Neues aus Kuba
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16.04.2026 16:00 Uhr
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Vor 65 Jahren landeten junge Exilkubaner in der Schweinebucht, um die Castro-Regierung zu stürzen – ein von der CIA unterstütztes Unternehmen, das scheiterte. Heute schürt die anhaltende Krise in Kuba bei Veteranen der gescheiterten Invasion alte Hoffnungen auf einen Regimewechsel. Das zeigt ein Video, das die persönlichen Erinnerungen von Exilkubanern mit der aktuellen Not auf der Karibikinsel verknüpft.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Wie Schweinebucht-Veteranen Kuba heute sehen. Rechte beim Uploadenden.
Die Zeitzeugen, die 1961 als junge Männer in der von der CIA unterstützten „Brigade 2506“ kämpften, blicken auf das traumatische Scheitern der Invasion zurück, das Castros Herrschaft damals nur festigte. Heute, im Angesicht einer sich zuspitzenden humanitären und wirtschaftlichen Krise in ihrer Heimat, sehen einige in der Exilgemeinde Miami jedoch eine neue historische Chance. „Jetzt haben wir vielleicht eine Gelegenheit für irgendeine Art von Lösung“, wird eine Stimme aus dem Umfeld der Exilanten zitiert. Die Beschreibung der aktuellen Zustände fällt drastisch aus: „Sie sterben vor Hunger auf den Straßen, sie haben keine Medizin, sie haben kein Essen, sie haben kein Wasser und die Regierung hat nicht die Ressourcen, um die grundlegenden Bedürfnisse zu decken.“ Diese Verzweiflung treibe sogar Menschen in die Flucht nach Haiti, einem Land, das selbst mit enormen Problemen kämpft.
Das Video der Deutschen Welle (DW) zeichnet nach, wie die damalige US-Regierung unter Präsident Kennedy die rund 1400 exilkubanischen Kämpfer ausbilden und bewaffnen ließ, um Castro zu stürzen und einen Volksaufstand zu entfachen. Die persönlichen Schilderungen der Veteranen sind dabei von der Naivität der Jugend und dem anschließenden Schock geprägt. Einer von ihnen gab an, erst drei Tage vor dem Einsatz einem schweren Maschinengewehr zugeteilt worden zu sein: „Ich ging also nach Kuba, ohne jemals ein solches MG gesehen zu haben.“ Die anfängliche Aufregung wich schnell blankem Entsetzen, als der Überraschungsmoment verpuffte und die erwartete Luftunterstützung ausblieb. „Und auf dem Höhepunkt unseres Erfolges zog Kennedy die Unterstützung zurück und verriet uns. Er ließ uns im Stich“, so die anhaltende Anklage eines Veteranen im Video. Die Invasion brach in nur drei Tagen zusammen; etwa 100 Angreifer wurden getötet, fast 1200 gerieten in Gefangenschaft. Die Schilderung der folgenden 20-monatigen Haft ist eindrücklich: 210 Männer in einem Raum, ohne persönlichen Besitz, schlafend auf dem Boden und geplagt von katastrophalen hygienischen Zuständen. „Man lief durch das, was die anderen nicht zur Toilette geschafft hatten und man verteilte das dort, wo man schlief“, erinnert sich einer der Männer. Ihre Freilassung erfolgte erst 1962 im Austausch gegen US-Hilfslieferungen im Wert von 53 Millionen Dollar. Viele der Überlebenden, so der Bericht, bauten sich daraufhin in Miami ein neues Leben auf. Die Stadt stehe für sie als „ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Kuba hätte sein können, wenn es dort nie eine kommunistische Regierung gegeben hätte“. Das ursprüngliche Ziel, in Kuba „Freiheit, Bürgerrechte und ein Rechtssystem nach Vorbild der Vereinigten Staaten zu etablieren“, sei unverändert. Trotz des traumatischen Scheiterns bewerten die porträtierten Veteranen ihre Teilnahme nicht durchweg negativ. Einer von ihnen formuliert es als „Privileg“, an einer Aktion teilgenommen zu haben, „die so viele positive Folgen für so viele Menschen hätte haben können“. Diese fast mystische Überhöhung der gescheiterten Mission erklärt vielleicht die anhaltende politische Energie in Teilen der Exilgemeinde. Der Beitrag zitiert Aussagen, die die aktuelle US-Regierung in die Pflicht nehmen: „Wenn Trumps Amtszeit endet und in Kuba nichts passiert ist, dann wird sich das wie ein größerer Verrat anfühlen als unter jeder anderen Regierung.“ Die Botschaft ist klar: Für manche im Exil ist der Kampf von 1961 nicht beendet, sondern wird durch die heutige Krise auf der Insel nur neu befeuert. Die persönlichen Erzählungen von damals verbinden sich so mit der aktuellen politischen Forderung, die historische Schuld einzulösen und das „befreite“ Kuba doch noch Wirklichkeit werden zu lassen. Autor: Leon Latozke
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