als „interventionistisch“ bezeichnet. Ihm wurde vorgeworfen, Kubaner zu Handlungen gegen den Staat zu ermutigen. Die US-Botschaft wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, der Diplomat erfülle lediglich seine dienstlichen Aufgaben. Öffentliche Aufmerksamkeit erlangte der aktuelle Konflikt durch mehrere in sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos. In einem davon schildert Hammer, er sei nach einem Treffen mit lokalen Kirchenvertretern von Personen beschimpft worden. Weitere Aufnahmen zeigen nächtliche Szenen während Stromausfällen, in denen kleine Gruppen den Diplomaten mit Sprechchören wie „Imperialist“ oder „Mörder“ verhöhnen. Nach Angaben von Reuters ließ sich nicht feststellen, wer die beteiligten Personen sind. Eine offizielle Stellungnahme der kubanischen Regierung zu den konkreten Videos liegt bislang nicht vor. Die diplomatischen Spannungen fallen in eine Phase zunehmender Konfrontation. Ende Januar erklärte US-Präsident Donald Trump Kuba per Dekret zu einer „außergewöhnlichen Bedrohung“ für die nationale Sicherheit und Außenpolitik der Vereinigten Staaten. Zur Begründung verwies das Weiße Haus auf angebliche Unterstützung Havannas für Länder und Organisationen, die Washington als feindlich einstuft, darunter Russland, China, Iran sowie Hamas und Hisbollah. Das Dekret sieht unter anderem Mechanismen zur Einführung von Zöllen vor, etwa gegen Staaten, die Kuba mit Öl beliefern. Kurz darauf kündigte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez die Ausrufung eines „internationalen Ausnahmezustands“ im Zusammenhang mit den Beziehungen zu den USA an. Havanna weist die Vorwürfe Washingtons zurück und betont, die kubanische Regierung respektiere diplomatische Regeln. Zugleich wird argumentiert, kritische Äußerungen gegenüber ausländischen Diplomaten fielen unter politische Meinungsäußerung und seien nicht zwangsläufig staatlich gesteuert.
Quelle: REUTERS (https://t1p.de/45wne)
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