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<channel><title><![CDATA[KUBAKUNDE - Leon Latozke]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke]]></link><description><![CDATA[Leon Latozke]]></description><pubDate>Wed, 23 Sep 2026 02:02:04 +0200</pubDate><generator>Weebly</generator><item><title><![CDATA[Kubas große Wende: Zwischen historischer Chance und oligarchischer Gefahr]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-grosse-wende-zwischen-historischer-chance-und-oligarchischer-gefahr]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-grosse-wende-zwischen-historischer-chance-und-oligarchischer-gefahr#comments]]></comments><pubDate>Sat, 20 Jun 2026 07:48:49 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-grosse-wende-zwischen-historischer-chance-und-oligarchischer-gefahr</guid><description><![CDATA[Jahrzehntelang wurde die Reform verschleppt. Jetzt kommt sie &ndash; unter den denkbar schlechtesten Bedingungen. Wer profitiert von der wirtschaftlichen &Ouml;ffnung Kubas wirklich? Und wer bleibt zur&uuml;ck? Die entscheidenden Fragen bleiben bislang unbeantwortet.      Jahrzehntelang hat Kuba seine wirtschaftlichen Grundprobleme verwaltet, verschoben und mit Durchhalteparolen &uuml;bert&uuml;ncht. Nun liegt ein Reformpaket auf dem Tisch, das an Tiefe und Reichweite kaum zu &uuml;berbieten ist [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><strong>Jahrzehntelang wurde die Reform verschleppt. Jetzt kommt sie &ndash; unter den denkbar schlechtesten Bedingungen. Wer profitiert von der wirtschaftlichen &Ouml;ffnung Kubas wirklich? Und wer bleibt zur&uuml;ck? Die entscheidenden Fragen bleiben bislang unbeantwortet.</strong></div>  <div>  <!--BLOG_SUMMARY_END--></div>  <div class="paragraph"><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Jahrzehntelang hat Kuba seine wirtschaftlichen Grundprobleme verwaltet, verschoben und mit Durchhalteparolen &uuml;bert&uuml;ncht. Nun liegt ein Reformpaket auf dem Tisch, das an Tiefe und Reichweite kaum zu &uuml;berbieten ist. Doch der Zeitpunkt dieser Wende ist so sp&auml;t gew&auml;hlt, dass er selbst zum Risikofaktor wird.</span><br /><br /><strong style="color:rgb(42, 42, 42)">Der falsche Zeitpunkt f&uuml;r das Richtige</strong><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Eine Reform, die wom&ouml;glich zwanzig Jahre zu sp&auml;t kommt, muss unter Bedingungen umgesetzt werden, die ihr von Anfang an entgegenstehen: extreme Ressourcenknappheit, tiefgreifendes Misstrauen in staatliche Institutionen, gesellschaftliche Ersch&ouml;pfung und eine Energiekrise, die den Alltag von Millionen Menschen auf das Niveau des &Uuml;berlebens reduziert hat. Das Reformpaket enth&auml;lt viele der Ma&szlig;nahmen, die &Ouml;konomen seit Jahren anmahnen &ndash; ihre jetzige Ank&uuml;ndigung ist in gewisser Weise auch ein Eingest&auml;ndnis, wie lange man sich geweigert hat, auf sie zu h&ouml;ren.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Die Ironie dieser historischen Situation ist kaum zu &uuml;bersehen: Der externe Druck durch die versch&auml;rften einseitigen Zwangsma&szlig;nahmen der USA hat den Spielraum der Insel massiv eingeengt &ndash; und gleichzeitig indirekt dazu beigetragen, eine Reform voranzutreiben, die intern immer wieder auf Eis gelegt wurde. W&auml;hrend der Obama-Periode, als das internationale Klima g&uuml;nstiger, die gesellschaftliche Energie noch nicht aufgezehrt und die wirtschaftliche Ausgangslage weniger katastrophal war, w&auml;ren dieselben Ma&szlig;nahmen leichter durchzusetzen gewesen. Das ist die bittere Bilanz verlorener Zeit.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Den USA die alleinige Verantwortung f&uuml;r die wirtschaftliche Lage zuzuschreiben w&auml;re dennoch falsch. Der Einfluss ihrer Sanktionspolitik ist real, substanziell und in seiner Wirkung auf Finanzierung, Treibstoffversorgung, internationale Operationsf&auml;higkeit und Investitionen nicht kleinzureden. Aber eben weil dieser Druck so schwerwiegend ist, h&auml;tte die kubanische F&uuml;hrung noch weniger Spielraum gehabt, strukturelle Anpassungen zu verschleppen. Externe Feindseligkeit macht interne Reformtr&auml;gheit nicht entschuldbarer &ndash; sie macht sie gef&auml;hrlicher.</span><br /><br /><strong style="color:rgb(42, 42, 42)">Was das Paket enth&auml;lt &ndash; und was es verspricht<br />&#8203;</strong><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Die angek&uuml;ndigten Transformationen sind, gemessen an fr&uuml;heren Reformans&auml;tzen, bemerkenswert weitreichend. Mehr Autonomie f&uuml;r staatliche Unternehmen, eine Ausweitung des privaten Sektors, der Abbau absurder Verbote und b&uuml;rokratischer H&uuml;rden beim Zugang zu Betriebsmitteln, breitere Finanzierungskan&auml;le, eine &Uuml;berarbeitung der Preispolitik sowie mehr Entscheidungsspielraum f&uuml;r Produzenten, Betriebe und Kommunen: Das klingt nach einer echten Neuorientierung.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Hinzu kommen sozialpolitische Ans&auml;tze, die schon lange &uuml;berf&auml;llig sind: eine Lohnreform, eine regelm&auml;&szlig;ige Anpassung von Renten und Sozialleistungen an die Inflation sowie der &Uuml;bergang von Produktsubventionen hin zu personenbezogenen Transferleistungen. Auf dem Papier zeigt das Paket eine klare Richtung &ndash; weg von einer zentralisierten Mangelwirtschaft, hin zu einem System, das unterschiedliche Eigentumsformen und Marktmechanismen einbezieht.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Diese &Ouml;ffnung ist kein ideologischer Verrat, sondern eine Mindestvoraussetzung, um produktive Kapazit&auml;ten &uuml;berhaupt wiederherzustellen. Wer glaubt, an sozialen Errungenschaften festhalten zu k&ouml;nnen, ohne die wirtschaftliche Grundlage daf&uuml;r zu schaffen, verweigert sich der Logik der Realit&auml;t.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)"><strong>Wachstum ohne Gerechtigkeit: Die eigentliche Gretchenfrage</strong><br />Das Problem liegt nicht im Ob der Reform, sondern im Wie ihrer Umsetzung. Jede wirtschaftliche &Ouml;ffnung schafft Gewinner und Verlierer &ndash; und in einem Land, in dem die soziale Absicherung so tief mit staatlichen Strukturen verwoben ist, k&ouml;nnen Liberalisierungsma&szlig;nahmen besonders schnell besonders viele Menschen zur&uuml;cklassen.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Die Abl&ouml;sung von Produktsubventionen durch personenbezogene Transferleistungen beispielsweise ist in der Theorie effizienter und zielgenauer. In der Praxis funktioniert sie aber nur, wenn pr&auml;zise definiert wird, wer gesch&uuml;tzt wird, mit welchen konkreten Betr&auml;gen, &uuml;ber welche Institutionen und mit welchen Garantien gegen Preisexplosionen und eine weiter fortschreitende Dollarisierung der Alltagswirtschaft. Ein Ank&uuml;ndigungsfonds ohne verbindliche Umsetzungsregeln ist keine Sozialpolitik &ndash; er ist eine Vertr&ouml;stung.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Schon jetzt l&auml;sst sich beobachten, welche Logik droht, wenn der Staat aus der Grundversorgung austritt, ohne wirksame Umverteilungsmechanismen zu schaffen: G&uuml;ter wie Gas werden im Devisenhandel f&uuml;r jene verf&uuml;gbar, die Zugang zu Hartw&auml;hrung haben &ndash; w&auml;hrend Rentner, Arbeiter undAngestellte im Peso-Sektor ausgeschlossen bleiben. Nicht weil sie weniger gearbeitet haben, sondern weil die W&auml;hrungsspaltung ihre Kaufkraft entwertet hat. Das ist keine Randerscheinung, das ist strukturelle Ausgrenzung im Alltag.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Deshalb gilt als Grundsatz: Jeder Schritt in Richtung Liberalisierung muss mit einem redistributiven Gegengewicht verkn&uuml;pft sein. Nicht als ideologische Bedingung, sondern als sozialpolitische &Uuml;berlebensfrage.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)"><strong>Privatisierung ohne Transparenz: Wer erbt das Volkseigentum?</strong><br />Ein weiteres zentrales Risiko liegt in der Art und Weise, wie die &Uuml;bertragung von Verm&ouml;genswerten, Betriebsrechten und Unternehmensanteilen auf private &ndash; nationale wie ausl&auml;ndische &ndash; Akteure organisiert wird. Grunds&auml;tzlich kann es sinnvoll sein, staatliche Betriebe, die chronisch Verluste schreiben und mangels Kapital oder Know-how nicht auf ein tragf&auml;higes Niveau zu bringen sind, in andere H&auml;nde zu &uuml;berf&uuml;hren. Der kubanische Staat hat wiederholt gezeigt, dass er bestimmte Sektoren nicht effizient managen kann.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Die Frage ist jedoch, unter welchen Bedingungen diese &Uuml;bertragungen stattfinden. Ohne &ouml;ffentliche Ausschreibungen, unabh&auml;ngige Pr&uuml;finstanzen, Transparenz &uuml;ber tats&auml;chliche Eigent&uuml;mer und klare Regelungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten entsteht ein ideales Umfeld f&uuml;r oligarchische Aneignung. Das &uuml;ber Generationen aufgebaute gesellschaftliche Verm&ouml;gen k&ouml;nnte auf undurchsichtigem Weg in die H&auml;nde weniger privilegierter Netzwerke &uuml;bergehen.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Diese Gefahr ist keine theoretische Spekulation, sondern eine historisch gut belegte Lektion. Mehrere Nachfolgestaaten des sozialistischen Lagers haben genau diesen Weg genommen: wirtschaftliche &Ouml;ffnung ohne politische Transparenz hat dort kapitalistischen Strukturen hervorgebracht, die von Ungleichheit, Willk&uuml;r und Korruption gepr&auml;gt sind. Kuba ist gegen dieses Szenario nicht immun &ndash; im Gegenteil, eine politische Kultur, die Kritik systematisch abwertet und Informationen zur&uuml;ckh&auml;lt, beg&uuml;nstigt genau jene Dynamiken, vor denen man sich sch&uuml;tzen m&uuml;sste.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)"><strong>Dezentralisierung: Chance oder Einladung zur Korruption?</strong><br />Das Reformpaket sieht auch eine st&auml;rkere Verlagerung von Kompetenzen auf die Kommunen vor &ndash; in wirtschaftlichen, stadtplanerischen, haushalterischen und investitionspolitischen Fragen. Der Grundgedanke ist richtig: Entscheidungen sollen n&auml;her an jene Menschen r&uuml;cken, die von ihnen betroffen sind.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Das Problem: Viele Kommunalstrukturen sind unterfinanziert, personell ausged&uuml;nnt und institutionell fragil. Ihnen Verantwortung zu &uuml;bertragen, ohne gleichzeitig Kapazit&auml;ten aufzubauen und Kontrollmechanismen zu schaffen, ist keine St&auml;rkung lokaler Demokratie &ndash; es ist eine Einladung zur Korruption. Was auf zentraler Ebene schwer zu verbergen ist, kann auf lokaler Ebene unter dem Radar geschehen. Ohne zivilgesellschaftliche Kontrolle, ohne eine unabh&auml;ngige Presse und ohne funktionierende Mechanismen zur Rechenschaftspflicht werden viele Kommunen zu unkontrollierten Machtzonen.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Echte Dezentralisierung erfordert nicht nur die Delegation von Befugnissen, sondern auch die Schaffung der Infrastruktur, sie kontrollieren zu k&ouml;nnen: Zugang zu Haushaltsdaten, zu Vertr&auml;gen, zu Vergabeverfahren, zu Ergebnissen. Das ist kein b&uuml;rokratisches Detail, sondern Voraussetzung f&uuml;r Legitimit&auml;t.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)"><strong>Ohne Zivilgesellschaft keine nachhaltige Reform</strong><br />Hier liegt ein systemisches Paradox der gegenw&auml;rtigen Situation. Kubanische Wirtschaftspolitik muss sich von einem Modell der zentralen Steuerung l&ouml;sen &ndash; aber gleichzeitig fehlen die zivilen Kr&auml;fte, die in anderen Gesellschaften als Korrektiv und Kontrollinstanz wirken: eine kritische &Ouml;ffentlichkeit mit Zugang zu unabh&auml;ngiger Information, Gewerkschaften, die tats&auml;chlich Arbeitnehmerinteressen vertreten, eine Zivilgesellschaft, die nicht von staatlichen Organisationen vereinnahmt ist, und eine freie Presse.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Produktive Kr&auml;fte freizusetzen, ohne gleichzeitig zivilgesellschaftliche Kr&auml;fte zu entfesseln, w&auml;re nicht nur eine verpasste Chance &ndash; es w&auml;re eine gef&auml;hrliche Halbheit. Wachstum ohne Kontrolle ist kein Fortschritt, sondern Umverteilung nach oben mit staatlicher Duldung. Der gesellschaftliche Mehrwert einer Wirtschaftsreform bemisst sich nicht allein an makro&ouml;konomischen Kennziffern, sondern daran, ob die Fr&uuml;chte des Wachstums breit verteilt werden &ndash; und das ist ohne unabh&auml;ngige Kontrollinstanzen nicht sicherzustellen.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)"><strong>Die Uhr tickt &ndash; und der Fahrplan fehlt noch</strong><br />Ein weiteres, selten diskutiertes Problem ist die Frage des Tempos. Das Reformpaket betrifft nach Angaben der Regierung mehr als hundert Rechtsnormen, die aufzuheben, zu &auml;ndern oder neu zu schaffen sind. Bislang ist weder ein verbindlicher Zeitplan bekannt noch eine klare Reihenfolge der Ma&szlig;nahmen. In einer Krise dieser Tiefe ist Zeit jedoch keine neutrale Variable &ndash; sie ist eine politische und soziale Gr&ouml;&szlig;e. Jeder Monat Verz&ouml;gerung bedeutet weiteres Absinken des Lebensstandards, weitere Emigrationswellen, weiteren Vertrauensverlust.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Auch das internationale Umfeld bleibt ein unberechenbarer Faktor. Wenn es der Reform gelingt, glaubw&uuml;rdige Signale f&uuml;r Rechtssicherheit, wirtschaftliche Offenheit und Verl&auml;sslichkeit zu senden, k&ouml;nnte ausl&auml;ndisches Kapital mobilisiert und die finanzielle Isolation partiell durchbrochen werden. Wenn jedoch die US-amerikanischen Zwangsma&szlig;nahmen weiter versch&auml;rft werden und strategische Partner wie China und Russland es bei politischer Solidarit&auml;t belassen, ohne substantielle wirtschaftliche Verpflichtungen einzugehen, werden die Spielr&auml;ume der Reform eng bleiben. Kuba muss seinen Teil tun &ndash; aber das internationale Umfeld entscheidet mit, ob dieser Teil ausreicht.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)"><strong>Fazit: Die Reform ist notwendig &ndash; und noch nicht ausreichend</strong><br />Was auf dem Tisch liegt, ist mehr als ein weiteres Anpassungspaket. Es ist der Versuch, die Grundlagen der kubanischen Wirtschaft neu zu justieren, nachdem jahrzehntelange Tr&auml;gheit sie in eine existenzielle Krise gef&uuml;hrt hat. Diese Erkenntnis verdient Anerkennung.</span><br /><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Aber eine Reform, die nur Wachstum freisetzt, ohne die Bedingungen zu schaffen, unter denen dieses Wachstum allen zugute kommt, l&ouml;st das grundlegende Problem nicht. Sie verschiebt es &ndash; in eine neue Ungleichheit, eine neue Konzentration, eine neue Form der Benachteiligung derer, die keine Devisen haben, keine Verbindungen, keine M&ouml;glichkeit, im neuen Markt mitzuspielen.</span><br /><span style="color:rgb(42, 42, 42)">Das wahre Ma&szlig; dieser Reform wird nicht sein, wie viel Wirtschaftswachstum sie generiert. Es wird sein, wie viel W&uuml;rde sie denjenigen zur&uuml;ckgibt, die jahrelang f&uuml;r ein Land gearbeitet haben und im Moment seiner Neuausrichtung nicht vergessen werden d&uuml;rfen.</span></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Spiel mit dem Feuer]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/spiel-mit-dem-feuer]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/spiel-mit-dem-feuer#comments]]></comments><pubDate>Sun, 10 May 2026 07:43:40 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/spiel-mit-dem-feuer</guid><description><![CDATA[Pramila Jayapal, Anf&uuml;hrerin der Parteilinken im US-Kongress, verhandelt auf eigene Faust &uuml;ber &Ouml;llieferungen f&uuml;r Kuba. In Washington l&ouml;st ihr Alleingang einen Sturm der Entr&uuml;stung aus &ndash; die Republikaner wittern Verrat und fordern harte Konsequenzen.      Pramila Jayapal mag es ungem&uuml;tlich. Die Wortf&uuml;hrerin des linken Fl&uuml;gels der Demokraten hat sich in Washington l&auml;ngst einen Ruf als ideologische Brandstifterin erarbeitet, die keine Konfronta [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<div class="paragraph"><strong>Pramila Jayapal, Anf&uuml;hrerin der Parteilinken im US-Kongress, verhandelt auf eigene Faust &uuml;ber &Ouml;llieferungen f&uuml;r Kuba. In Washington l&ouml;st ihr Alleingang einen Sturm der Entr&uuml;stung aus &ndash; die Republikaner wittern Verrat und fordern harte Konsequenzen.</strong></div>  <div>  <!--BLOG_SUMMARY_END--></div>  <div class="paragraph"><span>Pramila Jayapal mag es ungem&uuml;tlich. Die Wortf&uuml;hrerin des linken Fl&uuml;gels der Demokraten hat sich in Washington l&auml;ngst einen Ruf als ideologische Brandstifterin erarbeitet, die keine Konfrontation scheut &ndash; erst recht nicht, wenn es um die Tr&uuml;mmer der US-Au&szlig;enpolitik geht. Doch ihr j&uuml;ngster Vorsto&szlig; in Sachen Kuba k&ouml;nnte selbst f&uuml;r die kampfgest&auml;hlte Abgeordnete aus Seattle eine Nummer zu gro&szlig; sein.<br /></span><br />Es ist eine Geschichte, die wie aus der Zeit gefallen wirkt, ein Echo des Kalten Krieges im digitalen Zeitalter. Jayapal, gerade erst von einer Delegationsreise auf die sozialistische Insel zur&uuml;ckgekehrt, r&auml;umte freim&uuml;tig ein, hinter den Kulissen mit Diplomaten aus Mexiko und anderen Staaten &uuml;ber die kriselnde &Ouml;lversorgung Havannas verhandelt zu haben. Ihr Ziel: Die bittere Not der kubanischen Bev&ouml;lkerung zu lindern, die unter einer chronischen Energiekrise leidet. Ihr Problem: In den Augen der Republikaner hat sie damit eine rote Linie &uuml;berschritten, die direkt ins Strafgesetzbuch f&uuml;hrt.<br /><br />Die Reaktion folgte prompt und mit der kalkulierten Wucht eines politischen Vorschlaghammers. Ashley Moody, Senatorin aus Florida, nutzte das Scheinwerferlicht von Fox News f&uuml;r eine Breitseite, die an Sch&auml;rfe kaum zu &uuml;berbieten war. Von Verrat war die Rede, von der Untergrabung nationaler Sicherheitsinteressen und der unzul&auml;ssigen Anbiederung an ein &bdquo;kommunistisches Regime&ldquo;. Moody forderte unverhohlen strafrechtliche Konsequenzen.<br /><br />In der Tat bewegt sich Jayapal rechtlich auf d&uuml;nnen Eis. W&auml;hrend die Jahre unter Joe Biden von vorsichtigen &Ouml;ffnungsversuchen gepr&auml;gt waren, hat die R&uuml;ckkehr Donald Trumps ins Wei&szlig;e Haus die Uhren wieder auf maximale Konfrontation gestellt. Kuba gilt in Washington erneut als Schurkenstaat, das &Ouml;lembargo als heilige Kuh der Nationalkonservativen. Dass eine Abgeordnete auf eigene Faust Kan&auml;le &ouml;ffnet, um eben dieses Embargo zu umgehen, empfindet die Rechte als Sabotage der Exekutive.<br /><br />Jayapal kontert gewohnt angriffslustig. Sie nennt die US-Sanktionen eine &bdquo;grausame kollektive Bestrafung&ldquo; und vergleicht den wirtschaftlichen Druck mit einer physischen Bombardierung der Infrastruktur. Es ist ein Narrativ, das in Havanna verf&auml;ngt, in den Fluren des Kapitols jedoch wie eine Kriegserkl&auml;rung an die eigene Regierung klingt.<br /><br />Der Fall Jayapal ist mehr als nur ein diplomatisches Scharm&uuml;tzel. Er ist das Symptom einer tief gespaltenen Supermacht, in der die Au&szlig;enpolitik nicht mehr an der Wasserkante endet, sondern zum Schauplatz eines unerbittlichen Kulturkampfes geworden ist. W&auml;hrend Moody nach dem Staatsanwalt ruft, inszeniert sich Jayapal als moralisches Gewissen einer Nation, die ihrer Meinung nach ihre Menschlichkeit verloren hat. Kuba bleibt derweil im Dunkeln, w&auml;hrend in Washington die politischen Feuer lodern.</div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Diplomatie der Dunkelheit: Kubas letzter Strohhalm in Washington]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/diplomatie-der-dunkelheit-kubas-letzter-strohhalm-in-washington]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/diplomatie-der-dunkelheit-kubas-letzter-strohhalm-in-washington#comments]]></comments><pubDate>Sat, 14 Mar 2026 07:51:22 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/diplomatie-der-dunkelheit-kubas-letzter-strohhalm-in-washington</guid><description><![CDATA[Ein Kommentar von Leon Latozke  &#8203;Angesichts von Blackouts und Versorgungskollaps sucht Kuba das Gespr&auml;ch mit Washington. Ist dies der Beginn einer echten Wende oder nur ein verzweifelter Versuch des Regimes, sich Zeit zu kaufen?&nbsp;      Die Dunkelheit in Kubas Stra&szlig;en ist mittlerweile mehr als nur ein technisches Versagen; sie ist zum Symbol eines ersch&ouml;pften Systems geworden. Wenn in Havanna die Lichter ausgehen, beginnt in den diplomatischen Hinterzimmern die Bewegung. [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2 class="wsite-content-title"><font size="4">Ein Kommentar von Leon Latozke</font></h2>  <div class="paragraph"><strong>&#8203;Angesichts von Blackouts und Versorgungskollaps sucht Kuba das Gespr&auml;ch mit Washington. Ist dies der Beginn einer echten Wende oder nur ein verzweifelter Versuch des Regimes, sich Zeit zu kaufen?&nbsp;</strong></div>  <div>  <!--BLOG_SUMMARY_END--></div>  <div class="paragraph">Die Dunkelheit in Kubas Stra&szlig;en ist mittlerweile mehr als nur ein technisches Versagen; sie ist zum Symbol eines ersch&ouml;pften Systems geworden. Wenn in Havanna die Lichter ausgehen, beginnt in den diplomatischen Hinterzimmern die Bewegung. Nach &uuml;ber einem Jahrzehnt eisiger Stille und versch&auml;rfter Sanktionen deutet sich eine vorsichtige Ann&auml;herung zwischen Kuba und den USA an. Pr&auml;sident Miguel D&iacute;az-Canel selbst best&auml;tigte j&uuml;ngst Kontakte zwischen den Regierungen &ndash; ein Eingest&auml;ndnis, das weniger aus politischer &Uuml;berzeugung als vielmehr aus purer wirtschaftlicher Not geboren scheint.<br /><br />Dabei w&auml;re es verk&uuml;rzt, dieses diplomatische Tasten als blo&szlig;es taktisches Man&ouml;ver abzutun. Die Geschichte lehrt uns, dass jede kleinste Verschiebung im Verh&auml;ltnis dieser beiden ungleichen Nachbarn, die nur 150 Kilometer trennen, das Leben von Millionen Menschen unmittelbar beeinflusst. Doch hinter der Fassade des Dialogs verbirgt sich eine bittere Realit&auml;t: Die kubanische Gesellschaft steht vor dem Kollaps. Energiekrise, Versorgungsengp&auml;sse und ein permanenter Ausnahmezustand haben das t&auml;gliche &Uuml;berleben zur prim&auml;ren Aufgabe der B&uuml;rger gemacht.<br /><br />&Uuml;ber Jahrzehnte hinweg wurde die Insel wie eine Figur auf einem geopolitischen Schachbrett behandelt. In Washington diente Kuba oft als innenpolitischer Spielball, um W&auml;hlerstimmen zu mobilisieren; in Havanna wiederum nutzte das Regime die Konfrontation mit dem &bdquo;Imperium&ldquo;, um eine revolution&auml;re Legitimit&auml;t aufrechtzuerhalten, die l&auml;ngst keine materiellen oder freiheitlichen Versprechen mehr einl&ouml;sen kann. Diese Dynamik hat die Kubaner in eine Zange genommen: auf der einen Seite externe Sanktionen, auf der anderen ein politisches System, das unf&auml;hig ist, Wohlstand und echte Teilhabe zu generieren.<br /><br />Ein Blick zur&uuml;ck auf das Jahr 2014 zeigt das Potenzial, aber auch die Grenzen solcher Ann&auml;herungsversuche. Die &Auml;ra von Barack Obama und Ra&uacute;l Castro bewies, dass ein Tauwetter nach einem halben Jahrhundert Eiszeit m&ouml;glich ist. Botschaften wurden er&ouml;ffnet, Reisen erleichtert, der kulturelle Austausch bl&uuml;hte auf. Doch die Lehre daraus ist ern&uuml;chternd: Eine blo&szlig;e diplomatische &Ouml;ffnung ist kein Selbstl&auml;ufer f&uuml;r tiefgreifende Transformationen. Wenn der strategische Dialog nicht von internen Reformen flankiert wird, bleibt er ein kurzfristiges Beatmungsger&auml;t f&uuml;r ein marodes System. Kuba ben&ouml;tigt heute mehr als nur &bdquo;&ouml;konomischen Sauerstoff&ldquo; zur Systemerhaltung; es ben&ouml;tigt einen glaubhaften politischen Horizont.<br /><br />Die aktuelle Situation erzwingt eine neue Analyse. Ein rein taktisches Arrangement, das lediglich die Machtverh&auml;ltnisse stabilisiert, ohne R&auml;ume f&uuml;r politischen Pluralismus und Grundrechte zu &ouml;ffnen, w&uuml;rde das Kernproblem nur verschieben. Man k&ouml;nnte dies als &bdquo;venezolanische Sackgasse&ldquo; bezeichnen &ndash; eine Stabilisierung der Macht ohne echte demokratische &Ouml;ffnung. Washington muss erkennen, dass maximaler Druck allein keine nachhaltigen Ergebnisse liefert. Gleichzeitig muss Havanna begreifen, dass eine dauerhafte Isolation keine Zukunft bietet.<br /><br />Echter Wandel kann nicht von au&szlig;en dekretiert werden. Die lateinamerikanische Geschichte ist reich an Beispielen daf&uuml;r, dass dauerhafte Stabilit&auml;t nur aus dem Inneren einer Gesellschaft erw&auml;chst und die Souver&auml;nit&auml;t des Landes achten muss. Ein Abkommen, das diesen Namen verdient, darf nicht die Konfrontation zwischen zwei Regierungen ins Zentrum stellen, sondern muss die W&uuml;rde und die Freiheit der kubanischen B&uuml;rger als Ma&szlig;stab w&auml;hlen. Nur wenn der Dialog in eine friedliche Transition m&uuml;ndet, die volle politische Freiheiten und Menschenrechte garantiert, wird aus dem aktuellen Krisenmanagement eine echte Perspektive f&uuml;r die elf Millionen Menschen auf der Insel.</div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Warum ruft Havanna den Verteidigungsrat ein?]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/warum-ruft-havanna-den-verteidigungsrat-ein]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/warum-ruft-havanna-den-verteidigungsrat-ein#comments]]></comments><pubDate>Thu, 16 Oct 2025 22:00:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/warum-ruft-havanna-den-verteidigungsrat-ein</guid><description><![CDATA[Ein Kommentar von Leon LatozkeKubas Nationaler Verteidigungsrat ist zu einer seltenen Sitzung zusammengetreten – unter der Leitung von Raúl Castro persönlich. Hinter verschlossenen Türen berieten die Spitzen von Partei, Regierung und Militär offenbar über die sich zuspitzende Krise in Venezuela und die zunehmende Präsenz der US-Streitkräfte in der Karibik.Es war kein gewöhnlicher Donnerstag in Havanna. Wenn Raúl Castro – 94 Jahre alt, offiziell längst im politischen Ruhestand – n [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2 class="wsite-content-title"><font size="4">Ein Kommentar von Leon Latozke</font></h2><div class="paragraph"><strong>Kubas Nationaler Verteidigungsrat ist zu einer seltenen Sitzung zusammengetreten &ndash; unter der Leitung von Ra&uacute;l Castro pers&ouml;nlich. Hinter verschlossenen T&uuml;ren berieten die Spitzen von Partei, Regierung und Milit&auml;r offenbar &uuml;ber die sich zuspitzende Krise in Venezuela und die zunehmende Pr&auml;senz der US-Streitkr&auml;fte in der Karibik.</strong></div><div><!--BLOG_SUMMARY_END--></div><div><div id="526031680195498742" align="left" style="width: 100%; overflow-y: hidden;" class="wcustomhtml"><img style="display: none" src="https://www.presidencia.gob.cu/media/filer_thumbnails/filer_public_thumbnails/public/2025/10/16/whatsapp_image_2025-10-16_at_74344_am_2.jpeg__1094.0x508.0_q85_subsampling-2.jpg"></div></div><div class="paragraph">Es war kein gew&ouml;hnlicher Donnerstag in Havanna. Wenn Ra&uacute;l Castro &ndash; 94 Jahre alt, offiziell l&auml;ngst im politischen Ruhestand &ndash; noch einmal pers&ouml;nlich an der Spitze des Nationalen Verteidigungsrats erscheint, dann ist etwas im Busch. Und zwar nichts, was mit tropischen Tiefdruckgebieten zu tun h&auml;tte. W&auml;hrend drau&szlig;en die Hitze der Karibik dr&uuml;ckte, tagte im Inneren der Macht das wohl sensibelste Gremium des Landes &ndash; und das unter strengem Verschluss.<br><br>Die <a href="https://www.granma.cu/cuba/2025-10-16/efectuada-reunion-del-consejo-de-defensa-nacional-16-10-2025-00-10-59" target="_blank">offizielle Mitteilung</a> war wie so oft kurz und vage: Man habe &bdquo;Entscheidungen und Pl&auml;ne der Arbeits- und Sicherungsorgane&ldquo; gebilligt. Punkt. Keine Details, keine Erkl&auml;rungen. Doch wer zwischen den Zeilen liest, erkennt: Havanna bereitet sich auf etwas vor. Etwas, das gr&ouml;&szlig;er ist als ein Sturm, gr&ouml;&szlig;er als ein diplomatischer Streit. Alles deutet auf eine wachsende Nervosit&auml;t &uuml;ber die Situation im benachbarten Venezuela hin &ndash; und &uuml;ber die Rolle, die die USA dabei spielen.<br><br>Kuba und Venezuela sind seit Jahrzehnten politische Zwillinge, geboren aus der Ideologie der Revolution und des Antiimperialismus. Fidel Castro und Hugo Ch&aacute;vez hatten das B&uuml;ndnis einst als Bollwerk gegen Washington geschmiedet, und bis heute lebt diese Allianz fort. Selbst in der wirtschaftlichen Agonie h&auml;lt Havanna Caracas die Treue &ndash; mit &Auml;rzten, Beratern und politischer R&uuml;ckendeckung. Im Gegenzug flie&szlig;t Erd&ouml;l aus Venezuela in kubanische Tanks, zuletzt wieder 52.000 Barrel pro Tag.<br><br>Doch auf der anderen Seite des Karibischen Meeres r&uuml;hrt sich etwas. Donald Trump, wieder im Wei&szlig;en Haus, hat best&auml;tigt, dass er der CIA &bdquo;verdeckte Operationen&ldquo; in Venezuela genehmigt hat. Ein Satz, der klingt wie eine beil&auml;ufige Bemerkung &ndash; und doch die T&uuml;r zu einer Eskalation &ouml;ffnet. US-Kriegsschiffe, darunter ein Flugzeugtr&auml;ger und ein Atom-U-Boot, kreuzen vor der venezolanischen K&uuml;ste. Offiziell geht es um den Kampf gegen Drogen. Inoffiziell wei&szlig; jeder, dass in Washington andere Motive z&auml;hlen.<br><br>Havanna sieht die Bedrohung kommen. Das Au&szlig;enministerium <a href="https://cubaminrex.cu/es/hay-que-detener-una-accion-belica-contra-venezuela" target="_blank">warnt</a> vor &bdquo;realen und unmittelbaren Gefahren f&uuml;r Frieden und Stabilit&auml;t&ldquo; in Lateinamerika. Die Sprache ist scharf, die Angst greifbar. Man beschuldigt US-Au&szlig;enminister Marco Rubio und antikubanische Abgeordnete aus Florida, einen Krieg herbeizureden &ndash; &bdquo;als w&auml;re Lateinamerika ein Problem, das man mit einer Polizeirazzia l&ouml;sen kann&ldquo;.<br><br>Nat&uuml;rlich geht es um &Ouml;l. In geopolitischen Konflikten geht es immer um &Ouml;l &ndash; und Venezuela hat davon mehr als jedes andere Land der Welt. Kuba unterstellt den USA, sich die gewaltigen Ressourcen des Nachbarn sichern zu wollen. Eine Vermutung, die nicht aus der Luft gegriffen ist: <a href="https://www.nytimes.com/2025/10/10/world/americas/maduro-venezuela-us-oil.html" target="_blank">Laut New York Times</a> soll Maduro Washington zu Jahresbeginn Zugang zu einem Teil der venezolanischen Erd&ouml;lvorkommen angeboten haben &ndash; im Tausch gegen Ruhe. Die Antwort: Schweigen.<br><br>F&uuml;r Kuba hat die Krise eine doppelte Dimension. Zum einen ist da die wirtschaftliche Abh&auml;ngigkeit von Caracas, die durch Sanktionen und die eigene Energieknappheit noch schwerer wiegt. Zum anderen die strategische Angst, wieder einmal zum Spielball fremder M&auml;chte zu werden. Havanna wei&szlig;, dass ein Krieg gegen Venezuela auch das eigene &Uuml;berleben gef&auml;hrden w&uuml;rde &ndash; politisch, wirtschaftlich und symbolisch.<br><br>Dass Ra&uacute;l Castro selbst den Vorsitz des Verteidigungsrats &uuml;bernahm, war mehr als eine protokollarische Geste. Es war ein Signal: In Momenten der Gefahr ruft Kuba seine alten Revolution&auml;re zur&uuml;ck. Die Generation, die einst der Schweinebucht und der Kuba-Krise trotzte, soll noch einmal den Geist der &bdquo;belagerten Insel&ldquo; beschw&ouml;ren.<br><br>Doch die Welt von 2025 ist nicht mehr die des Kalten Krieges &ndash; und doch &auml;hnelt sie ihr auf beunruhigende Weise. Wieder stehen sich Kuba und die USA in einer geopolitischen Schachpartie gegen&uuml;ber. Wieder geht es um Einflusszonen, Ideologien und &Ouml;l. Nur dass diesmal das Schachbrett die gesamte Karibik ist &ndash; und jeder Zug unberechenbare Folgen haben kann.<br><br>Vielleicht war es also kein Zufall, dass der Verteidigungsrat gerade jetzt tagte. Vielleicht wollte Havanna zeigen, dass es noch immer bereit ist, seine Verb&uuml;ndeten zu verteidigen &ndash; notfalls auch symbolisch. Denn eines ist sicher: In der Karibik zieht ein Sturm auf, und Kuba wei&szlig;, wie man in St&uuml;rmen standh&auml;lt.</div><h2 class="wsite-content-title"><font size="5">Mehr zum Thema</font></h2><div class="paragraph"><strong><font size="3">&gt;&gt;&nbsp;<a href="https://www.kubakunde.de/neues/ungewohnliches-treffen-kubas-verteidigungsrat-tagt-unter-anwesenheit-von-raul-castro">Ungew&ouml;hnliches Treffen: Kubas Verteidigungsrat tagt unter Anwesenheit von Ra&uacute;l Castro</a></font></strong></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[​US-Blockade gegen Kuba: Berlin duckt sich weg]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/us-blockade-gegen-kuba-berlin-duckt-sich-weg]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/us-blockade-gegen-kuba-berlin-duckt-sich-weg#comments]]></comments><pubDate>Sun, 13 Jul 2025 06:58:10 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/us-blockade-gegen-kuba-berlin-duckt-sich-weg</guid><description><![CDATA[Ein Kommentar von Leon Latozke  Die US-Regierung hat ihre Sanktionen gegen Kuba erneut versch&auml;rft &ndash; mit weitreichenden Folgen auch f&uuml;r deutsche Unternehmen. Trotz v&ouml;lkerrechtlicher Bedenken verweigert die Bundesregierung jegliche Unterst&uuml;tzung &ndash; und &uuml;berl&auml;sst betroffene Unternehmen sich selbst.      Die Bundesregierung zeigt sich passiv gegen&uuml;ber den zunehmenden wirtschaftlichen Repressionen der Vereinigten Staaten gegen Kuba &ndash; und deren gravi [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2 class="wsite-content-title"><font size="4">Ein Kommentar von Leon Latozke</font></h2>  <div class="paragraph"><strong>Die US-Regierung hat ihre Sanktionen gegen Kuba erneut versch&auml;rft &ndash; mit weitreichenden Folgen auch f&uuml;r deutsche Unternehmen. Trotz v&ouml;lkerrechtlicher Bedenken verweigert die Bundesregierung jegliche Unterst&uuml;tzung &ndash; und &uuml;berl&auml;sst betroffene Unternehmen sich selbst.</strong><br /><span></span></div>  <div>  <!--BLOG_SUMMARY_END--></div>  <div class="paragraph">Die Bundesregierung zeigt sich passiv gegen&uuml;ber den zunehmenden wirtschaftlichen Repressionen der Vereinigten Staaten gegen Kuba &ndash; und deren gravierenden Folgen f&uuml;r deutsche Unternehmen. Dies wurde in der <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/regierungspressekonferenz-vom-9-juli-2025-2363514" target="_blank">j&uuml;ngsten Bundespressekonferenz</a> deutlich, bei der Nachfragen zu Konsequenzen der extraterritorialen US-Sanktionen gegen Kuba weitgehend unbeantwortet blieben. W&auml;hrend die USA ihre Blockadepolitik versch&auml;rfen, bleibt Berlin bemerkenswert still.<br /><br />Anlass der Nachfrage war das am <strong><a href="https://www.kubakunde.de/neues/trump-verscharft-kuba-sanktionen-drastisch-havanna-spricht-von-krimineller-aggression">30. Juni ver&ouml;ffentlichte Memorandum</a></strong> zur nationalen Sicherheit der US-Regierung mit dem Titel &bdquo;Versch&auml;rfung der Politik der USA gegen&uuml;ber Kuba&ldquo;. Darin k&uuml;ndigt das Wei&szlig;e Haus eine Reihe neuer Restriktionen an, darunter das Verbot &bdquo;direkter und indirekter&ldquo; Finanztransaktionen mit nahezu allen staatlich kontrollierten Unternehmen auf der Karibikinsel. Zus&auml;tzlich sollen s&auml;mtliche reisebezogenen Geldtransfers in die Insel f&uuml;nf Jahre lang gespeichert werden. Die Ma&szlig;nahmen treffen nicht nur Kubanerinnen und Kubaner, sondern auch ausl&auml;ndische Unternehmen &ndash; etwa, wenn sie Dienstleistungen auf Kuba anbieten oder mit kubanischen Partnern kooperieren.<br /><br />Nach Einsch&auml;tzung des Kuba-Experten Edgar G&ouml;ll k&ouml;nnte allein der Ausschluss des kubanischen Finanzdienstleisters Orbit aus dem Zahlungsverkehr einen R&uuml;ckgang des kubanischen Bruttoinlandsprodukts um bis zu 25 Prozent bewirken. Offiziell wird dies von der US-Regierung als Beitrag zur Schaffung eines &bdquo;freien und prosperierenden Kubas&ldquo; verkauft.<br /><br />In der Praxis aber entfaltet die Blockade l&auml;ngst auch massive Wirkung auf europ&auml;ische Unternehmen. &Uuml;ber die OFAC (Office of Foreign Assets Control), die dem US-Finanzministerium unterstellt ist, drohen den Firmen empfindliche Strafen &ndash; oft in Milliardenh&ouml;he. Die Alternative: der Verlust des US-Marktzugangs. Die Folge ist ein Abschreckungseffekt, der potenzielle Investoren, Banken und Versicherungskonzerne bereits im Vorfeld ausbremst.<br /><br />Zahlreiche Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihre Erfahrungen mit den US-Sanktionen gemacht. So verh&auml;ngte Washington 2014 gegen die franz&ouml;sische Gro&szlig;bank BNP Paribas eine Rekordstrafe von zehn Milliarden US-Dollar wegen Gesch&auml;ften mit Kuba. Auch deutsche Firmen blieben nicht verschont. Die Commerzbank musste in zwei F&auml;llen insgesamt &uuml;ber zwei Milliarden Dollar zahlen. Die Bayer AG sah sich 2022 gezwungen, einen Gro&szlig;auftrag zur Lieferung von Tierarzneimitteln zu stornieren &ndash; und stellte alle Handelsbeziehungen zu Kuba ein. Selbst gemeinn&uuml;tzige Vereine wie das &bdquo;Netzwerk Cuba&ldquo; scheiterten mehrfach an &Uuml;berweisungen nach Kuba, weil inl&auml;ndische Banken auf m&ouml;gliche Sanktionen hinwiesen.<br /><br />Doch trotz dieser Entwicklungen zeigt sich die Bundesregierung unbeeindruckt. Auf die Frage, ob man die US-Sanktionen nach wie vor als v&ouml;lkerrechtswidrig einstuft, erkl&auml;rte Regierungssprecher Wolfgang Kornelius in der Pressekonferenz am 8. Juli lediglich, dass hierzu keine neue Position existiere. Auch das Ausw&auml;rtige Amt konnte keinen aktuellen Stand benennen &ndash; man m&uuml;sse &bdquo;etwas nachreichen&ldquo;. Auf die Nachfrage, ob deutsche Unternehmen Hilfe oder Unterst&uuml;tzung erhielten, erkl&auml;rte Kornelius lakonisch: &bdquo;Die Bundesregierung hat keine Hilfsma&szlig;nahmen, was das angeht.&ldquo;<br /><br />Diese Haltung steht im Widerspruch zum Abstimmungsverhalten Deutschlands in den Vereinten Nationen. Bei der UN-Vollversammlung im Oktober 2024 stimmte Deutschland erneut f&uuml;r eine von Kuba eingebrachte Resolution, in der das &bdquo;sofortige und bedingungslose Ende der US-Blockade&ldquo; gefordert wurde. Lediglich die USA und Israel votierten dagegen, w&auml;hrend sich nur Moldawien enthielt.<br /><br />Auch auf EU-Ebene existieren durchaus Instrumente gegen extraterritoriale Sanktionen. Bereits 1996 verabschiedete die Europ&auml;ische Kommission die sogenannte &bdquo;Blocking-Verordnung&ldquo; (Council Regulation 2271/96), die Unternehmen vor den Auswirkungen v&ouml;lkerrechtswidriger Drittstaatengesetze sch&uuml;tzen soll. Diese wird jedoch &ndash; wie Kritiker betonen &ndash; weder in Deutschland noch in Br&uuml;ssel ernsthaft umgesetzt.<br /><br />Tats&auml;chlich endet die Liste von F&auml;llen, in denen deutsche Unternehmen von Sanktionen betroffen waren, weitgehend mit dem Jahr 2022. Nicht etwa, weil sich die US-Politik ge&auml;ndert h&auml;tte, sondern weil es kaum noch wirtschaftliche Beziehungen zwischen deutschen Firmen und Kuba gibt. Abschreckung, wirtschaftliche Unsicherheit und der politische Druck aus Washington haben ihre Wirkung entfaltet. Kuba ist f&uuml;r viele Unternehmen zur roten Zone geworden.<br /><br />Im Fazit stellt sich die Bundesregierung nicht nur blind gegen&uuml;ber den wirtschaftlichen Interessen deutscher Unternehmen, sondern auch gegen&uuml;ber eklatanten Verst&ouml;&szlig;en gegen internationales und europ&auml;isches Recht. Die USA diktieren de facto, mit wem deutsche Unternehmen Gesch&auml;fte machen d&uuml;rfen &ndash; und Berlin l&auml;sst dies ohne Gegenwehr zu. Die vielbeschworene &bdquo;wertebasierte Au&szlig;enpolitik&ldquo; ger&auml;t damit zum Lippenbekenntnis, wenn es um wirtschaftliche Interessen des wichtigsten B&uuml;ndnispartners geht. F&uuml;r viele Beobachter ist das eine Bankrotterkl&auml;rung &ndash; au&szlig;enpolitisch wie wirtschaftlich.</div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kubas Abstieg in die Krise – Ein Land am Rande des Kollapses]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-abstieg-in-die-krise-ein-land-am-rande-des-kollapses]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-abstieg-in-die-krise-ein-land-am-rande-des-kollapses#comments]]></comments><pubDate>Sat, 07 Jun 2025 08:19:00 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-abstieg-in-die-krise-ein-land-am-rande-des-kollapses</guid><description><![CDATA[Ein Kommentar von Leon LatozkeKuba steckt tief in einer seiner schwersten Krisen seit der Revolution 1959. Extreme Stromausfälle, der Zusammenbruch von Wirtschaftszweigen wie Zucker und Tourismus sowie eine dramatische Auswanderungswelle zeichnen ein Bild von systemischem Kollaps. Die Regierung kämpft mit wachsender Instabilität, während die Bevölkerung zwischen Resignation, Angst und möglichem Widerstand schwankt. Kuba steht an einer Wegscheide: droht der endgültige Verfall – oder geli [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2 class="wsite-content-title"><font size="4">Ein Kommentar von Leon Latozke</font></h2><div class="paragraph"><strong>Kuba steckt tief in einer seiner schwersten Krisen seit der Revolution 1959. Extreme Stromausf&auml;lle, der Zusammenbruch von Wirtschaftszweigen wie Zucker und Tourismus sowie eine dramatische Auswanderungswelle zeichnen ein Bild von systemischem Kollaps. Die Regierung k&auml;mpft mit wachsender Instabilit&auml;t, w&auml;hrend die Bev&ouml;lkerung zwischen Resignation, Angst und m&ouml;glichem Widerstand schwankt. Kuba steht an einer Wegscheide: droht der endg&uuml;ltige Verfall &ndash; oder gelingt noch ein gesellschaftlicher Wandel?</strong></div><div><!--BLOG_SUMMARY_END--></div><div class="paragraph">Kubas derzeitige Lage ist desastr&ouml;s. Was sich auf der Karibikinsel abspielt, ist mehr als nur eine wirtschaftliche Flaute &ndash; es ist ein systemischer Kollaps, der das Land in eine seiner schwersten Krisen seit der Revolution von 1959 st&uuml;rzt. Inmitten globaler Aufmerksamkeitsstr&ouml;me, die sich auf andere geopolitische Brennpunkte richten, ger&auml;t das kubanische Drama aus dem Fokus. Doch ein genauer Blick zeigt: Kuba steht m&ouml;glicherweise an der Schwelle zu einem gesellschaftlichen Umbruch &ndash; oder einer noch tieferen L&auml;hmung.<br><br>Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Durchschnittlich 18 Stunden am Tag ohne Strom, wie es selbst die Staatsf&uuml;hrung einr&auml;umt, bedeuten nicht nur den faktischen Stillstand des &ouml;ffentlichen Lebens, sondern auch eine existenzielle Bedrohung f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung. In einer tropischen Region, wo Ventilatoren und K&uuml;hlsysteme keine Annehmlichkeiten, sondern &uuml;berlebensnotwendig sind, verwandeln sich diese Stromausf&auml;lle in t&auml;gliche Torturen. Pr&auml;sident Miguel D&iacute;az-Canel selbst sprach in einem selten offenen Moment von einer &bdquo;fast paralysierten&ldquo; Wirtschaft. Eine Einsch&auml;tzung, die viele Kubaner schon seit Monaten teilen.<br><br>Die Regierung macht, wie gewohnt, das US-Embargo f&uuml;r die Misere verantwortlich. Doch internationale Experten sehen die Ursachen vor allem in der jahrzehntelangen Vernachl&auml;ssigung der Energieinfrastruktur, dem Mangel an Investitionen in erneuerbare Energien und dem R&uuml;ckgang der &Ouml;llieferungen aus Venezuela und Russland. Diese strukturellen Defizite holen die Regierung nun mit voller Wucht ein. Die einst enge energiepolitische Partnerschaft mit Venezuela hat sich angesichts der dortigen Krise weitgehend erledigt, und auch Moskau liefert nur noch eingeschr&auml;nkt.<br><br>Gleichzeitig kollabiert der Tourismus &ndash; eine der letzten Devisenquellen der Insel. Wer will schon Urlaub in einem Land machen, in dem nachts die Lichter ausgehen? Die Zahl der ausl&auml;ndischen Besucher ist dramatisch eingebrochen: Allein im ersten Quartal 2025 sank sie um 30 Prozent. Schon zuvor war der Tourismus durch Pandemie, Proteste und politische Instabilit&auml;t geschw&auml;cht. Die aktuelle Entwicklung k&ouml;nnte sich nun als fataler Wendepunkt erweisen.<br><br>Ein weiteres Symbol f&uuml;r den Abstieg ist der Niedergang der Zuckerproduktion &ndash; einst das R&uuml;ckgrat der kubanischen Wirtschaft. Statt Export&uuml;bersch&uuml;sse zu erwirtschaften, muss das Land inzwischen Zucker importieren. F&uuml;r ein Land, das jahrzehntelang den globalen Zuckermarkt mitbestimmt hat, ist dies nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell ein Armutszeugnis. Und die Auswirkungen reichen weit: Die Rumproduktion, eine der wichtigsten Exporte des Landes, ist wegen der Zuckerknappheit ebenfalls bedroht.<br><br>Unter diesen Umst&auml;nden stellt sich die Frage, ob die Bev&ouml;lkerung erneut zu Protesten greifen wird &ndash; wie zuletzt im Sommer 2021, als Tausende Menschen landesweit auf die Stra&szlig;e gingen. Doch seitdem hat das Regime seine Repressionsmechanismen versch&auml;rft: &Uuml;ber 700 Demonstrierende wurden festgenommen, viele zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Furcht sitzt tief, der Wille zum Widerstand ist geschw&auml;cht.<br><br>Doch nicht nur Angst h&auml;lt die Menschen zur&uuml;ck &ndash; es fehlt auch schlicht an Protestierenden. &Uuml;ber eine Million Kubaner haben das Land seit 2020 verlassen, ein Zehntel der Bev&ouml;lkerung. Die meisten von ihnen waren jung, energisch, unzufrieden. Sie fehlen heute als Katalysatoren f&uuml;r gesellschaftliche Ver&auml;nderungen. Kuba ist zu einer Insel alter Menschen geworden, mit der &auml;ltesten Bev&ouml;lkerung Lateinamerikas. Die Kombination aus Massenemigration und niedriger Geburtenrate hat die soziale Dynamik entscheidend ver&auml;ndert.<br><br>Allerdings ist das keineswegs ein dauerhafter Stabilit&auml;tsfaktor f&uuml;r das Regime. Im Gegenteil: Die derzeitige Ausreisewelle war ein Sicherheitsventil, das den sozialen Druck reduzierte. Doch wenn neue Ma&szlig;nahmen wie das von Donald Trump verh&auml;ngte Einreiseverbot f&uuml;r Kubaner greifen, k&ouml;nnte auch dieser Fluchtweg verschlossen sein. Dann bleibt den Menschen nur noch der R&uuml;ckzug ins Private &ndash; oder die Konfrontation.<br><br>Der politische F&uuml;hrungszirkel des Landes wirkt dabei zunehmend fragil. D&iacute;az-Canel fehlt es an Ausstrahlung, sein F&uuml;hrungsstil ist technokratisch und farblos. Der eigentliche Strippenzieher, Ra&uacute;l Castro, ist inzwischen 94 Jahre alt. Sein nahendes Ende wirft die Frage auf, ob das Regime ohne seine Autorit&auml;t zusammenhalten kann. Sollte die F&uuml;hrung zerfallen, k&ouml;nnte dies einen Katalysator f&uuml;r politische Ersch&uuml;tterungen darstellen.<br><br>Kubas gegenw&auml;rtige Krise ist nicht einfach eine tempor&auml;re &ouml;konomische Delle &ndash; sie ist ein multidimensionaler Systemkollaps. Wirtschaftlich, sozial, politisch &ndash; auf allen Ebenen zeigt sich ein Ersch&ouml;pfungszustand, der an die Grenzen des Machbaren f&uuml;hrt. Und w&auml;hrend die Welt sich anderen Dramen zuwendet, k&ouml;nnte Kuba in naher Zukunft pl&ouml;tzlich wieder im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit stehen. Als Beispiel f&uuml;r das Scheitern eines &uuml;ber Jahrzehnte starren Modells. Oder als Fallstudie eines sp&auml;ten, vielleicht zu sp&auml;ten Wandels.</div><div><div id="673888055985860484" align="left" style="width: 100%; overflow-y: hidden;" class="wcustomhtml"><!-- metis --> <!-- //metis --></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Einkommenssteuer in Kuba: Kontroverse Maßnahmen bedrohen wirtschaftliche Gerechtigkeit]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/einkommenssteuer-in-kuba-kontroverse-massnahmen-bedrohen-wirtschaftliche-gerechtigkeit]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/einkommenssteuer-in-kuba-kontroverse-massnahmen-bedrohen-wirtschaftliche-gerechtigkeit#comments]]></comments><pubDate>Fri, 19 Jan 2024 09:23:18 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/einkommenssteuer-in-kuba-kontroverse-massnahmen-bedrohen-wirtschaftliche-gerechtigkeit</guid><description><![CDATA[Ein Kommentar von Leon Latozke  Kubas Wirtschaft steht vor Herausforderungen durch Einkommenssteuererh&ouml;hungen im Privatsektor. Die Ma&szlig;nahmen belasten Arbeitnehmer und kleine Unternehmen und werfen Fragen der Gerechtigkeit und Effektivit&auml;t auf. Experten zweifeln an der langfristigen Wirkung.      Kuba, eine Inselnation mit einer bewegten Geschichte und einem einzigartigen sozialistischen System, steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch eine Reihe von politischen Ent [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2 class="wsite-content-title"><font size="4">Ein Kommentar von Leon Latozke</font></h2>  <div class="paragraph"><strong><span style="color:rgb(55, 65, 81)">Kubas Wirtschaft steht vor Herausforderungen durch Einkommenssteuererh&ouml;hungen im Privatsektor. Die Ma&szlig;nahmen belasten Arbeitnehmer und kleine Unternehmen und werfen Fragen der Gerechtigkeit und Effektivit&auml;t auf. Experten zweifeln an der langfristigen Wirkung.</span></strong></div>  <div>  <!--BLOG_SUMMARY_END--></div>  <div class="paragraph">Kuba, eine Inselnation mit einer bewegten Geschichte und einem einzigartigen sozialistischen System, steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch eine Reihe von politischen Entscheidungen, darunter die Erh&ouml;hung der Einkommenssteuer im Privatsektor, verst&auml;rkt werden. In den letzten Jahren hat sich die kubanische Wirtschaft mit der Abwanderung von Arbeitnehmern aus dem &ouml;ffentlichen Sektor zu kleinen Privatunternehmen konfrontiert gesehen. Die j&uuml;ngsten Einkommenssteuererh&ouml;hungen werfen jedoch Fragen nach der Gerechtigkeit und Effektivit&auml;t dieser Ma&szlig;nahmen auf.<br /><br />Die steigende Attraktivit&auml;t von Arbeitspl&auml;tzen in kleinen Privatunternehmen hat zu einem Exodus von Arbeitnehmern aus dem &ouml;ffentlichen Sektor gef&uuml;hrt. Diese Unternehmen, als "mipymes" bekannt, haben trotz staatlicher Kontrolle auf der Insel an Bedeutung gewonnen. Doch nun sieht sich dieser aufstrebende Privatsektor mit neuen Herausforderungen konfrontiert.<br /><br />Die k&uuml;rzlich ver&ouml;ffentlichten Einkommenssteuerregelungen bedeuten f&uuml;r die Arbeitnehmer im Privatsektor eine drastische Reduzierung ihres Nettoeinkommens um bis zu 20 Prozent. Eine besondere Kontroverse ergibt sich aus der Tatsache, dass selbst Arbeitnehmer mit einem Einkommen von nur 109 Dollar diese Steuern zahlen m&uuml;ssen. Im Vergleich zu anderen L&auml;ndern, in denen h&ouml;here Steuers&auml;tze f&uuml;r Spitzenverdiener vorgesehen sind, wirft diese Regelung Fragen der sozialen Gerechtigkeit auf.<br /><br />Neben den Arbeitnehmern sind auch die "mipymes" von den neuen Steuerma&szlig;nahmen betroffen. Die Unternehmer m&uuml;ssen nicht nur eine Einkommenssteuer von 20 Prozent auf Einkommen &uuml;ber 30.000 kubanische Pesos entrichten, sondern auch eine Vielzahl anderer Steuern, einschlie&szlig;lich Gewinnsteuer, Verkaufssteuer, Arbeitskraftsteuer und Sozialversicherungsbeitr&auml;ge.<br /><br />Wirtschaftswissenschaftler haben die Ma&szlig;nahmen der Regierung als kontraproduktiv kritisiert. Sie argumentieren, dass die Steuererh&ouml;hungen und Subventionsk&uuml;rzungen kurzfristig zu Preiserh&ouml;hungen, steigender Ungleichheit und wenig L&ouml;sungen f&uuml;r strukturelle Probleme f&uuml;hren werden.<br /><br />Die politischen Auswirkungen der Ma&szlig;nahmen sind offensichtlich, da der kubanische Staatschef betont, dass keine Ma&szlig;nahmen ergriffen werden, bis die Bedingungen im Land geschaffen sind. Die Regierung betont die St&auml;rkung der nationalen Einheit und ideologischen Arbeit als Priorit&auml;ten.<br /><br />Die Einkommenssteuererh&ouml;hungen f&uuml;r Arbeitnehmer im Privatsektor und die zus&auml;tzlichen Belastungen f&uuml;r kleine Unternehmen werfen komplexe Fragen zur wirtschaftlichen Gerechtigkeit und Wirksamkeit auf. W&auml;hrend die Regierung versucht, das Haushaltsdefizit zu verringern, sind Zweifel an der langfristigen Wirkung dieser Ma&szlig;nahmen angebracht. Eine ausgewogene Strategie, die sowohl die finanziellen Belange der Regierung als auch die Bed&uuml;rfnisse der wachsenden Privatwirtschaft ber&uuml;cksichtigt, wird entscheidend f&uuml;r Kubas wirtschaftliche Zukunft sein.</div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kubas Corona-Strategie - Balance zwischen Gesundheit und Wirtschaft?]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-corona-strategie-balance-zwischen-gesundheit-und-wirtschaft]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-corona-strategie-balance-zwischen-gesundheit-und-wirtschaft#comments]]></comments><pubDate>Sat, 13 Jan 2024 08:12:23 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-corona-strategie-balance-zwischen-gesundheit-und-wirtschaft</guid><description><![CDATA[Ein Kommentar von Leon Latozke  Kuba empfiehlt seinen B&uuml;rgern nun verst&auml;rkt das Tragen von Masken in Menschenmengen und Umpfungen zu aktualisieren.&nbsp;Die bemerkenswerte Entscheidung. Die Entscheiduzng keine Covid-19-Tests f&uuml;r ankommende Touristen zu verlangen, wirft jedoch Fragen auf.      Kuba hat seine Strategie im Umgang mit dem Coronavirus weiter verfeinert. Am Dienstag (9.) gab das kubanische Gesundheitsministerium (MINSAP) eine klare Empfehlung an die B&uuml;rger heraus:  [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2 class="wsite-content-title"><font size="4">Ein Kommentar von Leon Latozke</font></h2>  <div class="paragraph"><strong><span style="color:rgb(55, 65, 81)">Kuba empfiehlt seinen B&uuml;rgern nun verst&auml;rkt das Tragen von Masken in Menschenmengen und Umpfungen zu aktualisieren.&nbsp;Die bemerkenswerte Entscheidung. Die Entscheiduzng keine Covid-19-Tests f&uuml;r ankommende Touristen zu verlangen, wirft jedoch Fragen auf.</span></strong></div>  <div>  <!--BLOG_SUMMARY_END--></div>  <div class="paragraph">Kuba hat seine Strategie im Umgang mit dem Coronavirus weiter verfeinert. Am Dienstag (9.) gab das kubanische Gesundheitsministerium (MINSAP) eine klare Empfehlung an die B&uuml;rger heraus: das Tragen von Masken in Menschenmengen und die Aktualisierung des Impfplans gegen Covid-19. Diese Anweisungen folgen auf die Entscheidung Kubas, trotz der Hochsaison f&uuml;r den Tourismus, keine Covid-19-Tests f&uuml;r ankommende Touristen zu verlangen.&nbsp;<br /><br />Eine bemerkenswerte Entscheidung Kubas war die Festlegung, dass Touristen, die auf der Insel ankommen, keinen negativen Covid-19-Test vorlegen m&uuml;ssen. Diese Ma&szlig;nahme, die in den Schlagzeilen steht, wirft Fragen hinsichtlich der Gesundheitspriorit&auml;ten und der wirtschaftlichen &Uuml;berlegungen des Landes auf. Insbesondere w&auml;hrend der Hochsaison, die f&uuml;r den Tourismus von entscheidender Bedeutung ist, scheint Kuba auf die Sicherheit von Tests zu verzichten und stattdessen auf andere Pr&auml;ventionsma&szlig;nahmen zu setzen.<br /><br />Der Gesundheitsminister Jos&eacute; &Aacute;ngel Portal Miranda betonte in seinem Artikel die Bedeutung einer "aktiven" epidemiologischen und mikrobiologischen &Uuml;berwachung im Gesundheitssystem Kubas. Trotz der j&uuml;ngsten Warnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bez&uuml;glich der weltweiten Zunahme von Atemwegserkrankungen, darunter auch Covid-19, vermerkte Portal Miranda, dass die gegenw&auml;rtige Zunahme von Infektionen in Kuba nicht signifikant sei. Dennoch unterstrich er die Notwendigkeit von Gesundheitsschutzma&szlig;nahmen, insbesondere w&auml;hrend der k&auml;ltesten Zeit des Jahres, die mit akuten Atemwegsinfektionen zusammenf&auml;llt.<br /><br />Das Gesundheitsministerium hob die Bedeutung des Tragens von Masken an Orten mit hoher Personenkonzentration hervor, wobei besonders gef&auml;hrdete Gruppen in den Fokus genommen werden. Gleichzeitig wurde betont, dass die Impfungen gegen Covid-19 im Rahmen der Gesundheitsprotokolle des Landes weiterhin aktiv sind. Besonderes Augenmerk gilt dabei Kindern ab zwei Jahren, schwangeren Frauen und als gef&auml;hrdet eingestuften Personen.<br /><br />Laut Minsap hatten bis zum 5. Januar beeindruckende 90,9 Prozent der kubanischen Bev&ouml;lkerung die vollst&auml;ndige Impfung mit den drei in Kuba hergestellten Covid-19-Impfstoffen erhalten. Portal Miranda versicherte, dass die Verbreitung des Virus unter Kontrolle sei, und wies auf die niedrige Positivrate von nur 2,5 Prozent bei mehr als 121.800 durchgef&uuml;hrten Tests im Jahr 2023 hin.<br /><br />Kuba hat eine klare Strategie in Bezug auf Covid-19 entwickelt, indem es auf Maskenpflicht und Impfungen setzt, aber auf die Anforderung von Tests f&uuml;r Touristen verzichtet. Diese Entscheidungen spiegeln die Balance zwischen Gesundheitspriorit&auml;ten und wirtschaftlichen &Uuml;berlegungen wider. W&auml;hrend das Land beeindruckende Erfolge bei den Impfungen verzeichnet, bleibt abzuwarten, wie sich die Strategie in der Hochsaison auf die epidemiologische Situation auswirken wird.</div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kubas geostrategische Schlüsselposition: Chancen Russlands und der BRICS-Staaten zur Überwindung des Embargos]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-geostrategische-schlusselposition-chancen-russlands-und-der-brics-staaten-zur-uberwindung-des-embargos]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-geostrategische-schlusselposition-chancen-russlands-und-der-brics-staaten-zur-uberwindung-des-embargos#comments]]></comments><pubDate>Tue, 28 Nov 2023 07:59:45 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kubas-geostrategische-schlusselposition-chancen-russlands-und-der-brics-staaten-zur-uberwindung-des-embargos</guid><description><![CDATA[Ein Kommentar von Leon Latozke  Kubas geostrategische Bedeutung als Schl&uuml;sselknotenpunkt im Kampf um Hegemonie: Die N&auml;he zu den USA lockt potenzielle Herausforderer. Russland und BRICS k&ouml;nnten durch Ressourcen, Technologie und Partnerschaft das Embargo &uuml;berwinden.      Kuba nimmt eine besondere Position in der Welt ein. Aufgrund seiner geographischen Lage ist diese Insel ein entscheidender geostrategischer Knotenpunkt. Wer die USA herausfordern m&ouml;chte, muss eine Pr&auml; [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2 class="wsite-content-title"><font size="4">Ein Kommentar von Leon Latozke</font></h2>  <div class="paragraph"><strong><span style="color:rgb(55, 65, 81)">Kubas geostrategische Bedeutung als Schl&uuml;sselknotenpunkt im Kampf um Hegemonie: Die N&auml;he zu den USA lockt potenzielle Herausforderer. Russland und BRICS k&ouml;nnten durch Ressourcen, Technologie und Partnerschaft das Embargo &uuml;berwinden.</span></strong></div>  <div>  <!--BLOG_SUMMARY_END--></div>  <div class="paragraph">Kuba nimmt eine besondere Position in der Welt ein. Aufgrund seiner geographischen Lage ist diese Insel ein entscheidender geostrategischer Knotenpunkt. Wer die USA herausfordern m&ouml;chte, muss eine Pr&auml;senz auf Kuba etablieren. Trotz begrenzter nat&uuml;rlicher Ressourcen ist Kuba aufgrund seiner geographischen N&auml;he zu den USA ein Dreh- und Angelpunkt f&uuml;r potenzielle Kampfansagen an die amerikanische Vormachtstellung.<br /><br />Zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten liegt ein Meeresstreifen, der mit dem Flugzeug in nur einer Stunde &uuml;berflogen werden kann. Diese N&auml;he macht Kuba zu einem optimalen Schauplatz f&uuml;r jegliche Auseinandersetzungen oder Machtproben mit den Vereinigten Staaten. Dieser strategische Standort erm&ouml;glicht es potenziell rivalisierenden Kr&auml;ften, Druck auf die USA auszu&uuml;ben oder politische, wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Interessen in der Region zu verfolgen.<br /><br />Die r&auml;umliche N&auml;he zu einem Gebiet kann sowohl strategische Vorteile als auch potenzielle politische Risiken bieten. Aus diesem Grund haben die Vereinigten Staaten in der Vergangenheit betr&auml;chtliche Anstrengungen unternommen, um die Kontrolle &uuml;ber diese kleine Insel zu erlangen. Schon lange vor dem Spanisch-Amerikanischen Krieg, der mit einer Inszenierung unter falscher Flagge begann - der Versenkung ihres eigenen Schiffes, der USS Maine - zeigten die Vereinigten Staaten ein starkes Interesse an Kuba.<br /><br />Im Jahr 1806 betonte Thomas Jefferson, der dritte Pr&auml;sident der jungen Nation, die strategische Bedeutung der Insel und forderte eine "leichte Eroberung". 1823 entwickelte der damalige Au&szlig;enminister John Quincy Adams die ber&uuml;hmte Theorie der "reifen Fr&uuml;chte", in der er an die Gesetze der "politischen Gravitation" und den unnat&uuml;rlichen Charakter der Beziehungen zwischen Kuba und Spanien erinnerte, weshalb die Insel seiner Meinung nach "nur in Richtung der Nordamerikanischen Union tendieren" k&ouml;nne. John Quincy Adams glaubte, Kuba w&uuml;rde automatisch zu den USA hingezogen "wie ein Apfel, der nicht weit vom Stamm f&auml;llt". Im selben Jahr betrachtete Jefferson Kuba als "die interessanteste Erg&auml;nzung, die unserem Staatssystem je zuteil werden k&ouml;nnte" und Sklavenhalter im S&uuml;den forderten die Annexion Kubas.&nbsp;<br /><br />Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898 erlangten die USA die Kontrolle &uuml;ber Kuba, Puerto Rico, die Philippinen und Guam von Spanien.&nbsp;<br /><br />Im Zuge der sogenannten Platt Amendment von 1901 erhielten die USA das Recht, milit&auml;risch in Kuba einzugreifen, um amerikanische Interessen zu sch&uuml;tzen. Dies f&uuml;hrte zu einer gewissen Kontrolle und Einflussnahme der USA auf die kubanische Politik.<br /><br />Diese Vorstellung, dass die Kontrolle &uuml;ber Kuba den Unterschied zwischen vollst&auml;ndiger oder eingeschr&auml;nkter Hegemonie in der Karibik und Mittelamerika ausmacht, hat bis heute Bestand.<br /><br />Mit der kubanische Revolution entzog sich Kuba 1959 dem Einflussbereich der USA. Als unabh&auml;ngige Nation agiert Kuba mit einer Regierung, die den nationalen Interessen des Landes verpflichtet ist. Aus diesem Grund bleibt das US-Embargo bestehen.<br /><br />Nach dem Scheitern der Invasion in der Schweinbucht und der Operation Urgent Fury, haben die USA mit witschftlicher Kriegf&uuml;hrung einen Weg gefinden, Kuba langfristig zu schw&auml;chen.<br /><br />Das Embargo wurde nicht allein mit dem Ziel eingef&uuml;hrt, einen Regimewechsel herbeizuf&uuml;hren, sondern auch, um die wirtschaftliche Prosperit&auml;t dieses Inselstaates zu unterbinden. Obwohl das erste Ziel nicht erreicht wurde, war das zweite &auml;u&szlig;erst erfolgreich. Es besteht jedoch eine L&ouml;sung, um das wirtschaftliche Leiden Kubas zu beenden: Die Verb&uuml;ndeten sollten gezielt in die Entwicklung Kubas investieren, da die Insel ein enormes Potenzial besitzt.<br /><br />Russland und Kuba sollten ihre wirtschaftlichen St&auml;rken besser kombinieren, um von ihrer gegenseitigen Erg&auml;nzung zu profitieren. Kuba besitzt bedeutende Bodensch&auml;tze, doch ein rigides Embargo erschwert den Zugang zu Hochtechnologie und behindert die Entwicklung. Russland als Bergbauexperte verf&uuml;gt &uuml;ber die ben&ouml;tigte Technologie und hat keine Angst, von US-Sanktionen getroffen zu werden.&nbsp;<br /><br />Kuba beherbergt einige der gr&ouml;&szlig;ten Vorkommen von Nickel, Kobalt und m&ouml;glicherweise weiteren wertvollen Mineralien wie Chrom, Kupfer, Gold, Mangan und Eisen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden L&auml;ndern bei der Erschlie&szlig;ung dieser Ressourcen w&auml;re essenziell, um die Auswirkungen des Embargos zu mildern. Wenn die Vereinigten Staaten jeden, der kubanische Metalle kauft, mit Sanktionen bedrohen, k&ouml;nnte Russland diese Rohstoffe erwerben, weiterverkaufen und dabei ihre Herkunft verschleiern.<br /><br />Die westlichen L&auml;nder, einschlie&szlig;lich der Vereinigten Staaten, haben einen Mangel an Nickel und Kobalt, so dass eine russisch-kubanische Zusammenarbeit in diesem Sektor ihre Verhandlungsposition gegen&uuml;ber Washington erheblich st&auml;rken k&ouml;nnte. Kuba verf&uuml;gt &uuml;ber gen&uuml;gend Ressourcen, um sich den wichtigsten Mineralienlieferketten der Welt anzuschlie&szlig;en, und Russland hat die Technologie, um dies zu erm&ouml;glichen. Diese Win-Win-Partnerschaft d&uuml;rfte sich langfristig auf die Lieferketten auswirken.<br /><br />Das Embargo stellt die Hauptursache f&uuml;r die anhaltende wirtschaftliche Unterentwicklung Kubas dar, die sich oft durch Mangel an Nahrungsmitteln und Brennstoff &auml;u&szlig;ert. Wenn keine rechtzeitigen Ma&szlig;nahmen ergriffen werden, k&ouml;nnte dieser langanhaltende sozio&ouml;konomische Stillstand zu einer breiten Unzufriedenheit f&uuml;hren. Es besteht die Gefahr, dass dies durch kognitive Operationen in Stil von Mongoose als Waffe genutzt wird, was letztendlich zum Fall der revolution&auml;ren Regierung f&uuml;hren k&ouml;nnte.<br /><br />Wenn Kuba f&auml;llt, w&uuml;rden L&auml;nder wie Russland und andere, die eine multipolare Welt anstreben, einen bedeutenden Verb&uuml;ndeten an einem strategisch wichtigen Ort verlieren. Das w&uuml;rde zugunsten des schwindenden, aber beharrlichen unipolaren Moments sein. Eine gemeinsame Intervention der BRICS-Staaten k&ouml;nnte jedoch dieses potenziell ung&uuml;nstige Szenario verhindern.<br /><br />Um die globale Vormachtstellung der G7 tats&auml;chlich herauszufordern, m&uuml;sste die BRICS-Gruppe die Grundlage f&uuml;r eine gemeinsame au&szlig;enpolitische Agenda legen. Kuba k&ouml;nnte der Ort sein, an dem die BRICS-Staaten ihr Potenzial aufzeigen und den Anfang machen, die auf Sanktionen beruhende internationale Ordnung zu &uuml;berwinden.<br /><br />Es handelt sich weniger um eine ideologische Frage, sondern vielmehr um Realpolitik. Die BRICS-Staaten, die ab 2024 zu einem m&auml;chtigen Kartell heranwachsen k&ouml;nnte, k&ouml;nnten in Kuba unerwartete Chancen im Bereich Nahrungsmittel, Energie und Bodensch&auml;tze entdecken, und zwar vor dem Hintergrund vor dem Hintergrund der vielf&auml;ltigen Verbindungsm&ouml;glichkeiten, die Kuba bietet.<br /><br />Wenn die Entdollarisierung der Weltwirtschaft ein Hauptziel der BRICS-Gruppe ist, dann fungiert Kuba als ideale Plattform, um die Macht des US-Dollars und der amerikanischen Sekund&auml;rsanktionen herauszufordern. Durch seine langj&auml;hrige Partnerschaft mit Russland, China, Brasilien, Indien und S&uuml;dafrika sowie seiner Freundschaft zu &Auml;gypten, Iran und Saudi-Arabien verk&ouml;rpert Kuba eine der wenigen Nationen, in denen die urspr&uuml;nglichen Ziele und langfristigen Interessen der BRICS-Gruppe &uuml;bereinstimmen.<br /><br />Russland und die BRICS-Staaten k&ouml;nnten Kuba auf vielf&auml;ltige Weise unterst&uuml;tzen, angefangen von sanktionsfreiem Handel bis hin zu humanit&auml;rer Zusammenarbeit. Eine m&ouml;gliche Zusammenarbeit umfasst Abkommen &uuml;ber den Austausch von Weizen gegen Zucker sowie Nickel gegen &Ouml;l. Zus&auml;tzlich k&ouml;nnten Investitionen der BRICS in Kubas Energiesektor angegangen werden, um Stromausf&auml;lle zu beheben und die geografischen und klimatischen Bedingungen f&uuml;r die Entwicklung von Meeres-, Wind- und Solarenergie zu nutzen.<br /><br />Die gegenw&auml;rtige geostrategische Lage Kubas spielt eine entscheidende Rolle im anhaltenden Hegemonialkampf zwischen dem Westen und anderen L&auml;ndern. Russland und die BRICS-Mitglieder k&ouml;nnten diese geopolitische Position Kubas erkennen und entsprechend agieren. Die Rettung Kubas k&ouml;nnte als H&ouml;hepunkt des Wandels hin zu einem multipolaren System gesehen werden.</div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kann Brasilien Kubas Wirtschaft retten?]]></title><link><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kann-brasilien-kubas-wirtschaft-retten]]></link><comments><![CDATA[https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kann-brasilien-kubas-wirtschaft-retten#comments]]></comments><pubDate>Sun, 29 Oct 2023 05:44:41 GMT</pubDate><category><![CDATA[Uncategorized]]></category><guid isPermaLink="false">https://www.kubakunde.de/leon-latozke/kann-brasilien-kubas-wirtschaft-retten</guid><description><![CDATA[Ein Kommentar von Leon Latozke  Brasilien und Kuba: Eine Neue &Auml;ra der Beziehungen? Pr&auml;sident Lula's R&uuml;ckkehr k&ouml;nnte eine positive Wende f&uuml;r Handel, Politik und Unterst&uuml;tzung in einer sich ver&auml;ndernden Welt bedeuten.      Kuba spielt international eine beachtliche Rolle. So war der Karibikstaat beispielsweise Mitte September Gastgeber des Treffens der Gruppe der 77 (plus China) der Entwicklungsl&auml;nder, die etwa 80 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung repr&auml;s [...] ]]></description><content:encoded><![CDATA[<h2 class="wsite-content-title"><font size="4">Ein Kommentar von Leon Latozke</font></h2>  <div class="paragraph"><strong><span style="color:rgb(55, 65, 81)">Brasilien und Kuba: Eine Neue &Auml;ra der Beziehungen? Pr&auml;sident Lula's R&uuml;ckkehr k&ouml;nnte eine positive Wende f&uuml;r Handel, Politik und Unterst&uuml;tzung in einer sich ver&auml;ndernden Welt bedeuten.</span></strong></div>  <div>  <!--BLOG_SUMMARY_END--></div>  <div class="paragraph">Kuba spielt international eine beachtliche Rolle. So war der Karibikstaat beispielsweise Mitte September Gastgeber des Treffens der Gruppe der 77 (plus China) der Entwicklungsl&auml;nder, die etwa 80 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung repr&auml;sentieren, in Havanna. Kuba ist auch eines der Mitgliedsl&auml;nder der Bewegung der Blockfreien Staaten (NAM).&nbsp;<br /><br />Auf dem zweit&auml;gigen G77-Gipfel war der brasilianische Pr&auml;sident Luiz In&aacute;cio Lula da Silva, der sich zum Ziel gesetzt hatte, Brasilien als bedeutenden Akteur auf der globalen B&uuml;hne zu positionieren. Ein Schl&uuml;sselelement seiner umfassenden internationalen Politik war die St&auml;rkung der bilateralen Beziehungen zum sozialistischen Kuba.<br /><br />In seiner ersten Amtszeit (2003-2010) arbeitete Lula aktiv an der Verbesserung der Beziehungen zu Kuba. Er unternahm offizielle Besuche in Havanna, st&auml;rkte Handelsverbindungen und setzte sich international f&uuml;r Kuba ein. Sein Einfluss f&uuml;hrte sogar dazu, dass der damalige US-Pr&auml;sident Barack Obama den kubanischen Pr&auml;sidenten Ra&uacute;l Castro auf den Amerikagipfel 2015 in Panama einlud. Doch die Beziehungen zwischen Brasilien und Kuba erreichten unter der rechtslastigen Regierung von Jair Bolsonaro (2019-2022) einen Tiefpunkt.<br /><br />Bolsonaro weigerte sich nicht nur, den kubanischen Pr&auml;sidenten zu seiner Amtseinf&uuml;hrung einzuladen, sondern sprach sich auch gegen die offiziellen Beziehungen zu Kuba aus. Brasilien enthielt sich in den Vereinten Nationen (UN) bei Abstimmungen zur Verurteilung der US-Wirtschaftsblockade gegen Kuba. Bolsonaro versuchte zudem, das brasilianisch-kubanische Gesundheitsprogramm "Mais M&eacute;dicos" zu untergraben, was zu einem Mangel an kubanischen &Auml;rzten in unterversorgten Gebieten Brasiliens f&uuml;hrte.<br /><br />Mit dem Amtsantritt von Pr&auml;sident Lula &auml;ndert sich die Lage. Bei einem Treffen mit dem kubanischen Pr&auml;sidenten Miguel D&iacute;az-Canel kritisierte Lula die US-Politik gegen&uuml;ber Kuba und sprach sich gegen die Aufnahme Kubas in die Liste der staatlichen Sponsoren des Terrorismus aus. Eine engere Beziehung zwischen Brasilien und Kuba k&ouml;nnte sich sowohl wirtschaftlich als auch politisch auszahlen.<br /><br />Die kubanische Regierung schuldet der brasilianischen Entwicklungsbank rund 540 Millionen US-Dollar, deren R&uuml;ckzahlung sie ab 2018 stoppte. Lula k&ouml;nnte bessere Konditionen f&uuml;r die R&uuml;ckzahlung aushandeln. Die Erweiterung des Handels zwischen beiden L&auml;ndern, bei dem Brasilien bereits einen j&auml;hrlichen &Uuml;berschuss von etwa 287 Millionen US-Dollar aufweist, k&ouml;nnte die wirtschaftliche Lage Kubas verbessern. Ein Gro&szlig;teil dieses Handels erfolgt &uuml;ber die von Brasilien mitfinanzierte Freihandelszone im Hafen von Mariel.<br /><br />Die politischen F&uuml;hrer Kubas hoffen, dass Lula Havannas Agenda in internationalen Organisationen wie der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der UNO unterst&uuml;tzt. Sie erwarten auch, dass er sich f&uuml;r eine engagiertere und respektvollere Kuba-Politik in den USA unter Pr&auml;sident Joe Biden einsetzt.<br /><br />In Bezug auf die Obsession Washingtons, Kuba auf eine Liste von L&auml;ndern zu setzen, die angeblich mit der Unterst&uuml;tzung des internationalen Terrorismus in Verbindung stehen (und daher den US-Sanktionen unterliegen), &auml;u&szlig;erte sich Lula klar und deutlich und sprach sich entschieden gegen die Einstufung Kubas als Staatssponsor des Terrorismus aus.<br /><br />F&uuml;r Brasilien bedeutet eine engere Beziehung zu Kuba eine St&auml;rkung seiner Position in Lateinamerika und eine Wiederherstellung seiner F&uuml;hrungsrolle in der Welt. Es k&ouml;nnte auch dazu beitragen, das Profil der linken Politik in Brasilien aufzufrischen. Vor allem k&ouml;nnte es Kuba in einer Zeit au&szlig;erordentlicher sozio&ouml;konomischer Herausforderungen finanziell unterst&uuml;tzen.<br /><br />Die j&uuml;ngsten Entwicklungen zwischen Brasilien und Kuba sind ein vielversprechendes Zeichen f&uuml;r eine m&ouml;gliche Wiederbelebung der Beziehungen und k&ouml;nnten beiden L&auml;ndern Vorteile bringen. Pr&auml;sident Lula hat die Chance, eine ehemals erfolgreiche Partnerschaft zu reaktivieren und den Weg f&uuml;r eine fruchtbare Zusammenarbeit zu ebnen.</div>]]></content:encoded></item></channel></rss>