Neues aus Kuba
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Am 25. November 2016 starb Fidel Castro, der Kuba von 1959 bis 2008 führte, im Alter von 90 Jahren. Während seiner 49-jährigen Amtszeit überlebte er Hunderte Attentatsversuche und scheiterte auch nicht an der von den USA unterstützten Invasion in der Schweinebucht 1961.
25.11.2025 10:26 Uhr
Abbildung: World Public Forum Dialogue of Civilizations, Fidel Castro 2012, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 2.0
Am 25. November 2016 starb Fidel Castro, der kubanische Revolutionsführer, im Alter von 90 Jahren. Fast ein halbes Jahrhundert hatte er die politische Landschaft Kubas geprägt. Nach der Machtübernahme im Januar 1959 überlebte er nach Angaben seines ehemaligen Sicherheitschefs Escalante 638 dokumentierte Attentatsversuche der CIA. Auch eine US-geführte Invasion 1961 in der Schweinebucht scheiterte: Rund 1.500 kubanische Exilanten, unterstützt von den Vereinigten Staaten, wurden überwältigt. Über hundert von ihnen wurden getötet, der Rest gefangen genommen. Die Niederlage stärkte Castros Position und festigte sein Regime in Kuba.
Castro etablierte sich als ewiger Autokrat und hielt mit 49 Jahren an der Macht den Weltrekord für die längste ununterbrochene Regierungszeit eines Staatschefs. 2008 übergab er aufgrund gesundheitlicher Probleme den Vorsitz des Staatsrats an seinen Bruder Raúl Castro. Unter Fidel Castro blieb der ursprüngliche Traum einer demokratischen und wohlhabenden Gesellschaft unerfüllt. Rund zwei Millionen Kubaner, etwa 20 % der Bevölkerung, verließen das Land, darunter auch seine Tochter Alina Fernández. Zwar wurde Fidel Castro oft als bescheidener Führer dargestellt, der einfache grüne Militäruniformen oder später Trainingsanzüge trug und in einem bescheidenen Haus am Stadtrand von Havanna lebte. Berichte ehemaliger Vertrauter, darunter der frühere Leibwächter Juan Sánchez, widersprechen diesem Bild. Sánchez erzählte von luxuriösen Privatsitzen auf der Insel Cayo Piedra mit Yacht, Delfinen, Schwimmaquarien, Bowlingbahn, Basketballplatz und sogar einem eigenen Krankenhaus. Castro genoss demnach hochwertigen Whiskey, versteckte afrikanische Diamanten in Zigarrenkisten und soll Bestechungsgelder angenommen haben, unter anderem im Zusammenhang mit dem Drogenschmuggel südamerikanischer Kartelle. Auch sein Privatleben war extravagant; er hatte zahlreiche Affären und neun außereheliche Kinder. Die Zeit nach Fidel Castros Amtsverzicht 2014 leitete eine allmähliche Annäherung an die Vereinigten Staaten ein, die nach 53 Jahren wieder diplomatische Beziehungen aufnahmen. Raúl Castro traf 2015 in Panama mit US-Präsident Barack Obama zusammen und trat 2018 als Vorsitzender des Staatsrats zurück. 2018 wurde zudem eine Verfassungsänderung verabschiedet, die privates Eigentum anerkannte. Mit dem Rücktritt Raúls 2021 endete offiziell die 62-jährige Herrschaft der Castro-Brüder. Präsident Miguel Díaz-Canel übernahm die Nachfolge als formelles Staatsoberhaupt. Auch im internationalen Kontext öffnete sich Kuba nach Jahren der Isolation: Nachdem das Land unter Fidel Castro 1988 die Olympischen Spiele in Seoul boykottiert hatte und enge Beziehungen zu Nordkorea pflegte, wurden am 14. Februar 2024 diplomatische Beziehungen zu Südkorea aufgenommen. Trotz wirtschaftlicher und politischer Restriktionen in Kuba markieren diese Entwicklungen die schrittweise Integration des Landes in internationale Strukturen. Fidel Castros politisches Erbe ist ambivalent: Einerseits steht er für Widerstand gegen externe Interventionen und den Aufbau eines sozialistischen Systems; andererseits blieb die soziale und wirtschaftliche Entwicklung Kubas hinter den ursprünglichen Versprechen zurück. Die Castro-Ära hinterließ ein Land mit tiefgreifenden Spuren politischer Zentralisierung, Abwanderung großer Bevölkerungsteile und einer dualen Realität zwischen propagierter Bescheidenheit und tatsächlichem Luxus im Umfeld der Führung.
Quelle: Chosun (https://t1p.de/4scq0)
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