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Wifredo Lam im MoMA: Kubas bekanntester Maler erstmals in den USA umfassend präsentiert (+ Video)6/11/2025 ![]()
Kubas bedeutender Maler der Moderne Wifredo Lam wird erstmals in den USA mit einer umfassenden Retrospektive gewürdigt. Die Ausstellung im Museum of Modern Art in New York zeigt das gesamte Spektrum seines Schaffens und verdeutlicht Lams Rolle als transnationaler Künstler und seinen Einfluss auf die internationale Moderne.
06.11.2025 04:00 Uhr
Abbildung: Wikimedia Commons
Der kubanische Maler Wifredo Lam (1902–1982) erhält erstmals in den Vereinigten Staaten eine großangelegte Retrospektive, die seinem internationalen Rang als moderner Künstler gerecht wird. Die Ausstellung „Wifredo Lam: When I Don’t Sleep, I Dream“ im Museum of Modern Art (MoMA) in New York eröffnet am 10. November und wird bis zum 11. April gezeigt. Lam, dessen Werk europäische Avantgarde-Bewegungen wie Kubismus und Surrealismus mit afro-karibischen Traditionen verbindet, war bisher vor allem in Europa durch Ausstellungen wie der großen Retrospektive von 2015 bekannt, die Stationen im Centre Pompidou, der Tate und im Museo Reina Sofía machte.
Die New Yorker Schau bietet erstmals eine umfassende Sicht auf Lams Schaffen, das sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt und unterschiedliche künstlerische Phasen umfasst. Gezeigt werden neben seinen ikonischen, länglich und geheimnisvoll geformten Figuren auch farbintensive, nahezu abstrakte Arbeiten, skulpturale Köpfe, frühe figurative Werke sowie experimentelle Kompositionen der 1960er und 70er Jahre. Kuratorin Beverly Adams betont die Bedeutung der Zusammenführung dieser Werke, um Dialoge zwischen den verschiedenen Schaffensperioden zu ermöglichen: „Es gab kleinere Ausstellungen, aber noch nie eine Institution, die die logistische Komplexität einer Show dieser Größe übernommen hat.“ Das MoMA verfügt über eine lange Tradition mit Lam. Bereits 1939 erwarb das Museum sein Werk Mother and Child, ein schlichtes, hieratisches Porträt einer Frau mit Kind, das sowohl persönliche Tragik – Lam verlor Frau und Kind an Tuberkulose – als auch universelle Empathie ausdrückt. 1945 folgte der Erwerb seines Meisterwerks The Jungle, eines monumentalen Gemäldes, das Mensch, Tier und Landschaft in einem dichten Geflecht kombiniert und als Beispiel für die Verbindung europäischer Modernismen mit kolonialer Realität der Karibik gilt. Ein besonderes Augenmerk der New Yorker Retrospektive liegt auf Grande Composition (1949), Lams bislang größtem Werk, das über Jahrzehnte in privaten Sammlungen versteckt war. Mit einer Fläche von 4,3 × 2,8 Meter präsentiert es Lams künstlerische Entwicklung nach The Jungle und verdeutlicht, dass sein Schaffen weit über die 1940er Jahre hinaus relevant blieb. Kurator Christophe Cherix hebt hervor, dass die Ausstellung damit auch Lams spätere Schaffensphase und die fortdauernde künstlerische Innovationskraft sichtbar macht
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Die Organisation der Ausstellung erforderte intensive Zusammenarbeit mit internationalen Sammlern und Institutionen. Trotz fehlender Leihgaben aus dem Museo Nacional de Bellas Artes in Havanna, das rund 200 Werke Lams besitzt, wurde der Austausch kubanischer Wissenschaftler ermöglicht, die The Jungle zum ersten Mal in New York begutachten konnten. Dies unterstreicht die transnationale Dimension von Lams Werk, das europäische, afrikanische und karibische Einflüsse zu einer eigenständigen Bildsprache verbindet. Adams bezeichnet Lam als „ein wahres Modell des transnationalen Künstlers“, dessen Werk sich schwer in herkömmliche Kategorien einordnen lässt. Lam kooperierte zeitlebens mit bedeutenden Künstlern und Intellektuellen, darunter Pablo Picasso, André Breton und der karibische Dichter Aimé Césaire, mit dem er auch in späteren Jahren noch Werke wie Radierungen und Gedichte veröffentlichte. Die MoMA-Retrospektive zeigt, wie Lam diese Begegnungen und Erfahrungen künstlerisch transformierte, indem er gesellschaftliche Fragen von Rasse, Kolonialismus und Ungleichheit in einer einzigartigen Bildsprache reflektierte. Die Ausstellung ist nicht nur eine Hommage an Lams künstlerisches Schaffen, sondern auch ein Beitrag zu einer Neubewertung kubanischer Kunst im internationalen Kontext. Durch die Zusammenführung von Werken aus privaten Sammlungen und internationaler Leihgaben entsteht ein umfassendes Bild, das den Einfluss Lams auf die moderne Kunstgeschichte deutlich macht. Mit dieser Ausstellung tritt Lam als zentraler Vertreter einer transnationalen, kulturell vernetzten Moderne in das Bewusstsein des US-Publikums.
Quelle: MoMA/Youtube (https://t1p.de/2jwoh)
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Text: Leon Latozke
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