Neues aus Kuba
|
01.03.2026 09:00 Uhr
Inmitten wachsender Spannungen zwischen Kuba und den USA empfängt Papst León XIV Kubas Außenminister. Die Gespräche bleiben offiziell diskret, doch der Zeitpunkt ist brisant. Vor der Audienz hatten US-Diplomaten ebenfalls Rom besucht, um über einen möglichen Wandel auf der Insel zu beraten.
Der Vatikan hat inmitten wachsender Spannungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten einen diplomatischen Akzent gesetzt. Papst León XIV empfing am Samstag (28.) den kubanischen Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla. Wie der Heilige Stuhl bestätigte, trat Rodríguez als „Sondergesandter“ von Präsident Miguel Díaz-Canel auf.
Details der Gespräche wurden nicht veröffentlicht. Rodríguez dankte dem Papst auf der Plattform X für die Audienz, ohne weitere Informationen zu geben. Neben dem Pontifex traf er auch mit Kardinal Pietro Parolin, dem vatikanischen Staatssekretär, zusammen. Die Begegnung ist Teil einer Reihe diplomatischer Kontakte des Heiligen Stuhls zu Kuba. Vor einer Woche empfing der vatikanische Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten, Paul Richard Gallagher, zwei US-Vertreter: den Geschäftsträger in Havanna, Mike Hammer, und den Botschafter beim Heiligen Stuhl, Brian Burch. Ziel der Gespräche war es, die Lage in Kuba zu erörtern. Die Hintergrundspannung bleibt hoch. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt angedeutet, dass sein Land eine „freundliche Übernahme“ Kubas in Betracht ziehen könnte. Dies wird in Havanna als drohende Einflussnahme gewertet. US-Diplomat Hammer erklärte nach einem Treffen mit Exilkubanern in Rom, dass man prüfe, „wie ein friedlicher Wandel“ unterstützt werden könne. Papst León XIV hatte Washington und Havanna zuvor zu einem „aufrichtigen und wirksamen Dialog“ aufgefordert. Gewalt oder Maßnahmen, die das Leid der Bevölkerung verschärfen, müssten vermieden werden. Die Wortwahl verweist auf die humanitären Risiken einer politischen Eskalation. Parallel empfing der Papst den Bischof von Guantánamo-Baracoa, Silvano Pedroso Montalvo. Andere kubanische Bischöfe konnten ihre regelmäßige „Ad-limina“-Visite nicht antreten – offiziell aufgrund von Treibstoffknappheit. Die Vatikanpolitik bleibt traditionell zurückhaltend, doch die Reihe der Treffen deutet auf ein gezieltes Monitoring der Lage hin. In einem geopolitisch angespannten Umfeld fungiert der Heilige Stuhl als neutrale Plattform, um Dialog und Vermittlungsmöglichkeiten zu schaffen.
Quelle: EFE
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |


RSS-Feed