Neues aus Kuba
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Humanitäre Hilfe aus Mexiko erreicht Havanna: 814 Tonnen Lebensmittel treffen auf eine Insel im Ausnahmezustand. Treibstoffmangel, Flugstreichungen und Stromausfälle belasten Wirtschaft und Bevölkerung. Mexiko kündigt weitere Lieferungen an.
13.02.2026 08:15 Uhr
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Zwei Schiffe der mexikanischen Marine mit insgesamt 814 Tonnen humanitärer Hilfe sind am Donnerstagmorgen (12.) im Hafen von Havanna eingetroffen. Die Lieferung erfolgt inmitten einer sich zuspitzenden Energiekrise, die durch eine von den USA verhängte ‚Energieblockade‘ verschärft wird.
Nach Angaben der mexikanischen Behörden transportierte das erste Schiff rund 536 Tonnen Lebensmittel und Hygieneartikel, darunter Milch, Reis, Bohnen, Sardinen, Fleischprodukte, Kekse, Thunfischkonserven und Speiseöl. Das zweite Schiff brachte weitere 277 Tonnen Milchpulver auf die Insel. Bereits gegen 8.30 Uhr Ortszeit lief das erste Versorgungsschiff langsam durch die schmale Hafeneinfahrt von Havanna ein, während das zweite zunächst vor der Bucht wartete. Mexiko bezeichnete die Lieferung als Ausdruck von „Solidarität und humanitärer Hilfe“. Sie erfolgt vor dem Hintergrund diplomatischer Bemühungen, die Ölversorgung Kubas wieder aufzunehmen. Zuvor hatte die staatliche mexikanische Ölgesellschaft Petróleos Mexicanos (Pemex) im Januar ihre Rohöllieferungen nach Kuba ausgesetzt. Gründe wurden offiziell nicht genannt. Die Entscheidung fiel zeitlich zusammen mit einer Anordnung von US-Präsident Donald Trump, der Ländern mit Strafzöllen gedroht hatte, sollten sie weiterhin Öl an Kuba liefern. Die kubanische Regierung unter Präsident Miguel Díaz-Canel spricht von einer gezielten Verschärfung der Sanktionen. Diese beeinträchtige Transportwesen, Krankenhäuser, Schulen, Tourismus und die Lebensmittelproduktion. Nach offiziellen Angaben hätten die US-Sanktionen zwischen März 2024 und Februar 2025 wirtschaftliche Schäden von mehr als 7,5 Milliarden US-Dollar verursacht. Die Auswirkungen der Energieknappheit sind im Alltag deutlich spürbar. Es kommt zu schweren Stromausfällen, Banköffnungszeiten wurden reduziert, kulturelle Veranstaltungen ausgesetzt. Unternehmen der Treibstoffverteilung kündigten an, Benzin nur noch gegen US-Dollar und mit einer Begrenzung von 20 Litern pro Kunde zu verkaufen. Zudem warnten kubanische Luftfahrtbehörden Fluggesellschaften vor unzureichenden Treibstoffreserven. Air Canada setzte daraufhin Flüge nach Kuba aus, andere Airlines legten Zwischenstopps in der Dominikanischen Republik ein, bevor sie weiter nach Havanna flogen. Der Tourismussektor, einst ein wichtiger Devisenbringer, steht damit erneut unter Druck. Auch international bleibt die Lage angespannt. Der Kreml äußerte sich zurückhaltend zu möglichen Öllieferungen aus Russland. Man wolle keine Eskalation mit den Vereinigten Staaten und setze auf „konstruktiven Dialog“, erklärte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Kuba hatte zuvor stark auf Öllieferungen aus Venezuela gesetzt. Diese kamen zum Erliegen, nachdem die USA Anfang Januar gegen das südamerikanische Land vorgegangen waren und dessen Führung festgenommen wurde. Seither verschärft sich die Energieknappheit auf der Karibikinsel. Vor diesem Hintergrund werden die mexikanischen Hilfslieferungen von vielen Kubanern als dringend benötigte Unterstützung wahrgenommen. Beobachter am Malecón von Havanna sprachen von „schwierigen Zeiten großer Not und Unsicherheit“. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte an, weitere Hilfsgüter – darunter zusätzliche 1.500 Tonnen Bohnen und Milchpulver – vorzubereiten, sobald die Schiffe zurückgekehrt seien. Parallel dazu bemühe sich ihre Regierung um diplomatische Lösungen, damit Kuba wieder Öl und Derivate für den täglichen Betrieb erhalten könne.
Quellen: Hallifax City News (https://t1p.de/ukgro), Swissinfo/EFE (https://t1p.de/0v1k2)
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