Neues aus Kuba
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29.05.2026 08:00 Uhr
Die US-Regierung unter Donald Trump hat Militärpläne für ein mögliches Eingreifen in Kuba ausgearbeitet. Sollte die kommunistische Führung zusammenbrechen und Chaos ausbrechen, sei man einsatzbereit, berichtet Axios.
Abbildung: Donald Trump, April 2026 (Bildquelle: The White House, P20260401DT-0265-2, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC0 1.0
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hält sich nach Informationen aus Regierungskreisen für ein mögliches militärisches Eingreifen auf Kuba bereit. Wie das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf mehrere hochrangige Regierungsvertreter am Donnerstag (28.) berichtete, existieren konkrete Einsatzpläne für den Fall eines Zusammenbruchs der kubanischen Führung und daraus resultierender chaotischer Zustände auf der Insel. Zwar habe Trump eine Invasion bislang nicht offiziell genehmigt und bevorzuge nach Angaben seiner Berater einen friedlichen Machtwechsel, doch die Administration verfolge weiterhin die Strategie, das kommunistische Regime durch wirtschaftliche Sanktionen schrittweise zu schwächen.
Die seit längerem verhängte Ölblockade der USA habe in Havanna bereits zu großflächigen Stromausfällen geführt. Ein ranghoher Regierungsbeamter erklärte gegenüber Axios, man wolle das Regime nicht sofort beseitigen, sondern gehe in „Etappen“ vor. Ein weiterer Vertreter der Administration stellte klar, dass Trump derzeit keinen Grund zur Eile sehe, da die Verhandlungen mit dem Iran über ein Friedensabkommen noch nicht abgeschlossen seien. Ein Regierungsvertreter erklärte: „Trump will alle Hebel ausschöpfen, die ihm zur Verfügung stehen. Aber an diesem Punkt sind nicht mehr so viele Hebel übrig wie zuvor.“ Zugleich verfüge man über „einen ziemlich umfangreichen Werkzeugkasten, besonders bei Sanktionen und deren Durchsetzung. Es kommt noch mehr.“ Während einer Kabinettssitzung am Mittwoch warnte Außenminister Marco Rubio vor einem „gescheiterten Staat“ nur rund 150 Kilometer vor der Küste Floridas, den er als „Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten“ bezeichnete. Rubio, selbst kubanischstämmig, sparte nicht mit Kritik an der Führung in Havanna: „Leider wird das Land von einem Haufen inkompetenter Kommunisten regiert. Kommunist zu sein ist schon schlecht. Ein inkompetenter Kommunist zu sein ist das Allerschlimmste.“ Gleichzeitig kündigte Rubio Gespräche mit der kubanischen Seite an, denn die USA wünschten „etwas Gutes“ für das kubanische Volk. Parallel zu diesen diplomatischen Signalen berichtete das Portal Politico am Mittwoch, das Pentagon habe bereits seit Monaten Truppen und Waffensysteme für einen möglichen Militäreinsatz in Stellung gebracht. Die Umsetzung dieser Pläne bedürfe allerdings der endgültigen Zustimmung des Präsidenten. Kuba selbst zeigt sich besorgt über die zunehmende militärische Bedrohung. Lianys Torres Rivera, die oberste Diplomatin des Landes, erklärte kürzlich in einem Interview, Havanna bereite sich aktiv auf die Möglichkeit vor, dass Trump eine Invasion verkünden könnte. „Es ist nicht so, dass wir darauf vorbereitet sind, als Erste gegen US-Territorium oder US-Bürger vorzugehen. Das wollen wir nicht. Wir bereiten uns darauf vor, uns zu verteidigen“, betonte sie. Trotz der Warnungen aus Washington sei die Insel „in keiner Weise“ eine Gefahr. Torres Rivera warnte vor den verheerenden Folgen eines militärischen Konflikts: „Es könnte ein Blutbad geben. Wir wollen nicht, dass Kubaner in Kuba sterben – und auch keine amerikanischen Soldaten.“ Zugleich machte sie deutlich, dass die Unabhängigkeit Kubas nicht verhandelbar sei und das „einzige Tabu“ in möglichen Gesprächen darstelle. Die angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern haben sich weiter verschärft, seit Trump im Januar nach der US-Militäraktion in Venezuela die Öllieferungen des Landes nach Kuba faktisch unterband. Zudem drohte Trump Staaten mit Strafzöllen, die Öl nach Kuba liefern, und begründete dies mit dem Schutz der nationalen Sicherheit der USA vor den „schädlichen Aktionen und Politiken des kubanischen Regimes“. Der Präsident hatte bereits im Februar die Idee einer „freundlichen Übernahme“ Kubas ins Spiel gebracht und im März erklärt, die USA hätten die „Ehre“, Kuba „zu nehmen“: „Ob ich es befreie, ob ich es nehme – ich denke, ich kann damit machen, was ich will, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen. Sie sind im Moment ein sehr geschwächtes Land.“
Quelle: Axios (https://t1p.de/faclo)
Autor: Leon Latozke
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