Neues aus Kuba
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Die kubanische Regierung kündigt tiefgreifende Reformen an, um das Land für ausländische Investoren interessanter zu machen. Mit der Öffnung des Finanzsektors, neuen Sonderwirtschaftszonen und erleichterten Abläufen reagiert Havanna auf die anhaltende Wirtschaftskrise und den Mangel an Devisen.
29.11.2025 09:27 Uhr
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Die kubanische Regierung kündigt eine weitreichende Neuausrichtung ihrer Wirtschaftspolitik an, um internationale Investitionen stärker anzuziehen und damit die schwer angeschlagene Volkswirtschaft zu stabilisieren. Zum Abschluss der 41. Internationalen Messe von Havanna (Fihav 2025) erklärte Premierminister Manuel Marrero, das Land wolle seinen Markt „beschleunigt“ transformieren und ein „attraktiveres, moderneres und agileres“ Umfeld für ausländische Unternehmen schaffen.
Im Zentrum der neu vorgestellten Maßnahmen steht die Öffnung bislang hochsensibler Bereiche. Erstmals sollen ausländische Akteure im kubanischen Bank- und Finanzsektor zugelassen werden. Zudem sollen internationale Unternehmen künftig direkt Personal anstellen dürfen – ohne den bisherigen Umweg über staatliche Vermittlungsbetriebe. Diese Reform gilt als einer der tiefsten Eingriffe in das bisherige Arbeits- und Kontrollsystem des Staates. Weitere Schritte betreffen die Ausweitung von Sonderwirtschaftszonen, eine Vereinfachung bürokratischer Genehmigungsverfahren und neue Anreize im Immobiliensektor. Ausländischen Firmen soll außerdem der Zugang zu Kraftstoffen in Devisen erleichtert und deren Import ermöglicht werden. Ziel sei es, so Marrero, Genehmigungsprozesse zu beschleunigen, neue Freiräume für Kapitalzuflüsse zu schaffen und flexiblere Kooperationen mit staatlichen und privaten kubanischen Akteuren zu ermöglichen. Die politische Entscheidung sei klar: Geschäfte in Kuba sollen „einfacher, schneller und sicherer“ werden. Die Messe, an der 715 Unternehmen aus 52 Ländern teilnahmen, präsentierte erste konkrete Ergebnisse: drei neue Joint Ventures – zwei zur Lebensmittelproduktion, eines zur Herstellung von Leuchten – sowie zahlreiche Absichtserklärungen und kommerzielle Vereinbarungen. Doch hinter dem Optimismus stehen tiefgreifende ökonomische Probleme, die den Reformdruck erhöhen. Die Pandemie, verschärfte US-Sanktionen und strategische Fehlentscheidungen haben strukturelle Schwächen offengelegt und verschärft. Die Wirtschaftsleistung ist in fünf Jahren um rund elf Prozent eingebrochen; Inflation, Versorgungsengpässe und lange Stromausfälle prägen den Alltag. Weil der Staat 80 Prozent der Verbrauchsgüter importieren muss, ist der Mangel an Devisen ein zentraler Engpass. Der Einbruch des Tourismus und der Rückgang formeller Geldüberweisungen aus dem Ausland haben die Situation zusätzlich verschärft. Gleichzeitig treibt die massive Auswanderung viele qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Land und verschärft die Krise langfristig. Mit den jetzt präsentierten Maßnahmen versucht die Regierung, das Vertrauen internationaler Investoren zurückzugewinnen und die Wirtschaft auf einen neuen Kurs zu bringen. Ob die angekündigten Schritte ausreichen, um die strukturelle Krise zu überwinden, bleibt offen – doch sie markieren die weitreichendste Öffnung seit Jahren.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/dfs74)
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