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Weißes Haus warnt Kuba angesichts bevorstehender Gespräche: "Regierung kurz vor dem Zusammenbruch"6/2/2026 ![]()
Die US-Regierung verschärft den Ton gegenüber Kuba und warnt offen vor einem bevorstehenden Kollaps des Inselstaates. Zugleich signalisiert Washington Gesprächsbereitschaft und behauptet, bereits in Kontakt mit Havanna zu stehen.
06.02.2026 06:50 Uhr
Abbilldung: Pressesprecherin des Weißen Hauses Karoline Leavitt, 5. Februar 2026. Quelle: YouTube/APT (https://t1p.de/xsuke)
Die US-Regierung verschärft ihren Ton gegenüber Kuba, ohne die Tür zur Diplomatie ganz zu schließen. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (5.) im Weißen Haus wies Regierungssprecherin Karoline Leavitt öffentliche Zweifel der kubanischen Führung an angeblich laufenden Gesprächen mit Washington scharf zurück und verband dies mit einer deutlichen Warnung an Havanna. „Ich denke, angesichts der Tatsache, dass die kubanische Regierung am Ende ist und ihr Land kurz vor dem Zusammenbruch steht, sollten sie in ihren Äußerungen gegenüber dem Präsidenten der Vereinigten Staaten klug vorgehen“, sagte sie.
Auslöser der Wortmeldung war eine Nachfrage zu Äußerungen des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel. Dieser hatte erklärt, Kuba sei zu einem Dialog mit den USA nur bereit, wenn dieser „ohne Druck, ohne Vorbedingungen, auf Augenhöhe und unter Achtung der Souveränität“ stattfinde. Zugleich hatte die kubanische Regierung bestritten, dass – wie von US-Präsident Donald Trump behauptet – bereits Gespräche im Gange seien. Leavitt hielt dem entgegen, Trump bleibe grundsätzlich offen für Diplomatie. Mehr noch: Sie deutete an, dass es bereits Kontakte mit der kubanischen Regierung gebe. Details nannte sie jedoch weder zu möglichen Gesprächskanälen noch zu Inhalten oder Zielen eines solchen Austauschs. Auch auf die explizite Forderung Havannas nach Gesprächen ohne Vorbedingungen ging sie nicht näher ein. Der wiederholte Verweis auf die Gesprächsbereitschaft des Präsidenten blieb bewusst allgemein – und unterstrich zugleich, dass Washington Engagement zwar bevorzuge, aber zu eigenen Bedingungen. Die scharfe Wortwahl aus dem Weißen Haus fällt in eine Phase erheblicher innerer Spannungen auf der Karibikinsel. Díaz-Canel hatte nahezu zeitgleich in Havanna eingeräumt, dass sich Kuba auf „noch schwierigere Zeiten“ einstellen müsse. In einer öffentlichen Ansprache sprach er von akuter Treibstoffknappheit, drohenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Notwendigkeit weiterer Sparmaßnahmen. Aktivitäten müssten gestoppt oder verschoben werden, die Bevölkerung solle „noch mehr sparen“ und auf die Strategie der Regierung vertrauen. Konkrete Perspektiven für eine kurzfristige Entlastung nannte er nicht. Wie so oft machte Díaz-Canel die USA für die wirtschaftliche Misere verantwortlich und verwies auf indirekte Folgen der US-Sanktionen, insbesondere im Zusammenhang mit Venezuela. Beobachter verweisen jedoch seit Langem auf strukturelle Probleme, Missmanagement und einen wachsenden sozialen Verschleiß als zentrale Ursachen der Krise. Vor diesem Hintergrund erhält die Botschaft aus Washington eine doppelte Bedeutung: Einerseits erhöht die US-Regierung den politischen Druck und stellt offen die Stabilität des kubanischen Systems infrage. Andererseits signalisiert sie Gesprächsbereitschaft – allerdings ohne Zugeständnisse oder erkennbare Abkehr von einer harten Linie. Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind seit Jahrzehnten von Sanktionen, vorsichtigen Annäherungen und erneuten Brüchen geprägt. Zwar wurden die diplomatischen Beziehungen Mitte der 2010er Jahre formell wieder aufgenommen, viele Beschränkungen blieben jedoch bestehen, und der Kurs wechselte mehrfach mit den jeweiligen US-Regierungen. Ob die angedeuteten Kontakte tatsächlich den Beginn eines neuen Dialogs markieren oder vor allem als politisches Druckmittel dienen, bleibt vorerst offen. Sicher ist nur: Die Rhetorik auf beiden Seiten spiegelt eine Phase wachsender Unsicherheit – in Havanna ebenso wie in Washington.
Quellen: REUTERS (https://t1p.de/qjh9v), YouTube/APT (https://t1p.de/xsuke)
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