Neues aus Kuba
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Zehn Millionen Euro mehr für Kuba: Brüssel reagiert auf die dramatische humanitäre Lage – mit Geld für Medikamente, Wasser und Nahrung.
Abbildung: Symbolbild von Guillaume Baviere (Bildquelle: Cuba (8620299773), Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 2.0)
Die Lage auf Kuba spitzt sich zu – und Brüssel reagiert mit einer weiteren Finanzspritze. Die Europäische Kommission kündigte am Donnerstag (23.) die Auszahlung von zehn Millionen Euro zusätzlicher humanitärer Hilfe für die Karibikinsel an. Begründet wird der Schritt mit der anhaltenden Verschlechterung der humanitären Situation im Land.
Im Zentrum der Hilfsmaßnahmen stehen jene Bevölkerungsgruppen, die von der Energiekrise und dem chronischen Treibstoffmangel am härtesten getroffen werden: Kinder, Schwangere, stillende Mütter, ältere Menschen sowie Gemeinden in entlegenen Regionen. Die Mittel sollen vor allem in die medizinische Versorgung fließen, darunter den Kauf dringend benötigter Medikamente. Hinzu kommen Nothilfeprogramme zur Lebensmittelversorgung, die Behandlung von Mangelernährung bei Kindern und Müttern, die Instandsetzung von Wassersystemen, logistische Unterstützung für schwer erreichbare Gebiete sowie Lösungen im Bereich erneuerbarer Energien. Die neue Tranche ist nicht die erste in diesem Jahr. Bereits Anfang 2026 hatte die Kommission vier Millionen Euro als regionale Zuweisung für die Karibik bewilligt, von denen der Großteil nach Kuba floss. Im April kamen zwei weitere Millionen Euro hinzu. Zusammen mit der jüngsten Aufstockung hat Brüssel damit allein in den vergangenen Monaten 16 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für die Insel mobilisiert. Auch im vergangenen Jahr war die EU bereits aktiv geworden: Nach den schweren Schäden, die der Hurrikan Melissa auf Kuba angerichtet hatte, stellte die Kommission 2025 fast sechs Millionen Euro für Katastrophenvorsorge bereit. „Die EU zeigt einmal mehr ihre Solidarität mit dem kubanischen Volk", erklärte die EU-Kommissarin für Krisenvorsorge und -management, Hadja Lahbib, laut Mitteilung der Kommission. Die zusätzliche Finanzierung solle es Partnerorganisationen vor Ort ermöglichen, Nahrung, medizinische Versorgung, sauberes Trinkwasser und andere Grundbedürfnisse bereitzustellen. Hintergrund der Entscheidung ist die dramatische Energiekrise, die Kuba seit Mitte 2024 im Griff hat. Verschärft wurde sie seit Januar durch verstärkten Druck der USA auf Öllieferungen an die Insel sowie durch seit Mai verschärfte Sanktionen Washingtons. Die Folgen sind im ganzen Land spürbar: tagelange Stromausfälle, Engpässe bei der Wasserversorgung und ein zunehmend überlastetes Gesundheitssystem. Die humanitäre Hilfe steht dabei in einem politisch aufgeladenen Kontext. Erst im Juni hatte das Europäische Parlament gefordert, den politischen Dialog zwischen der EU und Kuba auszusetzen, sollte die Regierung in Havanna keine Fortschritte in Richtung Demokratisierung erkennen lassen. Die Kommission trennt damit erkennbar zwischen humanitärer Nothilfe für die Zivilbevölkerung und der politischen Bewertung der kubanischen Regierung – ein Balanceakt, den Brüssel schon in der Vergangenheit immer wieder vollzogen hat.
Quellen: EFE (https://t1p.de/rd8qf), ECHO (https://t1p.de/gs6bu)
Autor: Leon Latozke
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